Karlsruhe und Bruchsal Verlierer beim Stuttgart 21-Stresstest

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Pendlerzüge nicht berücksichtigt
Freitag, 28. Oktober 2011 - 8:33

Seine Befürchtungen hinsichtlich der zukünftigen schnellen Anbindung der Region Karlsruhe – Bruchsal an die Landeshauptstadt Stuttgart sieht der ökologische Verkehrsclub VCD mit der Vorstellung der Stuttgart21-Stresstest-Ergebnisse bestätigt: „Anstatt das heutige An­gebot von drei Intercity-Zügen im morgendlichen Berufsverkehr von Karls­ruhe über Bruchsal nach Stuttgart beizubehalten, streicht die DB beim Stuttgart21-Stresstest diese Verbindungen während der Haupt­ver­kehrs­zeit auf nur noch eine Verbindung zusammen“, kritisiert VCD-Landes­vorsitzender Matthias Lieb den von der DB vorgelegten Fahrplan zum Stresstest für Stuttgart 21. Karlsruhe und Bruchsal seien die Verlierer des Stresstestes, beklagt der VCD. Die „Magistrale für Europa“ komme beim DB-Stresstest überhaupt nicht vor, vielmehr sei sogar die TGV-Verbindung während der Spitzenstunde dem Stresstest zum Opfer gefallen und nicht berücksichtigt worden, so der VCD.

Obwohl der Stresstest 30% mehr Züge als heute berücksichtigen solle, seien beim Stresstest-Fahrplan von Karlsruhe nach Stuttgart weniger Züge als heute vorgesehen, kritisiert Matthias Lieb das DB-Konzept.

Mit Fahrplänen, die den Kundenbedürfnissen widersprechen, gewinnt man keinen Stresstest“, erklärt Matthias Lieb und beklagt, dass die Fahr­pläne „im stillen Kämmerlein“ von DB-Strategen ausgetüftelt wurden, die sich nur um die Durchführbarkeit, nicht aber an der Fahr­gast­nachfrage orientiert hätten. Die DB habe aus VCD-Sicht bewusst vermieden, sinnvolle und notwendige Ergänzungen der Infrastruktur beim Stresstest zu berücksichtigen und nehme dafür für ihre Kunden untaugliche Fahrpläne in Kauf. „Kapazitätsbestimmend für den neuen Bahnhof und seine Zulaufgleise muss ein attraktiver Fahrplan für die Berufspendler sein und nicht die Vorgabe, keine weiteren Kosten zu produzieren“, so Matthias Lieb zum geplanten Milliardenprojekt.

Die VCD-Auswertung des Stresstest-Fahrplans ergibt folgende schnellen umsteigefreien Zugfahrten von Karlsruhe und Bruchsal nach Stuttgart im morgendlichen Berufsverkehr:

­Heute

  IC IRE ü PF IC IC IC ü PF IC IRE ü PF IC
Karlsruhe Hbf 05:59 06:01 06:37 06:59 07:06 07:41 08:05 08:06
Bruchsal 06:17 kein Halt 06:54 07:19 kein Halt 07:58 kein Halt 08:19
Stuttgart Hbf an 06:48 06:57 07:25 07:50 08:03 08:29 08:58 08:49
Fahrzeit 00:49 00:56 00:48 00:51 00:57 00:48 00:53 00:43

­Stresstest Stuttgart 21

  IRE ü PF IC IRE ü PF IRE ü PF IRE ü PF
Karlsruhe Hbf 06:06 06:36 07:01 07:06 08:06
Bruchsal kein Halt 06:52 kein Halt kein Halt kein Halt
Stuttgart Hbf an 06:57 07:22 07:52 07:57 08:57
Fahrzeit 00:51 00:46 00:51 00:51 00:51

Quelle: Aktueller Fahrplan und Unterlagen Stresstest Stuttgart 21 der DB vom 30.06.2011

Angesichts dieser für Karlsruhe und Bruchsal negativen Ergebnisse fordert der VCD die Politik rund um Karlsruhe auf, Konsequenzen aus den Ergebnissen zu ziehen und weder den Fahrplan der DB noch die Ergebnisse des Stresstestes zu akzeptieren.

Auch für Pforzheim und Mühlacker sowie für Heidelberg ergeben sich Verschlechterungen. So kommen heute in der Spitzenstunde zwischen 7 und 8 Uhr zwei IC-Züge von Heidelberg an – beim Stresstest-Fahr­plan überhaupt keiner. Von Pforzheim und Mühlacker nach Stutt­gart fahren zwei Züge im 5-Minuten-Abstand und dann erst wieder nach einer Stunde ein Zug. Heute besteht hier nahezu ein 30-Minuten-Takt im Berufsverkehr.

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Kommentare

Es wird nichts nützen

Dieser Umstand muss den Bruchsaler Grünen schon bekannt gewesen sein, denn die Frequenzeinbußen für Bruchsal war der bereits von Frau Birkle vor Wochen erwähnt worden und Hauptgrund für die hiesigen Grünen, S21 abzulehnen.

Aber ob man die Kosten ins Feld führt oder das Abhängen halb Nordbadens vom Schienenverkehr.., es wird wahrscheinlich alles nichts nützen.

Ich finde es auch höchst bedauerlich, dass die S21-Befürworter mit einem Plakat für ihr Projekt werben können, bei dem mit einer "Milliarden-Strafe" gedroht und Angst gemacht wird, wenn das Land aus der Finanzierung aussteigt.

Warum werden die Verträge nicht im Vorfeld dahingehend gecheckt? Warum ist eine Reklame erlaubt, die womöglich die Unwahrheit behauptet und eine richterliche Entscheidung vorweg nimmt? Sollte man nicht eine einstweilige Verfügung erlassen, damit solche Plakate verschwinden?

Wie auch immer..Für mich liegt das Kind bereits im Brunnen. Ich glaube nicht, dass die Volksabstimmung nun noch etwas dreht, so sehr ich mir das wünschen würde.

 

 

 

Lachnummer Stresstest

Ein Stresstest, theoretisch und auf die eigenen Vorstellungen ausgelegt, ist reine Augenwischerei. Das funktioniert nicht bei der Bahn und nicht bei den Banken. Dass bei der Bahn durch S21 einige Regionen schlechter bedient werden sollen, müsste, wenn es stimmt, durch Politiker dieser Regionen öffentlich gemacht werden. Unabhängig von der Parteizugehörigkeit. Aber wache Politiker sind wohl nur Wunschträume.

Zustimmung

Zitat:

Dass bei der Bahn durch S21 einige Regionen schlechter bedient werden sollen, müsste, wenn es stimmt, durch Politiker dieser Regionen öffentlich gemacht werden. Unabhängig von der Parteizugehörigkeit.

Zitat Ende

Das finde ich auch. Ich habe das hier bei bruchsal.org zwar bereits mal gepostet, als ich einen Beitrag von Rolf Schmitt kommentierte, aber offiziell ist vom Stadtrat meines Wissens nichts dazu veröffentlicht worden.

Zweistündliche Anbindung im Fernverkehr

Bereits gestern, 27. Oktober 2011, hat das Landratsamt in einer Pressemitteilung hierzu Stellung genommen. Danach reduzieren sich die Fahrtzeiten nach Stuttgart Flughafen und Ulm durch Stuttgart 21 wesentlich. Vorgesehen ist eine zweistündliche Anbindung zwischen Stuttgart und Karlsruhe über Bruchsal.

http://www.bruchsal.org/story/verwaltungsausschuss-des-kreistags-tagte-0

Anbindung im Fernverkehr, Stellungsnahme des Stadtrats

Herr Schmitt,
Ihre Antwort verstehe ich nicht. Morgan le Fay hat nach einer Stellungnahme des Stadtrats und nicht des Landratsamts gefragt.
Aus dem aufgeführten Fahrplan ist ersichtlich, dass die schnellen Verbindungen weniger werden. Wobei die eingesparte Zeit ab Bruchsal nicht nennenswert sein kann. Heute benötigt ein IC für diese Strecke laut aktuellen Fahrplan 30 bzw. 31 Minuten.
Nicht alle Arbeitnehmer haben gleitende Arbeitszeiten. Was nützt denn eine schnelle Verbindung, wenn man wegen festen Arbeitsbeginns eine Stunde früher los muss?
Hat der Stadtrat sich damit beschäftigt, ob die ausgedünnte Verbindung die Anzahl der Fahrgäste im Berufsverkehr überhaupt aufnehmen kann?
Die geplanten neuen Verbindungen sollten vom Stadtrat, im Interesse alle Bruchsaler Pendler, kritisch betrachtet werden. Und dies öffentlich noch vor dem Volksentscheid zu Stuttgart 21.

Gesucht: Die Zauberkräfte von Morgan Le Fay!

Liebe Morgan Le Fay,

selbstverständlich werden Sie von KEINER/M der Bruchsaler Gemeinderatsmitglieder eine Meinungsäußerung zu den mittlerweile ans Tageslicht gekommenen wesentlichen Verschlechterungen im Pendlerverkehr von Bruchsal nach Stuttgart Hauptbahnhof und wieder zurück bekommen.

Zum Einen geht das Thema einem Großteil der Bruchsaler Gemeinderatsmitglieder ganz einfach am A... vorbei, zum Anderen müssten diese in einer Stellungnahme ihren jeweiligen Parteien vermeintlich in den Rücken fallen (CDU, SPD, FDP), die immer noch behaupten, die Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs würden von dem unterirdischen Bahnhof profitieren.

Wieder andere Gemeinderatsmitglieder werden sich nicht äußern wollen, da diese vehement eine Stadtbahn durch die Innenstadt von Bruchsal befürworten und sich, sobald die Diskussion zu diesem Thema wieder aufkommt, einer doch eher widersprüchlichen Argumentation überführt sehen würden.

Als Fee können Sie doch zaubern ... Vielleicht können Sie Stellungnahmen unserer Volksvertreter herbei zaubern? Die mächtige Zauberin Alcina soll Ihre Schwester sein. Vielleicht tun Sie sich mal mit dieser zusammen und be- oder verzaubern gemeinsam die MitgliederInnen des Bruchsaler Gemeinderates, damit diese Stellung zu diesem viele BruchsalerInnen betreffenden Thema beziehen?

Und wenn all diese Zauberei nichts nützt - wie wäre es mit einem offenen Brief der Zauberin Morgan Le Fay auf bruchsal.org an die Volksvertreter mit der Bitte um ein Statement?

Neues aus Avalon

Hallo Bahnfee,

Sie sind doch selbst eine vom "Kleinen Volk". Können Sie nicht selbst einen Fiat lux-Zauber sprechen?

Ich habe leider derzeit meinen Zauberstab in der Reparatur! Was immer ich auch wünschte, es trat nicht ein. Komisch, was?

Aber die Nachteile für die Brusler stimmen ja angeblich sowieso nicht. Und bei den Gemeinderäten wird man auch nicht mehr wissen, als Muggel Ruth Birkle von sich gegeben hat.

Augenwischerei

Es geht doch um S21, oder nicht? Was hat die mit Verbindungen nach Ulm damit zu tun? S21 ist doch nicht die Neubaustrecke nach Ulm!

Und mit Verlaub gesagt, wer mir erzählt, von Bretten nach Tübingen würde die Fahrzeit verkürzt, soll mir mal sagen, wie viele von Bretten nach Tübingen fahren.

Und wenn Nahverkehrszüge Verspätung haben und der Schnelle ist weg, dann mit dem Bummelzug oder 2 Stunden warten, na toll!

Die Fahrzeit und die Häufigkeit von Bruchsal nach Stuttgart zu kommen, sollte die Bruchsaler interessieren. Bruchsal verliert mit S21. Wer das nicht merkt, ist selber schuld.

 

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