Per l' harmonica - Glasharmonikamusik am Karlsruher Hof

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Schwetzingen, Palais Hirsch 23. Juni 2011, 20 Uhr
Donnerstag, 9. Juni 2011 - 15:27

Ein interessantes Konzert aus der Konzertreihe der "Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik der Heidelberger Akademie der Wissenschaften" findet am Donnerstag, 23. Juni 2011, um 20 Uhr in Schwetzingen statt:

"Per l' harmonica | Glasharmonikamusik am Karlsruher Hof"

Interessant ist neben der Tatsache, dass 2011 Jahr die von dem Universalgelehrten Benjamin Franklin (Erfinder, Politiker, Schriftsteller, Verleger etc.) anno 1761 erfundene Glasharmonika oder auch Glasharfe 250 Jahre alt wird das Faktum, dass die Glasharmonika einen wichtigen Bezug zu Bruchsal hat. Die Bruchsaler Musikerin Marianne Kirchgessner (1769 - 1808) gehörte zu den berühmtesten Glasharmonikaspielerinnen aller Zeiten; kein Geringerer als Mozart hat eigens für sie komponiert.

Nach Marianne Kirchgessner ist auch eine Straße im Bruchsaler Neubaugebiet Weiherberg benannt.

Das Konzert dürfte nicht nur für Musikenthusiasten sehr interessant werden, da die Glasharfe nur noch sehr selten gespielt wird.

Die Pressemitteilung:

Faszination Hofmusik - Konzertreihe der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik der Heidelberger Akademie der Wissenschaften

Schwetzingen, Palais Hirsch

23. Juni 2011, 20 Uhr

Per l' harmonica
Glasharmonikamusik am Karlsruher Hof

Philipp Alexander Marguerre (Verrophon) spielt Werke von Johann Evangelist Brandl, Joseph Aloys Schmittbaur, Carl Leopold Röllig und anderen.

Plakat

Vor kurzem konnte durch die in Schwetzingen ansässige Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik der Heidelberger Akademie der Wissenschaften eine umfangreiche Sammlung von Kompositionen für die Glasharmonika wiederentdeckt werden. Es handelt sich dabei um die derzeitig einzige bekannte Zusammenstellung, die das Repertoire einer Glasharmonikaspielerin um 1800 in seiner Breite überliefert. Zusammengetragen hatte sie die Karlsruher Hofdame Ernestine von Mentzingen, verheiratete von Geusau (1775-1852). Die Sammlung beinhaltet insgesamt ca. 40 Werke unterschiedlichen Umfangs, sowohl Originalkompositionen Karlsruher Hofmusiker (Joseph Aloys Schmittbaur, Johann Evangelist Brandl) als auch Stücke auswärtiger Komponisten (Carl Leopold Röllig, Wenzel Tomaschek). Außerdem finden sich unter den Werken anonym überlieferte Sätze und Bearbeitungen aus zeitgenössischen Opern. Philipp Alexander Marguerre wird in dem Konzert auf dem Verrophon, einem modernen Glasinstrument, einen Querschnitt aus dieser einzigartigen Sammlung der Öffentlichkeit präsentieren. Einige Kompositionen sind dabei zum ersten Mal seit 200 Jahren wieder zu hören.

Jean Paul nannte die Glasharmonika ein „gläsernes Heiligenhaus der Tonmuse", Goethe hörte in ihrer Musik das „Herzblut der Welt". Wie kein anderes Instrument repräsentierte sie mit ihrem sphärischen, fast körperlosen Klang den empfindsamen Geist des ausgehenden 18. Jahrhunderts. 1761 von Benjamin Franklin in London erfunden, wurde dieses aus gestimmten Glasschalen auf einer rotierenden Achse zusammengesetzte Musikinstrument besonders in Deutschland außerordentlich populär. An seinem Siegeszug hatten Musiker der Hofkapellen in Südwestdeutschland großen Anteil.

 

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