Isaaks Schwestern - Prof. Dr. Jürgen Wacker stellt sein Buch vor
Sein medizinisches Wissen bringt der Chefarzt der Bruchsaler Frauenklinik, Prof. Dr. Jürgen Wacker, nicht nur in Baden, sondern seit Mitte der der 80er Jahre auch in Westafrika an die Frau. Wacker lebte viele Jahre mit seiner Familie in Dori im Sahel von Burkina Faso. Dort arbeitete er von 1986 bis 1988 als Entwicklungshelfer des Deutschen Entwicklungsdienstes und war Leiter des Bloc opératoire und der Maternité des Centre Hospitalier Régionale. Nach Deutschland zurückgekehrt hielt er dem ehemaligen Ober-Volta die Treue und besuchte Dori weiterhin im jährlichen Turnus, um dort die Dorfhebammen fortzubilden und Workshops zur Behandlung von bleibenden Geburtsverletzungen anzubieten und komplizierte Fälle vor Ort auch selbst zu behandeln. Zur Unterstützung eines neuen Zentrums zur Behandlung von Geburtsverletzungen und von Folgen der Beschneidung der Frau in der Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou gründete Wacker 2008 den Verein „Menschen für Frauen“. Am 29. Oktober 2010 fand die feierliche Grundsteinlegung statt.
Nun hat Wacker, auf dessen Initiative hin sich im Februar diesen Jahres der „Freundeskreis Badische Landesbühne“ gründetet, noch ein weiteres Talent unter Beweis gestellt. Im Oktober erschien im Berliner Westkreuz-Verlag seine Erzählung Isaaks Schwestern. Darin greift Wacker auf seine Erfahrungen aus Burkina Faso zurück. Fatimata ist sechs Jahre alt, als ihre Großmutter sie beschneiden lässt. Während das Kind ihr für kurze Zeit in Obhut gegeben wird, unterzieht sie es in einer geheimen, nächtlichen Aktion diesem grausamen Ritual. Die Großmutter folgt der uralten Tradition der Beschneidung – in der festen Überzeugung, das Richtige für ihre Enkelin und die Familienehre zu tun. Im weiteren Verlauf der Erzählung spannt sich der Bogen von Burkina Faso nach Deutschland. Fatimatas Cousine Djamila entkommt aufgrund von deutschen Adoptiv-Eltern der Beschneidung. Jedoch erfährt sie in einem Reformschulinternat falsch verstandene moderne Pädagogik und die Folgen der Missachtung kindlicher sexueller Unversehrtheit. Doch hier wie dort gibt es auch Menschen, die sich immer wieder für die Rechte von Frauen und Kindern auf Selbstbestimmung und für den Schutz der Familie der Familie einsetzen.
Im Hexagon der Badischen Landesbühne wird Prof. Wacker sein Buch nun vorstellen. Die Lesung wird begleitet von Musik und Fotos aus Burkina Faso. Im Anschluss wird die Möglichkeit gegeben sein, mit dem Autor und Leiter der Bruchsaler Frauenklinik über die vielen Facetten seines Engagements ins Gespräch zu kommen.
Prof. Dr. Jürgen Wacker
Isaaks Schwestern
Lesung mit Musik und Fotos aus Burkina Faso
15. Dezember 2011, 19.30 Uhr
Badische Landesbühne, Hexagon
Eintritt frei
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