Mehr Schutz für Hunde und Katzen in Europa?
Am Montag und Dienstag treffen sich die Agrarminister der EU-Länder in Brüssel. Auf der Tagesordnung steht auch der Schutz von Hunden und Katzen. Der Entwurf, über den die Agrarminister abstimmen, stellt einen Auftrag an die Europäische Kommission dar, den Schutz von Hunden und Katzen in den nächsten Tierschutz-Aktionsplan (2011-2015) aufzunehmen. Die EU legt in ihrem Aktionsplan Maßnahmen zur Verbesserung für den Schutz und das Wohlbefinden von Tieren fest. Bisher war der Schutz von Hunden und Katzen nicht Teil des Tierschutz-Aktionsplans. Die im Entwurf genannten Themen beinhalten u. a. die Zucht von und den Handel mit Hunden und Katzen, die Kennzeichnung und Registrierung, das Verbot des Kupierens der Schwänze und Ohren und die Vermittlung von Sachkunde für die Tierhalter.
„Millionen von Hunden und Katzen leiden in den Ländern der Europäischen Union. Es ist immer noch an der Tagesordnung, dass in als zivilisiert geltenden Ländern Straßentiere auf brutale Art und Weise gefangen und getötet werden. Eine Aufnahme der Heimtiere in den Tierschutz-Aktionsplan ist daher konsequent und ein eindeutiges Bekenntnis der EU-Länder dafür, dass sich die Situation für die Heimtiere tiefgreifend verbessern muss", erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, der zugleich an die Agrarminister appelliert, den Entwurf anzunehmen. „Klar ist aber auch, dass bei einer solchen Harmonisierung einzelnen Mitgliedstaaten die Möglichkeit bleiben muss, strengere Bestimmungen zum Schutz von Hunden und Katzen beibehalten oder erlassen zu können", so Apel abschließend.
Fehlende bzw. zu geringe Sensibilität gegenüber Hunden und Katzen, unzureichende Tierschutzgesetzgebungen oder die desolate Umsetzung vorhandener Regelungen lassen es zu, dass in vielen europäischen Ländern Hunde und Katzen zu Tausenden in tierquälerische Tierverwahranstalten oder Tiersammellager zusammengepfercht und getötet werden. Aus Polen, Tschechien und Ungarn werden unzählige Welpen aus „Hundefabriken" zum Handeln nach Deutschland oder Österreich verbracht und dort direkt aus dem Kofferraum als „Billigware" - ohne entsprechende Papiere und oft mit Krankheiten belastet - verkauft. In Belgien und Niederlanden wird der Handel sogar in viel größerem Umfang betrieben.
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