Neues Konzept der Kreisinitiative „Wegschauen ist keine Lösung"
Kreis Karlsruhe. Es waren die positiven Erfahrungen der „Teamfighter" aus Bruchsal und der „Multis" aus Bretten die letztlich zu der Auftaktveranstaltung „Suchtprävention auf Augenhöhe" im Landratsamt Karlsruhe am 5. März führten.
Hinter den für manchen Erwachsenen eher fremd klingenden Bezeichnungen steckt ein in dieser Form einmaliges Engagement von Schülern, die sich innerhalb der eigenen Altersgruppe aktiv für ein suchtmittelfreies Miteinander einsetzen.
Begrüßt wurden sie von Sozialdezernent Peter Kappes, der das außerordentliche Engagement würdigte und die Unterstützung des Landkreises für das Ziel zusagte, Mitschüler vor dem Missbrauch von Alkohol und Drogen zu schützen. „Gleichaltrigen oder etwas älteren Mitschülern nimmt man solche warnenden Botschaften eher ab als Lehrern und Eltern", so Peter Kappes.
Das Landkreis-Projekt läuft unter der Rahmeninitiative „Wegschauen ist keine Lösung" in enger Kooperation mit den Suchtberatungsstellen der Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ) Ettlingen und dem Baden-Württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation (bwlv) Karlsruhe und Bruchsal. Es fördert Schülergruppen, die sich der Aufgabe verschrieben haben, sich an ihrer Schule aktiv für ein Leben ohne Sucht und Drogen einzusetzen.
Über 80 Schüler aus sieben Schulen sind zunächst an diesem Modellprojekt beteiligt. Im großen Sitzungssaal des Landratsamtes präsentierten die Schülergruppen ihre Ziele und bereits durchgeführten Aktionen. So auch die „Teamfighters" der Käthe-Kollwitz-Schule aus Bruchsal - hier gehen die ausgebildeten Schüler auch in andere Schulen und halten Unterricht zu Themen rund um die Sucht oder die „Multis" der Beruflichen Schulen Bretten - diese führten eine Umfrage an der Schule zum Rauchen durch und gestalten Info-Stände an Gesundheitstagen und beziehen im Schulalltag Position.
Neu mit dabei waren die Geschwister-Scholl-Realschule aus Pfinztal, die Hans-Thoma-Schule aus Malsch, die Erich-Kästner-Realschule aus Stutensee-Blankenloch und die Balthasar-Neumann-Schule I und II aus Bruchsal.
Die Schülergruppen erhalten zunächst eine zweitägige Schulung zum Thema Sucht und Drogen durch Fachkräfte der Suchtberatungsstellen und können auf die fachliche Unterstützung der Beratungsstellen in Form von gemeinsamen Besuchen einer Klinik für Drogenabhängige oder der Vermittlung von ehemaligen betroffenen Suchtkranken zählen. „Erfreulich", so der Suchtbeauftragte des Landkreises Matthias Haug, „sei, dass die Lions-Clubs „Stutensee" und „Bruchsal Schloss" die Ausstattung der Schülerteams nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützen".
Einig waren sich danach wohl alle Beteiligten: dies war ein gutes und informatives Treffen, das den Schülergruppen neuen Auftrieb für ihr Engagement an der Schule in Sachen Sucht lieferte.
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