Kauf der EnBW-Aktien - Das Wortprotokoll
Aus gut informierten Kreisen wissen wir, wie der Kauf der EnBW-Aktien zustande kam. Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg und Vorstandsvorsitzende der EnBW sitzen zu Tisch.
Das Wortprotokoll.
Ort der Handlung: Feinfresschen in der Taube zu Thronbach
Teilnehmer: Stefan M., Hans-Peter V.
Hans-Peter zu Stefan: Du Stefan, wir müssen jetzt wirklich Leute entlassen, um die 700 Millionen € Brennelementesteuer wieder reinzuholen, die uns Angela aufgebrummt hat (Presse 29.7.2010!). Auch beim Kauf des Energieversorgers EWE haben wir uns um ein paar Hundert Millionen überhoben. Rudolf hat deshalb den Finanzvorstand hingeschmissen (Presse 29.3.2010) und hierbei netterweise Krankheit vorgeschoben. Das Loch müssen wir auch noch zumachen.
Stefan zu Hans-Peter: Das kannst Du nicht machen. Im März ist Landtagswahl. Die Umfragen sind schlecht und wenn die Grünen mit der SPD die Wahl gewinnen, sind nicht nur wir weg vom Fenster. Das nützt euch auch nicht! Und bitte berücksichtige, dass Tanja Dich mit der Atomaufsicht auch nicht gerade quält. Wir nehmen auf Euch Rücksicht, soweit es irgend geht (Greenpeace: Presse 28.2.2011).
Hans-Peter zu Stefan: Ahh. Die Taubenbrüstchen sind einfach köstlich!. Räusper. Es wäre schon schade. Gerhard St. würde ich vermissen. Wir arbeiten wirklich angenehm zusammen. Aber noch ist nichts verloren. Die letzten Umfragen sehen schon viel besser für uns aus. Aber - ich habe eine Idee! Wie wäre es, wenn Du die Anteile, die die Franzosen an uns halten, kaufen würdest. Das kannst Du im Landtagswahlkampf prima verkaufen. Schwaben schätzen es, wenn der Landesvater geschäftstüchtig ist. Und wir sind die lästigen Franzosen los.
Ich fände es auch gar nicht gut, wenn die Atomaufsicht von einem Grünen gemacht würde. Was das wohl wieder kosten würde! Wenn wir nach dem Kauf und der Wahl auch noch die Strompreise saftig anheben, steigt der Aktienkurs und Du kannst hinterher noch mit einem Gewinn angeben!
Stefan zu Hans-Peter: Mhh. So einfach geht das nicht. Die Linksfront im Landtag findet es zwar toll, wenn wir die Aktien kaufen. Die denken dann natürlich an Verstaatlichung. Dämlich! Trotzdem können die im Landtag dumme Fragen stellen. Ich bin halt ein wenig spontan und wenn ich dann was Falsches sage, platzt der Deal am Ende noch.
Hans-Peter zu Stefan: Du braucht doch nicht den Landtag. Ich bespreche das mit Parteifreund Dirk N. Der lässt Dir ein tolles Gutachten stricken - das kannst Du nach dem Kauf den linken Kollegen vor die Nase halten. Mhh. Das Rinderfilet ist hier wirklich einzigartig.
Stefan zu Hans-Peter: Könnte so gehen. Gute Idee. Wir müssen alles daran setzen, dass unsere gute Zusammenarbeit nicht gestört wird. Und - was müssen wir den Franzosen zahlen?
Hans-Peter zu Stefan: Na ja - die wollen schon noch was verdienen dabei. Da musst Du schon ein bisschen großzügig sein. Aber das ist kein Problem. Wenn wir unsere Profitrate bei 15 Milliarden Euro Stromumsatz um nur 7 % erhöhen, verdoppeln wir den Gewinn. Die Preiserhöhung merkt der Stromkunde nicht. Und wenn, gibt's ja noch die Klimarettung als Argument. Damit lässt sich auch ein hoher Kaufpreis über steigende Aktienkurse locker finanzieren. Du musst die Aktien halt an die Börse geben.
Stefan zu Hans-Peter: Na ja. Das stimmt schon. Allerdings könnte ich das den Linken nicht verkaufen. Verstaatlichungsvorstellungen (6.12.2010 - Homepage CDU: Kauf fürs Gemeinwohl) und Börsengang (angekündigt Presse 8.12.2010) passen ja gar nicht zusammen. Aber wenn wir die Landtagsberatung vermeiden, fragt auch niemand dumm.
Hans-Peter zu Stefan: Wenn Du die Wahl gewonnen hast und wir die Franzosen rausgekauft haben, geht alles weiter wie bisher. Die Leute vergessen doch alles - das weißt Du doch. Upps. Die creme brulee war vielleicht doch etwas üppig.
Stefan zu Hans-Peter: Innerparteilich gibt es sowieso keine Schwierigkeiten. Irgendeinen Posten braucht doch jeder, wenn er von der Politik die Schnauze voll hat. Da helfe ich ganz vielen Parteifreunden mit!
Prost!
N.S. Die Namen und Funktionen der handelnden Personen sind rein zufällig.
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Kommentare
Wie wird dann erst das
Wie wird dann erst das Gespräch zwischen Schröder und Gazprom ausgesehen haben?
Ich vermute mal da gab es: "Weise Tauben Brüstchen als Hauptgang und Engelszungen zum Dessert"...
Die Wähler vergessen schnell... solange beim panem das circenses stimmt.
Mappus widerlegt Mappus widerlegt Mappus
Der amtierende Ministerpräsident ist offenkundig gefährlicher als Fukushima I. Dort laufen zwar ungeregelte Kernspaltungsprozesse ab, über deren physikalische Grundlage man sich immerhin im klaren ist. Da weiß man in etwa, was man tun kann und was besser nicht.
Weniger klar sind die Handlungen von Mappus. Nach der von Mappus veranlassten Abschaltung von Philippsburg I schaltet er das Atomkraftwerk urplötzlich - vor der Landtagswahl - rhetorisch wieder an. Die Begründung immerhin ist EnbW-kompatibel. Neckarwestheim muss aufwendigst nachgerüstet werden und verspricht keine nennenswerte Gewinne mehr. Philippsburg I hingegen, so Mappus (!), sei "profitabel".
Ich kann nur vermuten, dass die Herren V. und M. wieder einmal essen waren und Herr M. von einem Wahlsieg ausgeht und davon, was er ab kommenden Montag tatsächlich zu tun beabsichtigt. Oder hat jemand andere Erkenntnisse?