Kreistag brachte wichtige Themen auf den Weg
Kreis Karlsruhe. 86.000 der 432.000 Einwohner des Landkreises Karlsruhe haben einen Migrationshintergrund. Um ihnen die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen kulturellen und politischen Leben zu ermöglichen, stellt der Landkreis seinen 32 Städten und Kommunen mit den „Eckpunkten zur Integration 2011“ eine umfassende Datenbasis zur Verfügung. Das Papier basiert auf den Empfehlungen des Nationalen Integrationsplanes und des Landesintegrationsplanes Baden-Württemberg und gibt Anregungen für die Entwicklung kommunaler Strategien. Der Kreistag begrüßte das Eckpunktepapier und empfahl, es den Städten und Gemeinden als Diskussiongrundlage zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig beschloss er die Auslobung eines Preises für besonders gute Beispiele erfolgreicher Integration.
Die Gesundheitsstrategie des Landes Baden-Württemberg auf Kreisebene zu übertragen und damit eine gesundheitsförderliche Gesamtpolitik umzusetzen ist Ziel der Gesundheitskonferenz, die erstmals am 24. Januar 2012 und danach alle zwei Jahre stattfinden wird. Eingeladen werden unter Federführung des Gesundheitsamts die maßgebenden Institutionen und Organisationen des Gesundheitswesens bzw. mit gesundheitlichem Schwerpunkt. „Damit soll die Gesundheit in allen Lebensphasen und Lebenswelten gefördert und die Entstehung chronischer Erkrankungen vermieden werden“, betonte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. Deshalb soll neben „Behandlung“, „Rehabilitation“ und „Pflege“ die „Prävention“ als feste Säule etabliert werden. Der Kreistag nahm vom aktuellen Sachstand Kenntnis und beauftragte die Verwaltung mit der Einrichtung der Gesundheitskonferenz.
Damit sich das Landratsamt und die Agentur für Arbeit ab dem kommenden Jahr in Form eines „Jobcenters“ gemeinsam um die Arbeitsvermittlung für Langzeitarbeitslose und insbesondere Jugendliche, Alleinerziehende, schwer integrierbare sowie ältere Menschen kümmern können, stimmte der Kreistag der Vereinbarung über die Bildung und Ausgestaltung einer sogenannten „Gemeinsamen Einrichtung“ zu. Durch optimale Abstimmung der Eingliederungs- und wirtschaftlichen Leistungen sowie durch die Einbindung der vorhandenen sozialen Infrastruktur sollen so viel Arbeitslose wie möglich in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden und ihre Lebenssituation und Existenzsicherung verbessert bzw. gewährleistet werden. Neben Karlsruhe werden die entsprechenden Leistungen ab 2012 auch in Bretten, Bruchsal, Ettlingen und Waghäusel angeboten.
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Kommentare
Ich blick ´s grad nicht....
Also, mal sehen, ob ich das richtig verstanden habe:
Um in den Genuss dieser Informationen zu kommen, muss ich
a) einen Migrationshintergrund haben und
b) (langzeit)arbeitslos sein
Ist das richtig?
Noch eine Frage: Wer zahlt das?
Da es "auf Kreisebene" stattfinden soll, denke ich, es wird wieder mal der Steuerzahler sein, der dafür aufzukommen hat.
Zitat:
„Damit soll die Gesundheit in allen Lebensphasen und Lebenswelten gefördert und die Entstehung chronischer Erkrankungen vermieden werden“, betonte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel.
:Zitat Ende
Wäre das nicht eine originäre Aufgabe der Krankenkassen?
Diese haben übrigens, nebenbei bemerkt, in 2010 gegenüber 2009 die Leistungen für Prävention (ob Migranten oder nicht) um eben mal 33% gekürzt!
Auch liest man von Bestrebungen, die zu betrieblich finanzierten (Krebs-)Vorsorgechecks führen sollen. Das war letztens im TV zu hören und dafür macht sich die Burda-Stiftung stark und hat eine entsprechende Petition ausgearbeitet.
Zitat:
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die betriebliche Prävention zu einer zentralen Säule der Gesundheitsvorsorge in Deutschland auszubauen.
Darüberhinaus möge er die Bundesregierung auffordern:
............
>transparente Rahmenbedingungen und Anreize für Prävention in Unternehmen zu schaffen,
...........
: Zitat Ende
Allmählich kommt es mir so vor, als wolle man die Krankenkassen dadurch entlasten, dass man nicht Ausgaben verringert, sondern diese einfach auf andere ablädt. Wie anders ist zu erklären, dass man sage und schreibe ein Drittel Ausgaben bei der Prävention zusammenstreicht, aber diese andererseits "auf Kreisebene" für arbeitslose Migranten wieder empfohlen wissen will?
Was ist mit den urdeutschen Arbeitslosen? Oder den Deutschstämmigen überhaupt? Brauchen die keine Ratschläge und Infos zu "Behandlung, Reha und Prävention"? Oder müssen die das einfach selbst bezahlen?
Aber wahrscheinlich bin ich nur wieder schwer von Begriff! Oder doch nicht?
@morgan le fay
Wenngleich das Infomercial des LRA sehr rudimentär ist (Anhänge fehlen völlig), handelt es sich doch offensichtlich um drei unterschiedliche Projekte!