Die Lutherkirchenorgel
"Das mächtige Orgelwerk der Lutherkirche ist im Turm der Kirche eingebaut: Ein freistehender Pfeifenprospekt schließt das Innere der Orgel gegen die Kirche zu ab und gibt ihr das architektonische Gepräge", so der Orgelerbauer Steinmayer.
Auf drei Klaviaturen, Manuale genannt, und einem Pedal sind die 49 Register verteilt, die die Größe der Orgel bedingen. Jedes Register besitzt soviele Pfeifen, als die Klaviatur Tasten aufweist, also in den Manualen 56 und im Pedal je 30. Diese Register oder Pfeifenreihen ändern sich in den verschiedenen Klangfarben, in Flöten, Geigen, Posaunen, Trompeten, Schalmeien, usw. Im Spieltisch stehen den Organisten eine große Anzahl Spielhilfen zur Verfügung, mittels derer sie in der Lage sind, die einzelnen Klangfarben zu mischen und die Tonkraft vom leichtesten Pianissimo bis zum gewaltigen Tutti zu steigern. Durch die Verteilung der Register auf die einzelnen Manuale hat der Spieler die Möglichkeit, die Melodien farbig gegeneinander zu setzen und die eigentliche Chormelodie hervorzuheben. Das können Sie sehr schön im Video unten beobachten, wenn Frau Barbara Ludwig, Musiklehrerin an der Musikschule Philippsburg und zweite Vorsitzende des Orgelbaufördervereins der Lutherkirche, Ihnen ein Stück von von Enrico Bossi, Scherzo in G-moll, vorpielt.
Nicht weniger als 3097 Pfeifen füllen den Orgelraum, die kleinste Pfeife mißt 6 cm, die größte aber 6 Meter: Sie sind teils aus Holz, teils aus Metall gefertigt, je nach der Klangfarbe, die erzielt werden soll.
Der Spieltisch ist mit der Orgel durch ein Kabel, das 300 elektrische Drähte enthält, verbunden. Durch das Niederdrücken der Taste schließt der/die Organist/in Kontakte, die in der Orgel elektromechanische Relais betätigen, der in Luftdruck, "Winddruck", sagen die Orgelbauer, umgewandelt wird. Dieser Druck beträgt in der Lutherkirchenorgel 0.6 bar. Der Luftdruck strömt zu Ventilen, die den Weg zu der Pfeife öffnen, deren Taste gerade gedrückt wird. Die benötigte Druckluft wird mittels einer elektrischen Luftschleudermaschine, kurz Blasebalg, erzeugt, die auch den benötigten Schwachstrom liefert (Quellen: Broschüre 50 Jahre Lutherkirche Bruchsal).
Genau um diese Blasebälge geht es jetzt: Sie müssen ersetzt werden. Begleiten Sie mich in Innere der Orgel, um die Arbeiten zu verfolgen und einen Blick auf die 3097 Orgelpfeifen zu werfen:
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Kommentare
Kleine Korrektur
Die Druckangabe 60 mm Wassersäule entspicht 0,006 bar, genau 0,00588.
Als SI-Einheit: 588 Pascal. Die vom Orgelbauer (im Film) genannte Angabe von 0,6 bar ist leider falsch.
Um einen Druck von 0,6 bar zu erzeugen müßten, sofern die Balgfläche 1 qm beträgt, 6000 kg aufgelegt werden (natürlich entsprechend mehr, wenn die Balgfläche größer ist).
Mit welch geringem Luftdruck (Gasdruck) man große Lasten heben kann (= der umgekehrte Vorgang) zeigt sich, wenn man mit Luftkissenhebern arbeitet, die mit Auspuffgas tonnenschwere Lasten bewältigen.
Falls die Ventile über Steuerluft geöffnet werden, in diesen Steuerleitungen könnte ein höherer Luftdruck herschen. Darauf hin weist auch die "Luftschleuder", die ein Seitenkanalgebläse sein könnte. Diese laufen mit einer hohen Drehzahl und könnten gleichzeitig einen Generator betreiben (für den Schaltstrom). Dass Luftschleuder und Blasebalg identisch sind, kann ich mir nicht vorstellen.
Danke Filou..
daß Sie im Internet nachgeschaut haben - nicht jeder kann alles wissen! ;-)
Wer sich
30 Jahre mit Luft- und Öldrücken beschäftigt hat, braucht nicht nachzuschlagen. Im Übrigen sollen sich auch Piloten mit Luftdrücken auskennen, hab ich gehört. :-)
Frage
Wenn man versehentlich ein zweites Mal den Button SPEICHERN drückt, wie wird man das Doppel, das dann entsteht wieder los?
Stimmt...
vorliegend habe ich es versäumt, umzurechnen. Das Doppel wird man durch die Löschfunktion los. Klappt das nicht, ein Mail an Admin...s. Impressum