"Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt"

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Dienstag, 13. September 2011 - 19:07

Bombenalarm

Pünktlich angekommen am Frankfurter Flughafen, so gegen acht Uhr, stand erstmals die Orientierung an. Wo ist das Abflugterminal? Als das gefunden war, das nächste Problem, das zu lösen war: Wo ist der Schalter zum Einchecken? Fragen, die sich einem Vielflieger gar nicht mehr stellen. Für einen Nicht- bzw. So-gut-wie-nicht-Flieger Fragestellungen, die schon eine gehörige Portion von Stresshormonen frei setzen können – es waren zwar noch zwei Stunden bis zum Abflug, aber wer weiß, was noch alles kommt… 

Und es kam noch was. Nachdem endlich die Position des Check-In-Schalter geklärt, die Richtung bestimmt war und unter Hinterherziehung des Überseekoffers darauf zugesteuert wurde, wurde man überraschenderweise von einem Polizisten daran gehindert, diesen Hallenbereich des Frankfurter Flughafens zu betreten. Ein weiterer Polizist spannte quer durch die Schalterhalle ein weiß-rotes Flatterband mit der Aufschrift „Polizeiabsperrung“ und scheuchte alle Fluggäste und deren Begleitung hinter das Plastikband. Gerüchteweise verbreitete sich dann der Grund für das Flatterband und die Absperrung: Ein herrenloses Gepäckstück wurde in der Schalterhalle entdeckt. 

Ein roter Elektrowagen fuhr nach ca. 15 Minuten in die Schalterhalle herein und Angehörige der Bundespolizei stiegen aus, gingen zum Paket, inspizierten dieses und ein Bundespolizist untersuchte mit Spezialgeräten das Gepäckstück. 

Nach etwa 40 Minuten kam Entwarnung, die Fluggäste durften an die Check-In-Schalter, wo die Abfertigungen durch die Mitarbeiter der Fluggesellschaften zügig vorgenommen wurden. 

Einsätze des zwölfköpfigen Frankfurter Entschärfer-Teams der Bundespolizei - insgesamt sind am Frankfurter Flughafen etwa 1.800 Bundespolizisten beschäftigt - sollen so selten gar nicht sein. Vier bis fünf Mal am Tag rücken die Polizisten am Frankfurter Flughafen aus, um herrenlose Gepäckstücke zu sichern, zu untersuchen und Gefahr für Leib und Leben der Fluggäste und der auf dem Flughafen Beschäftigten zu bannen. Das Vorgehen ist deutschlandweit immer das Gleiche: Absperren des Geländes, suchen über Lautsprecher nach dem Besitzer des Gepäckstückes und Befragung der Menschen in der Nähe des Fundortes. 

Wären nach der Untersuchung des Paketes (z. Bsp. durch röntgen), Zweifel über dessen Inhalt geblieben, hätte dieses auch gesprengt werden können – soweit ist es aber glücklicherweise nicht gekommen; der Inhalt des herrenlosen Kartons waren ein Autokindersitz und ein kuscheliger Teddybär. 

Übrigens: Soweit dem Besitzer eines herrenloses Gepäckstückes kein Vorsatz nachgewiesen werden kann, können diesem keine Kosten für den Einsatz in Rechnung gestellt werden. Doch eigentlich ist überhaupt nicht zu verstehen, dass so manch Einer seinen Koffer einfach so rumstehen lässt – da stellt sich dann doch die Frage: „was haben die Leute denn nur im Kopf?“

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Kommentare

Ich traue mich...!

So mancher Leser des Artikels wird sich die Frage gestellt haben, was diese Aufregung (Hysterie?) um abgestelltes Gepäck den Steuerzahler kosten mag, traut sich aber die Frage nicht zu stellen, denn es geht ja um unsere Sicherheit!

Ich traue mich! Ob nun wirklich 1800 Beamte in eine Aktion involviert sind, die wegen eines Koffers oder Tasche ausgelöst wird, sei mal dahingestellt, aber allein 4-5mal am Tag ein Spezialkommando antanzen zu lassen, um -offensichtlich- Teddybären oder andere harmloseste Gegenstände zu sichern, dürfte derart kostenintensiv sein, dass es sich wahrscheinlich längst gelohnt hätte, die Gepäckabfertigung abseits der Personenabfertigung zu bewerkstelligen. Wozu gibt es eigentlich RFID-Chips?

Angesichts terroristischer Aktivitäten, die nicht das geringste Problem damit zu haben scheinen, sich als Attentäter gleich mit in die Luft zu jagen (schließlich warten ja im Jenseits 70 Jungfrauen auf einen), spielt es doch keine Rolle, ob ein Koffer verwaist herumsteht oder der Attentäter danebensteht.

Deshalb meine ich: Einen solchen Apparatismus in Gang zu setzen, einfach auf die Tatsache hin, dass innerhalb kürzester Zeit (welcher eigentlich?) kein Eigentümer eines Gepäckstückes ermittelt werden kann, ist vielleicht etwas überzogen.

Es ist wie mit der Vorratsdatenspeicherung.., wegen der Einführung ist sie sinnlos.

Ich selbst wurde mal in eine "Sprengkammer" am alten Münchner Flughafen gebeten, weil meine im Koffer verpackte Videokamera beim Durchleuten aufgefallen war. Nicht nur, dass man den Koffer erneut vor vorne packen durfte, nicht nur, dass der Flieger nach Kenia warten musste, wurde man umständlich in die erwähnte "Sprengkammer" (ein verglaster Kasten wie ein Wintergarten, der mit Sicherheit keine Bombe ausgehalten hätte) gebeten, um dort den Deckel zum Kassettenfach zu öffnen und den Akku zu entfernen.

Ich konnte mir ein mitleidiges Grinsen nicht verkneifen...!

Freilich kommt Vorsicht vor Nachsicht, aber eine so teure Pseudosicherheit muss man sich erstmal leisten können.

 

Ergänzung: Soeben sehe ich, dass heute nacht, 23.59 Uhr, die Mitzeichnungsfrist der Petition gegen die Vorratsdatenspeicherung abläuft!

Wir benötigen dringend noch Mitzeichner, damit sich der Bundestag mit der Petition befassen muss!

72 Jungfrauen

Hier wird der Koran falsch interpretiert: Mohammed meinte nicht 72 Jungfrauen, die im Paradies auf einen Märtyrer warten, sondern eine 72-jährige Jungfrau :)

Womöglich nur 72 Trauben...

Zitat aus Wikipedia:

Die syro-aramäische Lesart des Koran (....)[geht] von einer fehlerhaften Übersetzung des Begriffes „Jungfrau“ aus und übersetzt diesen mit „weiße, kristallklare Trauben“[4]: Früchte, die in den Paradiesvorstellungen des Orients von alters her als Sinnbild von Wohlleben und Behaglichkeit galten. (Zitat Ende)

[Quelle]

..und täglich kalte Duschen! :-))

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