Neuaufstellung der Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketing erforderlich
Die gegenwärtige Situation ist unbefriedigend. Insofern ist der CDU zuzustimmen.
Die Mitgliedsgemeinden der WFG (Wirtschaftsförderungsgesellschaft) verteilen sich ziemlich bunt auf den nördlichen Teil des Landkreises Karlsruhe (= früherer Landkreis Bruchsal). Viele Gemeinden haben eine eigene Wirtschaftsförderung oder, wie Bretten, eine eigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Die Bürgermeister siedeln zudem am liebsten selbst Betriebe an - dem eigenen Prestige zuliebe. Deshalb sind viele Aktivitäten der WFG nicht unmittelbar zielführend bzw. kosten Geld, ohne dass ein adäquater Nutzen erkennbar wäre. Sicher ist die WFG Bruchsal auch durch jahrelange schlechte Geschäftsführung belastet, wofür der derzeitige Chef keine Verantwortung trägt.
Die Wirtschaftsförderung muss sinnvollerweise auf ein logisches räumliches Gebiet konzentriert werden. Hierfür bietet sich die bestehende Verwaltungsgemeinschaft mit Bruchsal an der Spitze an.
Die Verwaltungsgemeinschaft Bruchsal beinhaltet derzeit die Gemeinden Karlsdorf-Neuthard, Forst und Hambrücken und ist ein eher zufälliges Gebilde. Diese Verwaltungsgemeinschaft stellt einen gemeinsamen Flächennutzungsplan auf, in dem - unter anderem - Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Aufgenommen werden müsste auf jeden Fall Ubstadt-Weiher (-Stettfeld-Zeutern), vielleicht auch das mit Bruchsal kooperierende Gondelsheim.
Bisher hat die Verwaltungsgemeinschaft ein komplettes Schattendasein geführt. Da die neue OB die Kooperation mit den Umland-Bürgermeistern auf neue Beine stellen will, bietet es sich an, Verwaltungsgemeinschaft, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing zu bündeln. In dieser Konstruktion kann eine weit intensivere Zusammenarbeit als bisher stattfinden - zum Nutzen aller Mitgliedsgemeinden. Zudem sind die Verwaltungsspitzen eingebunden, was noch keiner Wirtschaftsförderung geschadet hat.
Außerdem, da berichtet die Bruchsaler Rundschau unvollständig, könnte in diese Wirtschaftsförderungsgesellschaft das Stadtmarketing für Bruchsal vollständig (!) aufgenommen werden - konzentriert an einer Stelle und mit einem definierten Werbebudget.
Das ermöglicht professionelles Arbeiten und begrenzt „tagesaktuelle" politische Einflüsse.
Welche Rolle die Werbegemeinschaft künftig spielt, wäre auch noch zu klären. In der heutigen Form hat diese Gemeinschaft sicher keine Zukunft, zumal der Anteil der Filialgeschäfte (Ketten) in der Innenstadt wie Müller, H & M, S.Oliver, Ernstings Family-Store, die sich nie an Werbegemeinschaften beteiligen, ständig zunimmt. Auch kleine, familiäre Ketten haben für eine Beteiligung kaum Zeit und Ressourcen, wie u.a. Leder-Horn, Mode-Jost oder Parfümerie Stephan. Besser wäre eine (Teil-?) Integration von Werbegemeinschaftsaufgaben in das neue professionelle Stadtmarketing.
Es ist selbstverständlich, dass das Stadtmarketing, wie in der Vergangenheit typisch, kein OB-Profilierungsinstrument sein kann, sondern eine eigenständige Aufgabe wahr nimmt mit klarem Focus. Das schließt nicht aus, dass „die Politik" konzeptionelle Vorschläge unterbreitet - schließlich bliebe die „neue WFG und Stadtmarketings-GmbH" eine öffentliche Gesellschaft mit den Gemeinden als Träger.
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Kommentare
BTMV-Stadtmarketing
Hallo Herr Schmitt
Meinen Sie dabei die bei der BTMV in den Einzelplänen 2.5 Tourismus/Marketing sowie Stellenplan 6.2 geführten Teile oder auch weitergehende Aufgaben, die der BMTV zugeordnet sind?
Darüber hinaus, sehen Sie die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Neuausrichtung/Replik der BTMV angesichts des für 2010 prognostizierten Gesamtverlustes von rd. 1,6 Mio. Euro (um gleich vorzubeugen: die BTMV muss m.E. keineswegs Gewinne erwirtschaften, allerdings ist für Aussenstehende nicht erkennbar, welche Benchmarks - falls es derartige überhaupt gibt - zu welchem Grade jeweils erreicht/nicht erreicht werden)
Dialog
Bin gerne zu einem - anregenden - Gespräch bereit, liebe(r) huhi.