Internationaler Schlag gegen Organisierte Kriminalität: Mutmaßliche Angehörige der kalabresischen 'Ndrangheta festgenommen
Karlsruhe/Konstanz/Stuttgart, 8. März 2011. Bei einer gemeinsamen Festnahmeaktion mit italienischen Ermittlungsbehörden aus Reggio Calabria nahmen in den frühen Morgenstunden Ermittler des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg (LKA) mit Spezialeinsatzkräften fünf italienische Staatsangehörige im Landkreis Konstanz fest. Den Festgenommenen im Alter von 32 bis 58 Jahren wird von der italienischen Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft in Reggio Calabria vorgeworfen, der kalabresischen Mafiaorganisation 'Ndrangheta anzugehören.
Die Staatanwaltschaft Reggio Calabria ermittelt zusammen mit dem Carabinieri-Provinzialkommando Reggio Calabria seit mehren Jahren gegen verschiedene 'Ndrangheta-Clans und deren Mitglieder. Bereits im Juli 2010 waren in Kalabrien und der Lombardei insgesamt über 300 Personen festgenommen worden, denen die Mitgliedschaft in der 'Ndrangheta sowie eine Vielzahl von Straftaten wie Mord, Erpressung, Bestechung, Korruption, Geldwäsche, Betäubungsmittelhandel und Waffenhandel vorgeworfen wird. Bei der damaligen Festnahmeaktion in Italien wurde auch ein heute 59-jähriger Italiener in den kalabresischen Bergen festgenommen, der bis Sommer 2009 in Singen wohnhaft gewesen war und ein so genannter Gebietsverantwortlicher gewesen sein soll.
Außerdem wurden bei der heutigen Aktion in Italien insgesamt 30 Personen, in Australien und Kanada fünf Personen und in Hessen durch das Bundeskriminalamt ein weiteres mutmaßliches 'Ndrangheta-Mitglied festgenommen. Bei Wohnungsdurchsuchungen in Baden-Württemberg wurden zahlreiche Beweismittel wie schriftliche Unterlagen, eine Schusswaffe und Munition sowie eine fünfstellige Bargeldsumme sichergestellt.
Die Ermittler des LKA unterstützen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Konstanz auf Grund eines Rechtshilfeersuchens der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft Reggio Calabria die italienischen Behörden bereits seit Anfang 2009. Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist anzunehmen, dass die Festgenommen abgeschottet aus dem Bodenseeraum agierten. Das zunächst bei der Staatsanwaltschaft Konstanz geführte Ermittlungsverfahren wurde im Sommer 2010 nach Italien abgegeben.
Auf der Grundlage europäischer Haftbefehle ordnete die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe die vorläufige Festnahme der Beschuldigten an. Sie sollen heute dem Haftrichter vorgeführt werden, der über den Erlass einer Festhalteanordnung zu entscheiden hat.
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