Karl-Hubbuch-Werk im Kohlenkeller
Beim Besuch des kleinen, aber feinen Karl-Hubbuch-Museums im Gochsheimer Schloss, wird man beim Eintritt in den ersten Raum der Ausstellung gleich links von diesem imposant großen Gemälde Karl Hubbuchs empfangen:
Wie zur Straßenbenennung nach Karl-Hubbuch, dem 'Kummunischt un Huremaler' gibt es eine kleine Anekdote auch zu diesem Gemälde, die ich hier gerne wiedergebe.
Das Bild, das eine Szene aus den „Jedermann“- Freilichtspielen zeigt, die zwischen 1947 und 1950 in Kraichtals kleinstem Stadtteil Neuenbürg aufgeführt wurden, war jahrelang verschollen. Die Neuenbürger wussten zwar noch von einem riesigen Gemälde Karl Hubbuchs, das vor langen Zeiten im Proberaum des Neuenbürger Musikvereins hing, aber über den weiteren Verbleib des riesenhaften Gemäldes war nichts mehr bekannt.
Jahrzehntelang blieb das Bild verschollen bis es, sauber aufgerollt, im Kohlenkeller der Neuenbürger Schule wieder gefunden wurde. Nicht mehr ganz taufrisch war das Bild an den Rändern, da sich Ratten und Mäuse über die Jahrzehnte an der Leinwand zu schaffen machten, sprich, Teile der Leinwand – aus Langeweile oder weil die Nagetiere Hunger hatten, bleibt dahin gestellt - abgeknabbert hatten.
Bevor das Gemälde im Karl-Hubbuch-Museum wieder öffentlich ausgestellt wurde , übrigens das größte Bild, das Karl Hubbuch je malte, ist dieses restauriert worden; Fraßspuren sind ergo keine mehr zu sehen.
Karl Hubbuch war bekennender Antifaschist; einer der wesentlichen Gründe, dass er sofort bei der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 seine Professur und Anstellung an der Karlsruher Akademie verlor. Gleich bei Kriegsende 1945 wurde er Mitglied der »Antifaschistischen Gesellschaft« in Rastatt, für die er auch den Zyklus von Rohrfederzeichnungen »Vergessen? - Niemals!« schuf.
So dürfte es für Karl Hubbuch eine innere Genugtuung gewesen sein, als er das monumentale Werk zum „Jedermann“ auf die Rückseite einer Schul-Landkarte malte, die Deutschland mit den Grenzen des von den Nationalsozialisten proklamierten Großdeutschen Reiches abbildete.
©RS
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