Lebensmittel: Fertig kaufen bis zu sechsmal teurer als selber machen

DruckversionPer e-Mail versenden
Donnerstag, 15. September 2011 - 10:58

Fertiglebensmittel zu kaufen ist 184 Prozent teurer als Essen selber zuzubereiten. Im Höchstfall liegt der Bequemlichkeitsaufschlag bei 650 Prozent. Zudem enthalten fertige Lebensmittel häufig Zusatzstoffe und Aromen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg.

Selber machen oder fertig kaufen? Wer sich diese Frage stellt und sich für das Fertigprodukt ohne Rühren, Schnibbeln oder Putzen entscheidet, muss tüchtig zuzahlen. Wie groß die Unterschiede bei 14 Originalprodukten und deren 21 Fertigvarianten sind, zeigt die Untersuchung, die im Internet unter www.vzhh.de veröffentlicht ist. Sahne schlagen, Pfannkuchen backen oder Möhren schälen lassen sich die Anbieter sehr einträglich vergüten. Bei der Untersuchung wurden die Kosten für Zutaten sowie die Energiekosten für die Zubereitung mit den Preisen für unterschiedliche Fertiggerichte verglichen. Dabei hat die Verbraucherzentrale den Fokus auf Gerichte gelegt, die ohne Aufwand und schnell zuzubereiten sind wie fertige Kaffeegetränke, Grillkartoffeln oder Salatdressings.

Oft wird vergessen, dass sich vieles deutlich kostengünstiger selbst machen lässt. Gerade bei Personen mit kleinem Portemonnaie klafft ein großes Loch in der Haushaltskasse, wenn sie diesen aus Sicht der Verbraucherzentrale übertriebenen Aufschlag für den küchentechnischen Service ständig mit bezahlen.

Die Ergebnisse:

• Alle 21 untersuchten Fertig- bzw. Halbfertigprodukte waren teurer als die 14 selbst gemachten Varianten.

• Den größten Kostenunterschied gab es mit 650 Prozent bei einer in handgerechte Stücke geschnittenen Melone.

• 15 von 21 Fertigproduktvarianten waren mindestens doppelt so teuer wie die selbst gemachte Variante, 6 davon sogar dreimal so teuer oder noch teurer.

• Die addierten Kosten für alle 14 selbst gemachten Lebensmittel jeweils pro 100 Gramm bzw. Milliliter betrugen 2,60 Euro, die 14 Fertigvarianten dazu kosteten 7,38 Euro. Das sind durchschnittlich 184 Prozent Mehrkosten.

„Hat jemand dadurch 3 Euro Mehrkosten am Tag, dann ist er pro Jahr einen Tausender los“, sagt Silke Schwartau, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg. Überdies stellte die Verbraucherzentrale fest, dass von den 19 untersuchten Fertigprodukten 14 Aromen und 13 Zusatzstoffe enthielten. Nur 2 von 19 hatten weder Zusatzstoffe noch Aromen. „Mit dem Preisaufschlag geht ein Abschlag für den Gesundheitswert einher. Verkauft wird Einheitsgeschmack statt Vielfalt – und das für viel Geld“, so Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 2.1 (7 Bewertungen)

Kommentare

glaube keiner Studie...

...die du nicht selbst gefälscht hast.

Das gilt auch hier wieder einmal.
Natürlich sind Fertigprodukte teurer als komplett selbstgemacht. Was bei dieser Studie aber komplett außen vor bleibt ist die Arbeitszeit, die je nach Gericht eben nicht vernachlässigbar ist.
Ebenso wurden bei den Fertiggerichten nur die nicht gerade als preisgünstig bekannten Markenprodukte (z.B. Dr. Oetker, Pfanni, Wagner, ...) verwendet.
Genaugenommen fehlen dann auch noch die Abschreibungen für die Küchengeräte (ja hört sich schräg an, aber es gibt eben Haushalte in denen nicht alles vorhanden ist und es sich wirklich nicht rechnet ein bestimmtes Gerät für ein bestimmtes Gericht zu kaufen).
Was leider auch unter den Tisch fällt ist die Problematik kleinerer Haushalte, die eben beim Selbstkochen Portionen generieren, die sie gar nicht komplett nutzen können und deshalb teilweise entsorgen müssen.
Was allerdings richtig ist, ist die teilweise mangelhafte Kennzeichnung von Zusatzstoffen bei den Fertiggerichten.
Daher halte ich das ganze für nicht wirklich brauchbar.

Bon Appetit!

Herzlichen Dank für diese ofenfrische Meldung! Diese war lange überfällig und wurde sehnlichst erwartet...

Den größten Preisunterschied

Den größten Preisunterschied gab es bei einer aufgeschnittenen Melone?

Aha, gibts die jetzt schon fertig geschnitten? Erstaunlich...

Und was hat das mit selbstgemacht zu tun?

Ich bin ja sehr für Selbstgemachtes, aber bis sich zB ein Single ne pizza gemacht hat, da ist der Billigpack für drei Pizzen sicher billiger (und reicht dann auch drei Tage).

Obs besser schmeckt ist die Frage...

So einfach lässt sich das nicht sagen, für ne Familie sicher, für nen Single nicht, für den lohnt sich das Selberkochen nicht, man überlege mal nur, was man für nen Eintopf braucht (und welche Reste man hätte), da ist das Fertiggericht praktischer und wahrscheinlich im Endeffekt billiger.

Dass sich Selbermachen für

Dass sich Selbermachen für einen Single nicht lohnt, das stimmt ja nun gar nicht.
Ich mache das seit 20 Jahren und wenn man weiss, wie es geht, kann man auch einen Eintopf machen, den man nicht über 2 Wochen täglich essen muß.

Ich friere lieber einen Rest ein, dann weiß ich auch genau, was ich da gekocht habe. Und wenn es mal schnell gehen muß, hab ich schnell was gekocht.

Super Idee

Ich bin unterwegs und habe Appetit auf ein Kaffegetränk. Damit ich nicht das 4 mal so teure bei Starbucks kaufen muß, habe ich beste Zutaten, eine Kafffeemaschine, einen Generator und meine Lieblingstasse dabei.
Falls ich den Generator mal wegen des Gewichts zu Hause gelassen habe, gehe ich in eine Bahnhofstoilette und schließe meine Kaffemaschine dort an. Die 50 Ct für die Toilettenbenutzung schreibe ich als Zusatzkosten ab.
Schnell - hol mir einer ein Schreikissen!

Pizza selber machen!

Wenn man mal eine Pizza selbst gemacht hat will man die TK-Pizza gar nicht mehr. Bei allem Respekt für diese Produkte, aber eine selbstgemachte geht auch schnell und man kann die Reste gut einfrieren.

Ich hatte gestern vergessen noch ein Brot zu backen (machen wir schon seit Jahren!), deshalb musste ich mir heute beim K...-Bäcker etwas kaufen. 2 Brezeln und 3 Roggenweckle für 3,10 Euro! Wahnsinnn!

Für das Geld backe ich 6 Brote!!!!!!
Und die schmecken besser als das alte, gekaufte Zeug, das man am nächsten Tag schon wegschmeißen kann. Zudem weiß ich was drin ist.

Sogar wenn ich superteure Bio-Produkte dazu nehme ist das immernoch günstiger als der gekaufte Mist von den "Bäcker"-Ketten!

Also in Zukunft immer schon ans Brotbacken denken! :-)

Geschwätz

@filou

Was soll denn dieser Schmarren? Sie rösten den Kaffee nicht selbst und stellen auch Ihre Kaffeemaschine nicht selbst her..Sie raffinieren Ihr Erdöl fürs Auto nicht selbst und trotz allem ist es meist sinnvoller, zumindest preiswerter und gesünder, SOVIEL WIE MÖGLICH zuhause selbst zu erledigen.

Wenn eine alleinstehende Oma nicht rentabel für sich selbst kochen kann oder will, ist es vielleicht lohnender, "Essen auf Rädern" kommen zu lassen oder TK-Kost zu beziehen.

Natürlich ist klar, dass weder der Eismann noch die AWO kostenlos für Gottes Lohn arbeiten.

Selber Kochen ist ein Stück Kultur

....auch wenn man sich häufig im Hamsterrad befindet sollte man sich Zeit nehmen sein Essen selbst zuzubereiten. Es ist und bleibt ein Stück Kultur und das selbst zubereitete Essen schmeckt mindestens doppelt so gut.

Leute entschleunigt euch und kocht wieder selber! Das ist auch als Single überhaupt kein Problem. Eismann & Co können mir gestohlen bleiben.  

Kommt darauf an...

...., ob man die Möglichkeit hat, sich zu entschleunigen! Wenn man im Einzelhandel tätig ist und eine Stunde Mittagspause hat, dann interessiert es die Kundschaft bzw. den Chef nicht so sehr, ob man sich wegen eines Entschleunigungsprozesses verspätet hat.

Und dann kommt es noch darauf an, was man sich zubereiten möchte. Bin ich alleinstehend, kaufe ich mir nicht einen ganzen Wirsing oder Weißkohl, also fallen für mich meine geliebten Krautwickel schon mal untern Tisch.

Das Verständnis hört aber bei mir da auf, wo sich Leute mit einer schon optisch ekelhaften Fertigpampe für Eierpfannkuchen eindecken.

Sowas kann jeder, ob Single, ob jung oder ohne Gefriertruhe. Einen Salat zubereiten MUSS wohl jeder selbst.

Allerdings muss man sagen, dass nach einer Untersuchung, die mal ein TV-Sender hat durchführen lassen, gute(!) TK-Kost durch das Schockgefrieren und die sachkundige Auswahl oft weniger mit Keimen belastet ist als frische, selbstgekaufte Ware.

Und was die "Sensorik" angeht, gibt es m.E auch eine Ausnahme: Speiseeis nämlich. Meine bessere Hälfte macht gern selber Milchspeiseeis und gut ist es auch. Aber die Raffinesse der Eissorten von der Eisdiele bekommt sie nicht hin.

Naja

Wie schon gesagt, ich mache auch das meiste selber, wenn ich aber in nem Singlehaushalt leben würde, vielleicht nur mit Minitiefkühlfach, dann würde sich das sicher nicht lohnen.

Davon abgesehen, daß es wenig Spaß macht (mir zumindest) nur für eine Person zu kochen.

Daß selbstgemacht besser schmeckt ist keine Frage...Allerdings nicht immer (das Beispiel mit dem Speiseeis war gut). So ist es meines Erachtens auch mit Brot, Brötchen usw. Back ich auch ab und an mal, aus Spaß, ich kann aber nie und nimmer mit der Vielfalt der hiesigen Bäcker mithalten und mein Brot kann auch nicht mit dem eines guten Bäckers (leider immer seltener, weil es nur noch die Massenware gibt) mithalten, schlichtweg weil ein normaler Backofen dazu nicht taugt, zB wird die Kruste niemals so knusprig wie in einer Bäckerei.

Schade ist in der Tat, daß viele Menschen offenbar garnichtmehr selbst kochen können, das ist traurig. Bei Singles versteh ich das (ist wirklich einfacher), bei Familien hingegen nicht. Und es stimmt auch, daß ein Stück Kultur verlorengeht ,gerade regionale Rezepte gehen verloren (oder wer macht noch Dampfnudeln oder die schon erwähnten Krautwickel?)

Solche Dinge erfordern allerdings auch die nötige Zeit, in einem Haushalt mit zwei berufstätigen Partnern (wie heute üblich) bleibt die oft nicht, das war früher noch anders. Und die Kinder? Woher sollen die solches Wissen erlernen?

 

 

 

Selbstgemacht schmeckts am besten...

... nach diesem Motto breiten wir uns das Essen zu Hause selber zu. Selbst jetzt, da die Kinder aus dem Haus sind und nur noch zwei Personen (die Alten) übrig sind, wird noch selber gekocht. Die Zeit sollte man auch haben und sich nehmen, wenn beide Lebenspartner berufstätig sind. Wir wissen was drin ist im Essen und können uns die Zutaten selbst aussuchen. Was übrig ist, wird eingefroren oder wir laden die Mitbewohner aus dem Dachgeschoß zum Essen ein. Wenn wir Lust und Laune haben, kochen wir auch mal gemeinsam mit unseren Hausbewohnern. Macht einen riesen Fetz.

Schmarren?

Wenn man sich die Mühe macht, die Tabelle der VZ Hamburg anzuschauen, trifft man auf den Vergleich "selbst gemachter Kaffeee versus Starbucks". Dies ist z. B. ein absoluter Witz, da kein Mensch für eine Tasse Kaffee zu Hause sich den von Starbucks holen würde. Andererseits kann man sich unterwegs kaum selbst Kaffee zubereiten.
Diesen Umstand, dass dies ein schlechter Vergleich war (neben anderen), hatte ich mit meinem Kommentar auf die Schippe genommen. Wer also da mit Rösten oder Erdöl kommt, kennt wohl den Unterschied zwischen Schippe und Schelte nicht. ;-)

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen