Interview mit dem jungen Rapper Giule aus Gondelsheim: "Da kann niemand was meckern!"
Wikipedia erklärt Rap wie folgt:
Rap ist ein Sprechgesang und Teil der Kultur des Hip-Hop. To rap (deutsch: ‚klopfen‘ bzw. ‚pochen‘) deutet die Art der Musik und des Sprechgesangs an. Heute hat sich der Rap teilweise von seinen Wurzeln gelöst und wird auch in anderen Musikstilen eingesetzt, zum Beispiel in Pop, Eurodance, Crossover und Nu Metal. Besonders in Bereichen unkommerzieller Rap-Musik, wie dem sogenannten Untergrund-Rap, ist eine deutliche Abgrenzung zur ursprünglichen Hip-Hop-Musik erkennbar.
bruchsal.org: Kannst Du ein wenig von Dir erzählen?
GIULE: Ich heiße Giuliano Congedo und bin im September 1990 geboren. Ich werd' also bald 20 Jahre alt. Wohnen tu ich in Gondelsheim, meine Eltern sind von Italien nach Deutschland gekommen. Am 1. September fange ich eine Ausbildung zum Fahrzeuglackierer an.
Alle nennen mich Giule (Tschuhle ausgesprochen, d.Red.); dies ist auch mein Künstlername. Dieser Name ist übrigens auch auf meinen rechten Unterarm tätowiert, wie man auf dem Foto sehen kann.
bruchsal.org: Wie hat's bei Dir mit dem Musikmachen angefangen?
GIULE: Mit 12 Jahren hab' ich mich an meinem ersten Rap-Text versucht. Einem Freund hab' ich dann gezeigt, was ich geschrieben habe und er fand's krass. Also hab ich nach und nach mal ein Lied für 'n tolles Mädchen, über mich oder einfach Texte geschrieben über das, was mir gerade so im Kopf war.
Mit 17 war ich dann in Bretten auf der Berufsschule und dort ging auch Key-G zur Schule. Er ist auch Rapper, wohnt aber in Bretten. Er hatte zufällig mitbekommen, dass ich manchmal so meine Texte schreibe.
Da er bei sich ein Mikrofon hatte, also so richtig mit Mischpult, das komplette Anfänger-Tonstudioequipment, lud er mich zu sich ein und sagte: „versuch dich doch mal am Mic (Mikrofon, d. Red.)".
Ich stand also davor und hab' ein paar Zeilen auf eine Melodie, die auf seinem Computer war, gerappt und er war begeistert. Zwar war meine Stimme noch sehr unsicher am Mikrofon, aber er fand, dass ich ein wahres Talent im Texte schreiben habe.
Key-G sagte, wenn ich meine Stimme trainiere und am Rappen dran bleibe, kann aus mir 'n großer Rapper werden. Das hat mich motiviert und ich nahm mein erstes Lied bei ihm auf.
bruchsal.org: Wie ging's dann weiter?
GIULE: Zwei Lieder nahm ich insgesamt bei Key-G auf, bis ich ein Jahr später Benny wiedersah. Benny ist ein alter Bekannter der davon gehört hatte, dass ich rappe. Er selbst rappte schon etwas länger und hatte daher auch seit Längerem Kontakt zu Key-G.
Mit Benny nahm ich immer mehr was auf bis er sagte: "Hey Giule. Ich rappe schon länger, auch mit anderen. Aber von Deinen Texten her kann niemand was meckern. Du hast's drauf." Diese Ansage hat mich wieder noch mehr motiviert.Ich wollte jetzt also mein eigenes Tonstudio. Aber ohne Geld ist das unmöglich. Ich hatte nur einen Zeitungsjob in dem ich 50 Euro im Monat verdiente.
Benny brauchte zu der Zeit dringend Kohle und hat mir sein Tonstudio für 'nen guten Preis angeboten. Das Geld habe ich mir von Eltern, Verwandten und Freunden zusammen geliehen. Und jetzt habe ich mein eigenes Tonstudio.
bruchsal.org: Wie machst Du Deine Lieder? Die Texte schreibst Du ja selbst, wie kommst Du an die Melodien?
GIULE: Ich hole mir meine Beats zum Großteil von der Internetseite rappers.in. Da gibt's meiner Meinung nach die besten Fertigbeats.
Bei rappers.in hör' ich mir dann die Beats an, lade die, die mir gefallen, auf den PC und schreibe meine Texte drauf. Der Beat hat mir schon immer gesagt was ich schreiben soll. Zum Beispiel mein Lied ''Scheißegal''.War 'n ganz relaxter Beat.
bruchsal.org: Wie kommst Du an die Themen, über die Du schreibst?
GIULE: Im Lied „Scheißegal" zum Beispiel schreib' ich über meine Erfahrung wie es war, als ich lange arbeitslos war und nur an meinen Spaß gedacht habe. Der Track wurde auch viel gefeiert. Nicht nur im Umkreis. Jetzt erst hab' ich wieder zwei Lieder bei YouTube hochgeladen. Zum Einen ''Hör Mir Zu''. Da erzähl ich über mich und der Track geht an Leute, die mich nicht mögen und so. Der zweite Track ''Babe (weißt du noch)'' ist meiner Ex Freundin gewidmet, mit der ich eine Geschichte habe. Die erzähl' ich da drin. In meinen Liedern erzähl' ich halt über meine Erfahrungen und mein Leben.
bruchsal.org: Was brauchst Du alles an technischer Ausrüstung?
GIULE: Meine Tracks nehm' ich zuhause am PC auf über den Magix Music Maker 2006. Mein Tonstudio besteht aus einem Mischpult, einem Mikrofon mit Ständer und Popup-Schutz.
bruchsal.org: Wo kann man Dich überall im Internet finden?
bruchsal.org: Wie geht's weiter mit Deinen musikalischen Aktivitäten?
GIULE: Durch das, dass ich arbeite und viel um die Ohren habe, komm' ich nicht mehr so viel zum Schreiben und weiterhin 'n bisschen Promo für mich zu machen.
bruchsal.org: Wie siehst Du Deine Zukunft?
GIULE: Mein Ziel für die Zukunft ist, dass ich auf jeden Fall mit meiner Musik was erreichen will und dass ich auch meine Ausbildung zum Fahrzeuglackierer erfolgreich abschließen werde.
Vielleicht werd' ich ja irgendwann mal entdeckt von jemandem, der Kontakte hat oder direkt von einem Label. Wär' wirklich nicht schlecht.
bruchsal.org: Giule, wir danken für das Gespräch und wünschen Dir für Deine Zukunft alles Gute.
Das Gespräch mit Giuliano Congedo führte Rolf Schmitt
Günstig Tanken
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