Karlsdorf-Neuthard macht was los
Karlsdorf-Neuthard macht was los, so könnte man in Anlehnung eines alten Werbespots argumentieren, wenn man sich die Aktivitäten dieser Gemeinde auf dem Gebiet des Naturschutzes vor Augen führt: Nistkästen für den Steinkauz, Bienenhotels, Pflege von Streuobstwiesen (Bruchsal.org berichtetete: http://www.bruchsal.org/story/landratsamt-und-steinkauz ) und nun folgte die Anlage eines Tümpels beim Erlenwald nahe des Vogelparks Karlsdorf - wie immer in Karlsdorf-Neuthard eine gemeinsame Aktion der Gemeinde, diesesmal zusammen mit der Schönbornschule, der Feuerwehr, wieder einmal der Initiative Lebendiges Biotop Karlsdorf-Neuthard und der Firma Westenfelder Garten- und Landschaftsbau aus Eggenstein-Leopoldshafen. Die Profis mußten beteiligt werden, da die Anlage eines Tümpels viel Können und Wissen erfordert und gar nicht so einfach ist. Ein Loch graben, Plane drüber und mit Kies aufschütten, das war einmal, kann man höchstens noch im Garten mit einem kleinen Teich machen. Aber ein Tümpel in der Landschaft wird ja nicht gepflegt in dem Sinn, er muß sich also selbst erhalten und darf nicht auf Dauer trocken fallen. Wie so etwas gemacht wird, sehen Sie von A bis Z im nachfolgenden Videobeitrag. Dazu muß ich sagen, daß mir das Drehen selbst viel Spaß gemacht hat, geschah doch alles in fröhlicher und lockerer Atmosphäre, was zum großen Teil der guten Stimmung der beteiligten Kinder zuzuschreiben war. Es war ein herrlicher Frühlingstag gestern, am 25.03.2011, also beste Vorraussetzungen für das Gelingen des Werkes. Dieses war denn auch noch am gleichen Tag vollbracht, um 16.00 pumpte die Feuerwehr das erste Wasser in den Teich, in welchem sich einmal Tiere aller Art ansiedeln sollen, Amphibien wie Frösche und Lurche, Insekten wie Libellen und Fliegen sowie
natürlich auch eine bunte Vogelwelt. Vorläufig wird der Tümpel nicht bepflanzt, man wartet darauf, wie die Natur ihn gestaltet. Für die nächsten Jahre stehen weitere Aktionen an und es wäre nicht schlecht, wenn sich auch andere Gemeinden in Sachen Naturschutz so engagieren würden wie Karlsdorf-Neuthard. Aber nun zum Filmbeitrag:
Und hier lassen sich die Schülerinnen und Schüler beim Gruppenfoto noch einen kleinen Gag einfallen:
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Kommentare
So nett und sympathisch
So nett und sympathisch dieses Projekt auch anmutet, so kann ich doch nicht erkennen, daß in Karlsdorf-Neuthard Naturschutz jetzt besonders groß geschrieben würde. Dazu gehört dann doch etwas mehr als ein Schülerprojekt. Zumal noch nicht feststeht, ob sich zB eine "bunte Vogelwelt", Amphibien und Lurche auch tatsächlich einstellen und wenn, dann ist das ein einziger Teich, indem das geschieht, größere Förderungen naturnaher Gebiete (zB größere Naturschutzgebiete) sind mir auch aus dieser Gemeinde nicht bekannt, ein Vogelpark (wie ich das erinnere einige Gehege und Vögel in Käfigen, immerhin recht hübsch im Wald gelegen) ist da auch nicht besonders toll. Ich will deshalb das Projekt nicht schlechtmachen, ganz so doll ist es aber nicht, da müsste schon mehr passieren, um zu Lobeshymnen Anlass zu geben. Aber immerhin, ich wünsch den Kids viel Erfolg, vielleicht machen sich einige gerade dadurch auch weitergehende Gedanken...
Naturschutz - ohne ehrenamltlichen Einsatz unmöglich!
Ohne Zweifel - eine herausragende Aktion über die berichtet werden muss damit sie zur Nachahmung animiert.
Ehrenamtliche Mitglieder des Vereins und hoch motivierte Schülerinnen und Schüler packen mit an und erledigen die Arbeit - für die 2 Arbeitstage eingeplant waren - an einem einzigen Einsatzstag!
Ich habe nur so gestaunt, was da in Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen
alles möglich ist. Weiter so!
Das ist ja nicht...
...das erste Projekt in der Gemeinde. Seit 25 Jahren wird dort Naturschutz betrieben, das Flächenhafte Naturdenkmal, auf dem jetzt dieser Teich reaktiviert wurde, war früher eine Müllkippe und wurde ebenfalls aus einer Initiative aus der Schule heraus renaturiert, die Schule beteiligt sich schon seit Jahren an solchen Aktionen, es ist auch alles eine Geldfrage und manches geht nicht so schnell, wie man es vielleicht haben möchte. Aber immerhin ist ein Netzwerk aus Gemeinde, Vereinen, Schule und interessierten Personen vorhanden, das sich aktiv um den Naturschutz kümmert und für die Zukunft noch einiges vor hat - ein gutes Beispiel allemal.
Karlsdorf-Neuthard - leider keine Modellgemeinde
Junge Leute beim aktiven Naturschutz - das ist klasse und höchst erfreulich, zumal die Naturschützer wie viele andere Ehrenamtlliche auch kaum noch Nachwuchs haben. Da sind wir leider nicht alleine. Insofern großes Lob für diese Aktion.
Der von Waldemar Z. voreilig getroffene Schluß, daß Karlsdorf-Neuthard wegen dieser Aktion auch gleich eine Modell-Naturschutzgemeinde ist, könnte aber leider nicht falscher sein, und bei diesem Thema platzt mir beinahe der Kragen.
Karlsdorf-Neuthard ist zusammen mit Forst einer der kreisweit schlimmsten Sünder bei allen wichtigen Naturschutz-Themen. Die Gemeinde hat in den letzten Jahren derart sinnlos expandiert, daß sie praktisch alle freien Flächen aufgefressen hat. Der vorige Bürgermeister Klefenz (obwohl SPD!) war geradezu gierig auf Flächenverbrauch. Unvergessen seine heftigen Interventionen pro B 35 und seine Versuche, sich an OB Doll anzubiedern, um ein möglichst noch größeres interkommunales Gewerbegebiet beim Spargel-Böser unterzubringen. Über den letzten naturnahen Biotopen in Karlsdorfer Besitz östlich der Autobahn erstreckt sich jetzt der Parkplatz des Pflanzen-Mauk.
Und was ist aus der Gemeinde geworden? Karlsdorf-Neuthard ist eine tote, streckenweise häßliche Siedlung. Die ehemalige B-35-Ortsdurchfahrt sieht aus wie ehemalige Notstandsgebiete im Osten. Kein Mensch verirrt sich mehr hierher. Das mit viel Geld erschlossene riesige Gewerbegebiet im Norden wird von Logistik-Lägern (viel Fläche, wenig Arbeitsplätze), Tankstellen (noch mehr Betonfläche) und Erotikshops bedeckt. Produzierendes Gewerbe? Wenig. Karlsdorf-Neuthard ist von Straßen umgeben. Wenn es nach der Gemeinde gegangen wäre, hätte man den Baggersee im Norden noch weiter in den anliegenden Feuchtwald erweitert. Der "Siebenerlensee", einst als Modellprojekt für den Naturschutz angepriesen, droht umzukippen und ist stellenweise schon biologisch tot. Die einst mit vieler Mühe von Ehrenamtlichen (DJN) angelegten Tümpel im Erlenwald auf der Südseite von Karlsdorf sind schon lange trocken.
Sieht so eine Modell-Gemeinde für den Naturschutz aus? Nein. Der örtliche beamtete Naturschützer der Gemeinde hatte selten etwas zu sagen. Immerhin hat man ein paar Trost-Pflästerchen für die Naturschützer zugelassen. Rund um die Wasserwerke mußte man zwangsläufig Wiesen anlegen, um das durch den Spargelbau verseuchte Grundwasser nicht weiter zu gefährden. Karlsdorf-Neuthard ist Mitglied im Wiesen-Arbeitskreis, aber die meisten neuen Wiesen finden sich auf Bruchsaler Außengemarkung im Norden. Diejenigen auf Karlsdorfer Gemarkung sind nur vorübergehend stillgelegt und werden wohl bald wieder dem Hunger der Landwirte auf neue Flächen für Bio-Diesel geopfert. Das Fazit ist grauenhaft. Karlsdorf-Neuthard war nie eine idyllische Gemeinde, aber jetzt ist es nur noch eine häßliche Schlafsiedlung, von Umgehungsstraßen und Maisfeldern umgeben.
Karlsdorf-Neuthard ist nicht viel schlechter als die meisten umliegenden Gemeinden, aber ein öffentliches Lob verdient die Gemeinde (im Gegensatz zu den Helfern der Aktion) nun wirklich nicht. Besser recherchieren, Herr Z.!
Modellgemeinde
Sie mögen ja recht haben, Herr Hassler. Mir ging es hauptsächlich um diese Aktion als beispielhaftes Modell, an welchem sich, außer der Gemeinde, ein ganzes Netzwerk privater Organisationen und Privatpersonen beteiligt, um im Kleinen etwas zu tun (Pflege von Streuobstwiesen, Nistkästen, Bienenhäuser, Reaktivierung von Tümpeln etc.). Betrachtet man meinen Beitrag im Kontext Ihrer Ausführungen, so kann man wohl meine Überschrift etwas relativieren - aber, wohlgemerkt, ich hatte dieses Netzwerk im Auge, das sich bemüht, etwas für die Natur zu tun. Sicherlich können mit solchen Aktionen die von Ihnen dargelegten Fehler aus der Vergangenheit nicht wieder rückgängig gemacht werden, es scheint sich jedoch ein neues Bewußtsein in der Gemeinde zu etablieren, vielleicht gerade deshalb, weil es so sein mag, wie Sie es schildern.
Zustimmung
Prima, dann sind wir uns ja einig. Ich wiederhole mich - die Aktion selber war klasse und höchst erfreulich. Daran wollte ich auch nichts kritisieren, ganz im Gegenteil.
Übrigens hat Karlsdorf früher mal (im DJN) eine ganze Gruppe höchst aktiver Naturschutzjugend hervorgebracht. Die sind mittlerweile alle längst erwachsen. Vielleicht wiederholt sich die Geschichte ja.
Herzlichen Dank für diese
Herzlichen Dank für diese realistische Beschreibung des leider bedauerlichen IST-Zustands. Hinzuzufügen wäre vielleicht noch, dass sich auch unter der Leitung des neuen Bürgermeisters keine nachhaltige Verbesserung der Situation abzeichnet.
Besser recherchieren
hm - herr Hassler, wir wollen doch das pflänzchen nicht schon beim keimen ersticken lassen. nach hinten schauen raubt die energie. gerade von ihnen - einem anerkannten ökologen - hätte ich eher ein ENDLICH erwartet. Endlich gibt es wieder Leute, die .....trotz fast aussichtloser lage - da gebe ich ihnen recht - doch noch naturschutz wagen. falls sie uns in der sache mit ihrem wissen unterstützen wollen, lade ich sie hiermit herzlichst ein.
gerhard leicht
1.vorsitzender des lebendigen biotiop ev
Rückwärts oder vorwärts gesehen ist leider gleich
@leicht
Habe ich mich so unverständlich ausgedrückt? Ich habe weiter oben zweimal geschrieben, daß ich die Aktion selber klasse fand. Gestört habe ich mich nur an der mißverständlichen Überschrift, und das hat Waldemar Z. selber zugegeben.
Weder rückwärts noch vorwärts geschaut wird Karlsdorf aber hübscher, und die Öko-Sünden werden geringer. Da helfen ein paar Tümpel leider auch nicht viel. Es ist derzeit nicht absehbar, daß sich irgendeine Trendwende ergibt (Flächennutzungsplan 2020!). Ich verstehe mich da sehr wohl als meistens ungeliebter Mahner. Sonst tut es ja keiner - die "freie Presse" schon gar nicht.
Besser recherchieren/ Modellgemeinde
Hallo Herr Hassler,
in der Recherche hätte Herr Zimmermann einfach Sie - und nur Sie -fragen sollen. Den Alleinvertretungsanspruch in Sachen Naturschutz haben Sie bis heute nicht aufgegeben.
Festgestellt habe ich, dass Sie in Ihrer selbstgerechten und selbstherrlichen Haltung es immer noch verstehen, über Menschen, die anders denken und Gemeinden, die nicht nach Ihren ungefragten Forderungen handeln, überzogene Anwürfe und Verunglimpfungen zu bringen.
Ich erinnere mich an Ihre Worte im Rathaussaal Karlsdorf: " Der Autohof wird nicht gebaut, dafür werde ich sorgen" Zuvor hatten Sie die B35-Nordumgehung bekämpft. Sie haben niemals gefragt, was die weit überwiegende Mehrheit der Menschen in Karlsdorf-Neuthard bewegt.
Sie wollten der Gemeinde Ihre Meinung überstülpen, ohne einen Abwägungsprozess treffen zu müssen.
Die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard muss sich in Sachen Umwelt- und Naturschutz nicht verstecken und vor allem vor Ihnen nicht rechtfertigen.
Die Gemeinde hat bei ihren jeweiligen Abwägungen die Belange des Umwelt- und Naturschutzes stets mit eingebracht. Dass damit nicht immer Ihre Forderungen abgearbeitet werden konnten, damit müssen wir leben. Und dass Ihnen Karlsdorf-Neuthard nun gar nicht gefällt, damit können wir in Karlsdorf-Neuthard auch gut leben.
Egon Klefenz
Vorzeigegemeinde ??
Nunja, den "Alleinvertretungsanspruch" in Sachen Naturschutz hat weder Herr Hassler noch haben ihn andere...
Dennoch ist seine Beschreibung in vielen Punkten zutreffend, dem werden auch viele Bürger dieser Örtchen zustimmen :-)
Wenn ich persönlich Karlsdorl-Neuthard (v.a. Karlsdorf) und seine Entwicklung der letzten Jahre betrachte kann ich nicht unbedingt erkennen, daß die Belange des Umwelt-und Naturschutzes "stets mit eingebracht" wurden.
Im Übrigen wäre es, falls es so wäre, ein Leichtes und eine Selbstverständlichkeit, dies auch rechtfertigen zu können, wem gegenüber auch immer.
Sie haben aber insofern recht, daß niemandem die Gemeinde gefallen muss. Mir gefällt sie nicht (mehr), damit habe ich nun wiederum kein Problem ;-)