Jazzclub Bruchsal mit erstem Konzert erfolgreich gestartet
Es war ein wunderschönes und virtuoses "Kick Off" - Konzert mit dem der im Januar gegründete Jazzclub Bruchsal e.V. im Schlachthof gestern seine erste Spielzeit startete.
Das Klaus Graf Quartett hatte für seinen Tourneeauftakt Bruchsal ausgewählt. Mit außergewöhnlichen Arrangements von Jazz- & Popklassikern (u.a. Sting, Beatles) und eigenen Kompositionen des Bandleaders Klaus Graf erfüllte das Quartett die hohen Erwartungen der Bruchsaler Jazzgemeinde. Auch die Oberbürgermeisterin der Stadt war hin und weg und ließ es sich nicht nehmen, zuvor die versammelte Jazzgemeinde von etwa 80 Leuten kurz zu begrüßen und dem Jazzclub ein erfolgreiches Gelingen zu wünschen.
Leider war, wie so oft bei kulturellen Anlässen, kein Pressevertreter der hiesigen Tageszeitung anwesend, obwohl der Jazzclub eigens zum Pressegespräch mit einem Gläschen Sekt und feinen Häppchen geladen hatte.
Aber was nicht ist kann ja noch werden, denn auch das nächste Konzert des Jazzclubs verspricht einen spannenden Abend.
Da die Satzung des Jazzclubs neben Jazzkonzerten auch die Weltmusik vorsieht - beide Genres sind in Bruchsal bis dato äußerst selten im Veranstaltungskalender vertreten - wird am Donnerstag, den 18. März ab 20:30 h ein Weltmusiktrio - die "violons barbares" in Kaufmanns Schlachthof Station machen.
Wer behauptet es sei in der Musik schon alles erfunden, hat dieses Trio noch nicht gehört. Die Stimme des Mongolen Epi Enkh Jargal, die die tiefsten Untertöne bis zum höchsten Sopran und Obertongesang umfasst und sein Pferdekopfgeigenspiel auf der mongolischen Morin Khoor, trifft auf die virtuos gespielte 14-saitige bulgarische Gadulka und Stimme des Dimitar Gougov und die Perkussionswelten des Fabien Guyot. Diese Band schafft in ihrem Zusammenspiel eine wahrlich emotionelle, harmonische, kraftvolle und hochvirtuose Begegnung der Kulturen.
Ein akustischer und optischer Leckerbissen, der uns in ferne, wilde Länder entführt und alle stilistischen Grenzen überwindet: Ein geografischer Mix mit Jazzimprovisationen, Rockenergie (z.B. ist Jimmy Hendrix "Purple Haze" im Repertoire) und bis dahin noch nie gekannten Tönen. Groovig, tanzbar und vor allem teuflisch gut.
Ich zitiere aus dem vorliegenden Pressespiegel:
"Ja, es rührt sich einiges an diesem World-Music-Abend in der Neuen Welt, das quirlige Trio schlägt völlig unbekümmert den musikalischen Bogen zwischen Orient und Okzident, erdet die vornehmlich aus Zentralasien und dem Balkan stammenden traditionellen Vorgaben mit modernen Rockarrangements bis hin zu „Purple Haze“ von Jimi Hendrix in der Zugabe, verbindet einen Ritt im gestreckten Galopp durch die Steppe akustisch mit Tanzformen aus dem Donaudelta. Wobei die drei auf der Bühne nicht nur geografisch und musikalisch keine Grenzen kennen, sondern so ganz nebenbei auch noch begnadete Musiker sind. Nun ja, Peter Gabriel, der sie zu einem festen Bestandteil seines „Seidenstraßen Projekts“ gemacht hat, weiß schon, was er an ihnen hat." Donaukurier
"Was ohrenschmeichelnd begann, sollte im Laufe des Konzerts zudem vollwertig und mitreißend werden, denn die Virtuosität wurde erst später ausgepackt. Hier eine mongolisch anmutende Weise mit bretonischem Anstrich, dort ein Donautanz, wie er einst in Silistra allerortens zu hören war, bevor Britney Spears und Privat-TV die heimische Kultur wegschwemmten. Und natürlich Fabien Guyot, der mit feinhändigem Gefühl über Felle, Gongs und Salatschüsseln flog oder der Kalimba kleine Melodien entlockte.
Den ersten wahren Jubelsturm erntete allerdings Enkhjargal mit einem musikalischen Landschaftsgemälde seiner Heimat. Großartig sein Spiel auf der Morin Khoor, der zweisaitigen Pferdekopfgeige, die dem Cello näher ist als der Violine. Fast noch beeindruckender sein Ober- und Untertongesang. Dimitar Gougov legte auf seiner Gadulka, einer vertikal gespielten Violine, nach und wusste ebenso zu überzeugen. Rhythmisch mitreißend, Flageoletts hauchend und die Folklore immer mit leicht jazzigem oder bluesigem Dreh zelebrierend, eroberte er das Publikum im Flug. In der von den mehr als 250 Besuchern frenetisch geforderten Zugabe wurde sogar noch Jimi Hendrix vor den mongolischen Pferdekarren gespannt, und die Geiger baten zum Hexentanz in “Purple Haze” - Manier. Das Publikum im Zelt dankte stehend und jubelnd." Südwest Presse
Hörbeispiele kann man sich auf
www.myspace.com/violonsbarbares
anhören.
Viel Spaß und unterstützen Sie den Jazzclub Bruchsal - so eine Initiative in der heutigen Zeit hat es verdient.
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