Nee, ich fahr net nach Karlsruh'

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Donnerstag, 24. Mai 2012 - 16:11

JKG

Hoch schlagen derzeit die Wellen beim Justus-Knecht-Gymnasium. Unter den Abiturienten, deren Eltern, dem Lehrerkollegium und der Schulleitung wird momentan erhitzt diskutiert, ob denn das Festkomitee auch alles richtig gemacht hat.

Wie in jedem Jahr soll auch 2012 für die Abiturienten ein Abiturienten"ball" oder Abschlussveranstaltung statt finden. Unglücklicherweise – dies nur im Zusammenhang mit dem Folgenden – werden dieses Jahr jedoch, wegen G8 und G9, zwei Jahrgänge gleichzeitig verabschiedet. Dies bedeutet, dass statt der 200 Abiturienten wie in den Jahren zuvor, in diesem Jahre die doppelte Anzahl von Schülern die Schule nach dem Abitur verlassen wird. Soweit so gut.

Bisher fanden diese Abschlussveranstaltungen im Bürgerzentrum statt. Der Rechbergsaal hat eine Kapazität von bis zu 700, mit Foyer bis zu 950 Personen: 200 zu verabschiedende Schüler, 400 Eltern und sonstige Angehörige. Summa summarum etwa 600 Personen. Absolut unproblematisch.

In diesem Jahr stellt sich die Situation jedoch anders dar. Etwa 400 Schüler sind zu verabschieden. Das bedeutet neben den 400 Schülern noch 800 Eltern und Angehörige. Auch dies wiederum eine einfache Rechenaufgabe. Die Summe beträgt etwa 1.200 Personen, die in einem Saal untergebracht werden müssen. Nur – wo lässt sich in Bruchsal eine so große Veranstaltung bewerkstelligen? Das Bürgerzentrum bietet die erforderliche Kapazität leider nicht.

Das Festkomitee fand eine - vermeintlich gute - Lösung. Nun wird die Veranstaltung in einer Karlsruher Halle durchgeführt. Allerdings mit der Konsequenz, dass eine unerhört hohe Hallenmiete zu finanzieren ist. Dies wiederum führt dazu, dass die Eintrittskarte (es soll im Preis allerdings eine Butterstange oder etwas Ähnliches enthalten sein) für 27 Euro verkauft werden muss, um die Hallenmiete bezahlen zu können.

Groß ist jetzt jedoch der Unmut der Eltern, denn 27 Euro pro Person (bei drei Personen sind das 81 Euro + Fahrtkosten + Getränke) können sehr viel Geld sein, wenn man nicht gerade zu den Besserverdienern gehört. Viele Eltern haben sich daher mittlerweile verärgert entschieden, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen. Jetzt regt sich jedoch Widerstand im Lehrerkollegium. Sollten die Eintrittskarten tatsächlich nicht im geplanten Umfang an die Schüler und Eltern verkauft werden können, sollen nunmehr auch die Lehrer für diese Veranstaltung zur Kasse gebeten zu werden.

Nicht uninteressant in diesem Zusammenhang. Die Bruchsaler Sporthalle, die aufgrund der jahrelang nicht durchgeführten Instandhaltungen derzeit nur noch für maximal 200 Personen zugelassen ist, hat eine Kapazität von 1.210 Personen, bei Reihenbestuhlung von 1.080.

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Kommentare

BÜZ oder Altenbürghalle?

Bisher im BÜZ? Wenigstens nicht 2011. Und wer führt denn Regie? 

http://www.jkg-bruchsal.de/schulleben/abitur/abitur11_ab.html

Schon 2011 waren scheinbar weder unsere innig geliebte Sporthalle Bruchsal, noch das dahinsiechende BÜZ konkurrenzfähig (in letzterem Fall ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass eine weitere, noch lukrativere BÜZ-Parallelveranstaltung ein Ausweichen der Schüler nach Neuthard notwendig machte...) .

Spaß beiseite: Ist dies eine Pflichtveranstaltung unter Regie der Schule oder ist es eine Kür, so dass implizit die ach so liebe Teilhabe zur Debatte steht? Denn 27€ sind ja für einen optionalen Abend nicht unbedingt exorbitant, Wasser und Brezel hin, Laugengebäck und Soda her.

Und natürlich kann man bei einer optionalen Veranstaltung (um diese handelt es sich ja wohl) neben den Eltern prinzipiell auch die Lehrer um einen (steuerlich absetzbaren!) Obolus bitten. Schon aus innerster Überzeugung und dem Gefühl der Fairness würden die LehrerInnen dies sogar beglückwünschen und vollzählig präsent sein. ...Ob dies nun ernst gemeint ist, lasse ich mal offen...

Jürgen Schmitts Sporthallenverwahrlosungsuntersuchungsauschuss

Ja, da wollte doch mal ein gewisser Jürgen Schmitt ein gemeinderätlichen Untersuchungsauschuß einsetzen (lassen) der herausfinden sollte, wer - außer dem Gemeinderat - Schuld an den jahrzehntelangen Unterhaltungsmängeln der Sporthalle sei.
Ich meine, davon nichts mehr gehört oder gelesen zu haben - wer hat andere Erkenntnisse?
Ach - Sie fragen sich, weshalb der Gemeinderat hier mitschuldig sei? Na - der hat doch die Arbeit der Verwaltung zu kontrollieren.
Also muss er sich auch um die Dinge kümmern, die NICHT gemacht werden - nicht nur um die, die auf der Tagesordnung stehen. Und falsch gemacht werden (sollen).
Oder sehe ich das falsch?

Schmitts Schweigen

Das lässt doch darauf schließen, dass dieser Ausschuss verstarb, bevor er noch das Licht dieser Welt erblickte.

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