Konservativ oder intelligent

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Was hat Aufgeschlossenheit mit dem IQ zu tun?
Freitag, 26. Februar 2010 - 20:58
IQ

© Maren Beßler / PIXELIO

Menschen mit einem höheren IQ sind nach einer aktuellen Studie in Social Psychology Quarterly ideologisch tendentiell aufgeschlossener, sind Atheisten und - dies gilt angeblich nur für die Männer in dieser Gruppe - weniger promisk. Dies hängt laut Satoshi Kanazawa, einem Evolutionspsychologen an der London School of Economics and Political Science, damit zusammen, dass intelligentere Menschen eher zu evolutionsgeschichtlich jüngeren Vorlieben und Werten neigen als ihre weniger intelligenten Zeitgenossen. Stark vereinfachend könnte man sagen, sie sind Neuem gegenüber aufgeschlossener und eher bereit es auszuprobieren. Evolutionsgeschichtlich jung sind also jene Vorlieben und Werte, die in unseren Vorfahren biologisch noch nicht angelegt waren und über die sie deshalb noch nicht verfügten. Im Gegensatz hierzu sind Verhaltensweisen, die unsere Altvorderen seit Millionen Jahren pflegten, evolutionsgeschichtlich alt. Als Beispiel ließe sich hier die Erkenntnis aus einer früheren Studie nennen, nämlich dass die Intelligenzia unserer Vorfahren nachts länger wach war als ihre weniger begabten Kollegen. Weil künstliches Licht noch nicht verfügbar war, ging man nämlich typischerweise kurz nach der Abenddämmerung schlafen und stand kurz vor dem Morgengrauen wieder auf. In der Nacht weniger zu schlafen war insofern evolutionsgeschichtlich eine Neuerung.

In seiner aktuellen Studie führt Kanazawa weiter aus, dass der Mensch von der Evolution her zu Konservativismus neigt. Die Sorge um die eigene Familie und die Freunde steht im Vordergrund, während die evolutionsgeschichtlich jüngere Verhaltensweise die liberale Sorge um eine unbegrenzte Anzahl genetisch nicht verwandter Fremder ist, die man möglicherweise nicht einmal persönlich kennt. Daten der National Longitudinal Study of Adolescent Health (Add Health) untermauern Kanazawas Hypothese: Junge Erwachsene, die sich selbst als "sehr aufgeschlossen" bezeichnen, haben einen durchschnittlichen IQ von 106 in der Adoleszenz. Bei denjenigen dagegen, die sich als "sehr konservativ" bezeichnen, liegt der IQ im Durchschnitt bei 95.

Analog wird in der Studie Religion als althergebrachtes Produkt menschlicher Paranoia und Promiskuität als (für die Männer) evolutionsgeschichtlich gewohntes Verhalten gedeutet.

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Kommentare

IQ + konservativ

Zitat: Bei denjenigen dagegen, die sich als "sehr konservativ" bezeichnen, liegt der IQ im Durchschnitt bei 95.

Ein Schelm (nein viele Schelme), die jetzt politsch gesehen, das gleiche denken wie ich!

reinhard spiegler

 

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