"Kommen Sie bitte gleich mit, Sie müssen nicht warten."
Eigentlich wollte ich die Angelegenheit mit der Verweigerung der Gewährung eines zeitnahen Arzttermines auf sich beruhen lassen und nicht mehr darüber berichten. Nachdem nunmehr auch Morgan le Fay sich dieses Themas auf bruchsal.org angenommen hat Papier ist geduldig - Der Patient und seine Rechte und ich bereits mehrfach auf diese Angelegenheit angesprochen wurde, nun doch die Fortsetzung der Geschichte.
Am vergangenen Dienstag nahm ich nunmehr tatsächlich den Termin wahr, den der privat versichterte Martin mit der fraglichen Augenarztpraxis vereinbarte: Test "erfolgreich".
Überpünktlich, bereits 10 Minuten vor dem Termin, marschierte ich in der Praxis ein. Etwas enttäuscht war ich schon. Ich erwartete, nach den dicken Armen, die am Telefon gemacht wurden, schnieke, durchgestylt mondäne Praxisräume. Ich fand jedoch lediglich ein großes, fast leeres Wartezimmer vor, eingerichtet im Stil der 80er Jahre, und gleich neben dem Praxiseingang die Anmeldung.Die Sprechstundenhilfe hinter dem Kundenempfang schaute nur kurz hoch als ich die Praxisräume betrat und widmete sich dann weiter einer Kundin, deren Krankendaten sie gerade aufnahm. Eine gewisse Beunruhigung bei der Dame hinter dem Kundenempfang war aber gut spürbar, nachdem sie meiner ansichtig wurde. Jählings sprang die Sprechstundenhilfe auf, entschuldigte sich bei der Kundin „ich bin gleich wieder da" und verschwand in einem langen Gang, um nach einem kurzen Moment wieder zurück zu kommen, sich wieder der Kundin widmend.
Kurz darauf öffnete sich am Ende des langen Ganges eine Tür und auf mich kam Dr. X (Namen geändert) mit den Worten „So, Herr Schmitt, kommen Sie bitte gleich mit, Sie müssen nicht warten", Dr. X (Namen geändert) zu und bat mich, ins Behandlungszimmer zu folgen.
Dr. X erklärte mir dort, nachdem mir ein Platz angeboten wurde, dass die Ablehnung meiner Person als Patient kein böser Wille sei, sondern in dieser Form durch den Gesetzgeber und dessen Gesetzgebung gefördert bzw. verursacht wäre. Ein Augenarzt erhielte pro Patient im Quartal 21 Euro (ein Bekannter sagte mir, es seien 48 Euro - wie auch immer). Zu dem seien auch der Gesamtbetrag, den ein Arzt von den gesetzlichen Krankenkassen erhielte, gedeckelt, was hieße, dass ein neuer Patient keinen Mehrumsatz bedeute, sondern dieser neue Patient ohne Honorar behandelt werden müsse. Weiterhin wies mich Dr. X daraufhin, dass ich doch gerne zu Kollege A oder B (auch diese Namen geändert) gehen könne, diese hätten ganz sicher noch freie Kapazitäten. Und als weitere Alternative solle ich mir überlegen, zu einem Augenarzt nach Karlsruhe zu fahren; Dr. X würde zu Arztbesuchen auch nach Karlsruhe fahren.
Nach diesen mir gewährten Einblicken in das Denken eines Facharztes wurde ich von Dr. X mit Handschlag verabschiedet. Ich verließ darauf hin die Praxis, reicher geworden um einige Erkenntnisse.
Resümierend darf ich feststellen, dass, obwohl ich in meinem schnell hingeschriebenen Beitrag auf bruchsal.org (Brillenträger haben's schwer in Bruchsal) ganz bewusst keinen Namen nannte, sich jedoch wohl sehr schnell Dr. X durch meinen Artikel angesprochen gefühlt hat - trotz dem Dr. X während unseres Gespräches mehrfach heftig versicherte, „meine" Onlinezeitung nicht zu kennen und darüberhinaus nie zu lesen. Vergessen wir aber bitte nicht, dass Dr. X mich sofort mit „Herr Schmitt" ansprach, obwohl ich mit der Sprechstundenhilfe noch kein Wort gewechselt hatte, diese also eigentlich gar nicht wissen konnte, wen sie vor sich hatte - angemeldet war Martin ... kein Rolf Schmitt.
Was bleibt?
Nach meiner Überzeugung gibt es in Deutschland eine Zweiklassenmedizin, nach Meinung anderer mittlerweile sogar eine Dreiklassenmedizin. Am unteren Ende dieser „Patientenpyramide" stehen die uninteressanten, die Brot-und-Butter-Kunden, also die Kassenpatienten. Die mittlere "Pyramidenschicht" bilden die gesetzlich versicherten Vorauszahler (die bevorzugt behandelt werden, da der Arzt oft Privatpreise bezahlt bekommt, sein Geld sofort hat und nicht erst Wochen und Monate später), und an der Spitze dieser „Patientenpyramide" stehen die Privatpatienten, deren Honorarsatz mindestens das 2,3fache des GOÄ-Satzes (Gebührenordnung der Ärzte) beträgt.Selbst habe ich ebenfalls die Erfahrung gemacht, als Privatpatienten bevorzugt behandelt zu werden. Als ich vor langen Zeiten privat versichert war, wurde ich bei einem Facharzt gleich nach der Anmeldung in ein separates, leeres Wartezimmer geleitet und nach kürzester Zeit an den Kassenpatienten im überfüllten Warteraum vorbei ins Behandlungszimmer geführt. Dabei fühlte ich mich nicht wohl.
In Deutschland herrscht zwar lt. Gesetz für Kassenpatienten freie Arztwahl (zumindest soweit „Alle Kassen" auf dem Praxisschild steht), diese freie Arztwahl (freie Arztwahl bedeutet, dass sich der Patient zur Behandlung grundsätzlich an einen frei gewählten Arzt seines Vertrauens wenden kann (Wikipedia: Ärztliche Behandlung/Freie Arztwahl)) diese gesetzliche Vorgabe jedoch durch die Ärzteschaft ausgehebelt werden kann, in dem diese, wie beispielsweise in meinem Fall, auf einen Termin verweisen, der in so ferner Zukunft liegt, dass sich der Patient quasi „freiwillig" so frei ist, sich einen anderen Arzt zu wählen.
Wie geht es weiter?
Ich werde versuchen einen Augenarzt zu finden, der meinen Augenhintergrund untersucht, da dies mittlerweile medizinisch dringend geboten ist. Die neue Stärke meiner Brillengläser lasse ich bei einem Optiker ermitteln.
Nachbemerkung
Eben erntete ich beim Erzählen meiner Geschichte einen großen Lacher von einem Bekannten. „Du bist aber ein Traumtänzer! Ich selbst habe mich vor weit über zwei Jahren bei Dr. X auf diese ominöse Warteliste setzen lassen. Ich hab extra gefragt, ob ich auch tatsächlich angerufen würde. Fast empört hat mir die Sprechstunde damals gesagt, dass sie selbstverständlich anrufen würde, sobald ich an der Reihe wäre - bis heute habe ich nichts mehr von dieser Praxis gehört. Glaub weiter an den Weihnachtsmann!"
© Rolf Schmitt
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Kommentare
Das Problem betrifft eher die Fachärzte
Ich kann die Existenz einer 3-Klassen-Medizin nur bestätigen. Wer so dumm war, mit seiner Kasse Kostenerstattung zu vereinbaren, wird zwar (fast) wie ein Privatpatient behandelt, er bekommt aber auch Privatpreise in Rechnung gestellt. Diese werden freilich von einer gesetzlichen Kasse nicht voll erstattet.
Fairerweise muss ich darauf hinweisen, dass dieses Gebaren einzelner Ärzte eher ein Phänomen bei Fachärzten ist und nicht so sehr bei Allgemeinärzten anzutreffen ist. An dieser Stelle muss ich beispielsweise meinen Hausarzt, Dr. Schwendemann, lobend herausstellen. Da gibt es im Wartezimmer weder penetrante Jammerplakate über das "pöse" Gesundheitswesen, es werden einem keine IGeL aufgenötigt und Kassenpatienten werden auch nicht in miefigen und siffigen Wartezimmern abgestellt.
Der Altersdurchschnitt niedergelassener Ärzte liegt mittlerweile bei 55-58 Jahren, mit 67 erlischt nach momentaner Regelung die Kassenzulassung.
In BaWü hat man Facharztausbildungen mit Steuergeldern mit 8, 8 Millionen Euro jedes Jahr subventioniert, um "Anreize" zu schaffen, sich als Arzt niederzulassen. Und genau diese Fachärzte tanzen nun denjenigen, die ihr Studium zum Teil mitfinanziert haben, auf der Nase herum.
Ich gebe gerne zu, dass Arzthonorare nicht mehr üppig sind. Diese bewegen sich nach einem komplizierten Berechnungssystem bei 35 - 60 Euro! Nicht pro Monat, sondern pro Quartal!! Egal, wie oft der Patient kommt.
Insofern kann ich die Einlassungen der Augenarztpraxis von Rolf Schmitt zwar verstehen, aber einen Termin zu vergeben, der mehr als ein halbes Jahr in der Zukunft liegt, ist eine Handhabung, die einfach indiskutabel ist.
Ich wünsche mir für solche Leute, dass sie auf einen Termin beim Frisör und in der Autowerkstatt ebenfalls ein halbes Jahr zu warten haben. Vielleicht hilft das, die Ignoranz in den Griff zu bekommen.
Apartheid beim Arzt - wer ist schuld?
Im beschriebenen Konflikt verlaufen die Fronten nur scheinbar dort, wo sie sichtbar werden, nämlich zwischen Arzt und Patient. Tatsächlich ist der Arzt aber ebenfalls Opfer eines ursprünglich revolutionären, inzwischen aber in der vorhandenen Form obsoleten Systems, das in seiner Geschichte mit den sich ändernden Umgebungsvariablen und wachsenden Anforderungen nie mitgewachsen ist. Eine ähnliche Problematik erleben wir, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen, in der Bildungspolitik, wo Strukturen im Prinzip noch vor-68er Zustände widerspiegeln. Wie ein solches Mitwachsen des gesetzlichen Versicherungsschutzes angesichts rapide steigender Kosten im Gesundheitswesen - man denke nur an die immer bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten und die im selben Atemzug exlodierenden Kosten - zu bewerkstelligen sein soll, ist dann die nächste Frage, deren Beantwortung mit Sicherheit alles andere als einfach ist. Umgekehrt darf das Fehlen von fertigen Antworten natürlich auch nicht dazu führen, dass wir aufhören Fragen zu stellen.
Klar ist jedenfalls, dass ein niedergelassener Arzt, der immer auch Unternehmer ist, von seinen Kassenpatienten weder leben noch sein Unternehmen führen kann. Erklärtermaßen - und hier glaube ich persönlich nicht an Stimmungsmache oder sozialchauvinistische Rhetorik seitens der Ärzteschaft - sind es die Privatpatienten, die es den Arztpraxen erlauben, Ihren Patienten Medizin auf der Höhe der Zeit anzubieten, indem sie etwa teure Diagnosegeräte anschaffen, die ohne Privatpatienten ganz einfach nicht finanzierbar wären, die aber so auch den gesetzlich Versicherten zur Verfügung stehen. Damit ist es faktisch so, dass die privaten Kassen die gesetzlichen zumindest indirekt mitfinanzieren. Wie unehrlich es also ist, wenn immer wieder Forderungen laut werden, den Privaten einen Riegel vorzuschieben, ist leicht ersichtlich. Die bestehenden Probleme einer Mehrklassenmedizin verursachen eben nicht sie, sondern ganz klar die Gesetzlichen, die nicht in der Lage sind die Leistungen, die ihre Mitglieder beim Arzt in Anspruch nehmen, angemessen zu bezahlen. Wer als Privatpatient seine Rechnungen nach einem Arzt- oder Klinikbesuch einmal kritisch anschaut, wird leicht feststellen, dass hier nicht etwa Phantasiehonorare verlangt werden, sondern durchaus realistische und nachvollziehbare Aufwandsentschädigungen zur Anrechnung kommen.
Vielmehr ist es wohl einfach an der Zeit das Modell der gesetzlichen Krankenversicherungen, vielleicht auch das der Renten- und Pflegeversicherung, zu überdenken und heutigen Gegebenheiten anzupassen, die zur Zeit Bismarcks eben noch andere waren. Alle bisherigen Reförmchen gingen jedenfalls deutlich am Kern des Problems vorbei. Welchen Sinn macht es denn beispielsweise, wenn gesetzliche Kassen mit ihrer zwangsverpflichteten Klientel beginnen sich in einer Art Pseudo-Wettbewerb gegenseitig die Mitglieder abzuwerben?
Wieviele unserer Volkvertreter aber ihren Arzt als Kassenpatienten aufsuchen, mag dabei zumindest einen Hinweis darauf geben, warum bis dato keine Regierung hier das Heft in die Hand genommen und eine Reform auf den Weg gebracht hat, die die vorhandenen Misstände auch nur ansatzweise angeht.
Falsche Folgerung
Sehr geehrter Herr Kretz,
richtig ist, dass der Aufwand, den man beim Behandeln einer Erkrankung betreiben KANN, immer größer wird. Ob dieser Aufwand im Einzelfall sachdienlich ist, sei für ´s Erste mal dahingestellt. Richtig ist auch, dass durch den demografischen Wandel die Belastungen für eine Solidarkasse wie die gesetzliche Krankenkasse extrem angestiegen sind.
Keinesfalls ist es aber richtig, dass die Ärzte nur dank der Privatpatienten überleben können. Allein schon der Umstand, dass die Ärzte ihre Verträge mit den Kassen nicht freiwillig beenden wollen, belegt diesen Umstand. Im Jahre 2008 erhielt beispielsweise jede Arztpraxis aus der GKV mehr als 230.000 Euro. Dieser Betrag ist freilich brutto, vor Steuern und Betriebskosten. Der durchschnittliche Umsatz mit Privatpatienten dagegen betrug nur rund ein Fünftel, also ca. 46.000 Euro. Natürlich ist die Gewinnspanne beim Privatversicherten größer als beim Kassenpatienten. Aber daraus ableiten zu wollen, der Arzt könne nicht ohne Private überleben, ist ein gern von Ärzten erzähltes Märchen.
Natürlich ist ein Arzt auch Unternehmer. Was ihn jedoch vom Friseur unterscheidet, ist seine große moralische und ethische Verpflichtung gegenüber den Menschen, die von ihm Hilfe erwarten und erwarten dürfen, und die er auch in Form eines Eides und der Anerkennung der ärztlichen Berufsordnung eingegangen ist.
Sollte ein Arzt also, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr mit seinem Einkommen zufrieden sein können, dann ist ganz sicher der Patient/Beitragszahler der Letzte, der dafür mit ewigen Terminwartezeiten, unnötigen IGeLn und schikanöser Behandlung abgestraft werden darf. Vielmehr sollte er dann seine Standesvertretungen und Interessenverbände mobilisieren, um zu seinem vermeintlichen Recht zu kommen und nicht in feiger und perfider Weise die Schwächsten im System sanktionieren.
Der Wettbewerb unter den viel zu vielen gesetzlichen Kassen sorgt für Rabattverhandlungen mit den Vertragspartnern. So hat z.B. die AOK mit 1A-Pharma Preise aushandeln können, die z.T ein Zehntel des Ursprungspreises betrugen.
Zu meinem Bedauern hielt es die FDP für nötig, Zusatzbeiträge von den Versicherten zu erlauben, statt endlich den in der Welt einmaligen und für Verbraucher unsäglichen Patentschutz auf angeblich neue Medikamente zu novellieren und endlich mal mit einem Paukenschlag die Lobbyisten der Pharmabranche zu entmachten. Seehofer weiß ein Lied davon zu singen...
Angebote für Kassenpatienten werden eingeschränkt
Gefühlter Mangel - Trotz aller Klagen gibt es genügend Ärzte - nur nicht für alle: Weil Doktoren mit Privatversicherten mehr verdienen können, schränken sie ihr Angebot für Kassenpatienten ein. Aus SPIEGEL vom 23. April 2011.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78145138.html
Aber nicht mehr lange...
Schon der erste Satz im Bericht bei SPON ist nicht korrekt:
"Trotz aller Klagen gibt es genügend Ärzte - nur nicht für alle"
Im Durchschnitt sind niedergelassene Ärzte 56-57 Jahre alt und geben in spätestens 10-12 Jahren ihre Praxen auf. Während es dann in den Ballungszentren noch ausreichende Ärzte geben mag, wird "auf dem Land" (etwa 70% der Landesfläche BWs) die Lichter ausgehen.
SPIEGEL ONLINE liest bruchsal.org?
Ärzte diskriminieren Kassenpatienten systematisch
SPON-Artikel nicht ganz korrekt
Dass es die 2-Klassen-(eigentlich 3-Klassen-)Medizin gibt, ist glaube ich unbestritten.
Was mich regelmäßig ärgert, ist einerseits die Behauptung der Privatversicherten, der Arzt könne nicht ohne sie überleben und andererseits die Chuzpe der Ärzte, mit der sie glauben, dass man auch unter den gesetzl Versicherten die Bevorzugung der Privatversicherten als selbstverständlich nachvollziehbar halten müsse. So nach dem Motto: Ihr würdet doch auch lieber auf einer Baustelle arbeiten, wo ein gescheiter Lohn gezahlt wird, oder?
Dass der Bauarbeiter aber Pinsel, Eimer und Kelle nur dadurch hat, dass er eben auch zig Baustellen bedienen darf, wo eben nicht so gut gezahlt werden kann, wird geflissentlich verschwiegen.
Ich möchte mal sehen, wie man ein Gesundheitssystem auf unserem Niveau von den rund 35 Milliarden finanzieren wollte, die die PKV aufbringt!?
Aber ich verfehle das Thema. Ich beziehe mich auf eine Erhebung des Dr. Kopetsch bei der BÄK, wenn ich behaupte, dass es zwar (im Jahr 2006) zahlenmäßig mehr Ärzte denn je in D gab, aber durch aufwändigere und länger dauernde Behandlungen und nicht zuletzt durch die Feminisierung des Arztberufes die zur Verfügung gestellte Sprechzeiten bzw. Behandlungszeiten deutlich zurückgingen.
Hierin liegt übrigens auch eine Lüge der angeblich mit Ärzten "überversorgten" Planungsbezirke. Längst ist nicht jede durch eine Ärztin betriebene Praxis, die einen Planungsbezirk als versorgt ausweist, auch in vollem Umfang für den Patienten da. Das geht soweit, dass man in Kliniken Ärztin/Kind-Betreuungen einrichten will, um der Frau unter den Ärzten die Möglichkeit zu geben, der Arbeit nachzukommen und gleichzeitig beim eigenen Kind sein zu können. Schon in 2006 waren von 100 Ärzten fast 64 weiblich.
Insofern ist der Satz aus dem verlinkten Artikel
Zitat: "Generell kann von Ärztemangel jedenfalls keine Rede sein. Denn insgesamt ist die Zahl der Kassenärzte in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich gestiegen, um 40 Prozent auf mehr als 137.000"(Zitat Ende)
richtig und doch falsch, denn die bloße Zahl an Medizinern sagt nichts aus.
Falls ich noch nicht darauf hingewiesen haben sollte:
Die SPD hat (zugegebenermaßen etwas populistisch) angeregt, Ärzte zu sanktionieren, die nicht binnen 2 Wochen einen Termin anbieten. Grundsätzlich stimme ich einem solchen Vorschlag zu.
Außerdem hat sich die AOK verpflichtet:
Zitat: "Doch auch beim ganz alltäglichen Arzttermin unterstützt die AOK ihre Versicherten bei Bedarf. Zum Beispiel mit einem Facharztterminservice. Wenn etwa der Hausarzt zum Facharzt überweist. Und der Patient dann wochenlang keinen Termin bekommt. Eine solche Wartelisten-Medizin muss nicht sein. Deshalb kümmert sich die Gesundheitskasse im Rahmen dieses regionalen Projektes bei Bedarf um einen kurzfristigen Termin in Wohnortnähe." (Zitat Ende)
Nachzulesen ist das im Faltblatt "Perspektiven" der AOK.
LASSEN SIE SICH ALSO NICHTS GEFALLEN!