Immobilienkrise? Bankenkrise??

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Die Blaupause Spanien
Montag, 16. Juli 2012 - 14:13

Der deutsche Steuerzahler (Du und ich) sollen blechen. Die spanischen Banken brauchen Geld und Angela M. konnte nicht länger nein sagen.

Wir müssen Spanien retten, damit wie die EU retten, damit wir das Wirtschaftswachstum retten.

Spanien war lange Jahre der Musterknabe Europas. Eine geringe Staatsverschuldung, auf die Fachleute des gemeinen  Exel-Sheeds bis vor kurzem noch hingewiesen haben und eine Steigerungsrate des heiligen BSP von 2000-2005 um durchschnittlich 3,3 % pro Jahr. Die Eurozone schaffte in diesem Zeitraum nur durchschnittlich 1,5 % und Deutschland mickrige 0,6 %. In 2006 erklomm Spanien gar mit + 4,1 % Zunahme des BSP neue Höhen. Auch 2007 (+3,5 % )liess Spanien Deutschland und die Eurozone hinter sich.

Nur – womit?? Dazu etwas später.

Die gleichen, die zwischen dem1.1.2000und dem31.12.2007gejubelt haben (allerdings gab es in 2007 schon leichte Jubeldifferenzen in den EU-Staaten), sind die, die jetzt Spanien zu retten sich anschicken.

Ich hatte 2007  das Vergnügen Spanien im allgemeinen aufzusuchen und zwar die Kanaren-Insel Teneriffa im besonderen.

Aufenthaltszweck: Besuch einer Verwandten, die dortselbst zusammen mit der Inselregierung ein Kunstprojekt realisiert.

Ich entstieg dem Flugzeug und wähnte mich in einem mißratenen Drehbuch. Überall standen Neubauten, die zum Verkauf feilgeboten worden – zu exorbitanten Preisen versteht sich, umringt von Baukränen, die die nächste „Anlage“ zu errichten im Begriffe waren.

Meiner erster fachkundiger Eindruck: eine Immobilienspekulation getragen von Geldgier und bar jeder Rücksichtnahme auf das natürliche Umfeld. Angekommen an meinem Reiseziel leicht erhöht über dem Wahnsinn liegend (s.o.) konnte ich nicht umhin, mein Entsetzen kundzutun.

Interessanterweise war ich nicht der Einzige, der die – BSP-fördernde! – Bautätigkeit etwas absurd fand. Auch die Inselregierung befand, wenn der Tenneriffa-Tourist das Meer nicht mehr finden kann, weil er sich in Neubausiedlungen verirrt hat, dann muss etwas geschehen. Es geschah an einem Freitag im Jahre 2007. Die Regierung verhängte den totalen Baustopp (schade ums BSP..). Zum Glück sind Spanier verantwortungsvoll und lassen Europas Wirtschaft (Spanien ist bekanntlich ein Teil Europas, wie wir heute noch genauer wissen) nicht hängen. Das verabschiedete Gesetz trat natürlich nicht am Wochenende, gar am Sonntag in Kraft, sondern am darauffolgenden Montag. Meiner zuverlässigen Information zufolge gelang es am dazwischen liegenden  Wochenende noch vierzigtausend Baugenehmigung entweder auszustellen oder darauf zu datieren. Natürlich ist hier nicht jede geplante Eigentumswohnung gesondert gezählt – es handelt sich um Projekte.

Die Geldgier war also dermaßen ausgeprägt, dass man sich die Profitcenter der kommenden Jahre nicht kaputtmachen lassen wollte.

Wir erinnern uns: damals war Spanien der Musterknabe.

Der damalige spanische Ministerpräsident Zapatero hat noch in 2008 auf die Solidität der spanischen (Immobilien-) Wirtschaft hingewiesen – zu meinem Entsetzen, versteht sich.

Jetzt ist Zahltag.

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Kommentare

Spanien retten?

Jürgen Schmitt schreibt: Wir müssen Spanien retten, damit wie die EU retten, damit wir das Wirtschaftswachstum retten.

Warum eigentlich? Ein Land, das sein BIP in 5 Jahren von 2002 bis 2007 mehr als verdoppelt und diese Höhe bis heute hält (s. Prognose 2011 und 2012), braucht nicht unter einen Rettungsschirm. Dieses Land muss in der Lage sein, seine Probleme selbst zu lösen.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/19358/umfrage/bruttoinland...

Wenn dies in Spanien nicht gelingt, dann sind alle Rettungsschirme keine Rettungsschirme, sondern Fässer ohne Boden. Eine Transferunion wurde bei allen Verträgen ausgeschlossen. Daran sollte sich auch unsere Regierung halten. Die Beschwörungen, ohne EU würde Deutschland als Wirtschaftskraft in der Bedeutungslosigkeit versinken, sind ohne Beweise. Leider lassen sich davon viele, wie die Kinder vom "schwarzen Mann", erschrecken.

Erklärungen wie: dieses Vorgehen ist alternativlos, oder wie: alles andere wird noch teurer, entbehren jeden Beweises. Der Bundespräsident hat Recht, wenn er verlangt, dass die Politik endlich beginnt, richtig zu erklären.

Es ist nur zu hoffen, dass das Verfassungsgericht das Versagen der anderen Verfassungsorgane bei ESM und Fiskalpakt stoppt.

Spanien-Moral von der Geschichte

Grundsätzlich richtige Analyse von Ihnen, Herr Schmitt.

1. Weite Teile des spanischen Mittelstandes haben, wie in Irland, bei der Spekulation mitgemacht. Die Kriegsgewinnler sind außen vor, Personen, die zu spät einstiegen, werden nun selbst von der deutschen Presse bedauert.

2. Das notwendige Deleveraging des spanischen Privatsektors findet derzeit statt, natürlich aufgrund der Beschlüsse im Euroraums auch zu Lasten des deutschen Steuerzahlers. Auch Rot-Grün sowie Schwarz-Rot, ja selbst Trichet, hatten diesen, leider künstlichen, Boom erwünscht ("Anpassung der Lebensverhältnisse im Euroraum...") und gefördert. Teilweise negative Realzinsen unterfütterten die Blase. Gabriel und Steinmeier hätten es zudem bis vor kurzem gerne gesehen, die Rettungsschirme noch schneller und weiter aufzuspannen.

3. Die "spanische Krankheit", schnell noch kurz vor Torschluss Gelder abzugreifen und Verträge zu schliessen, ist auch bei uns bis hinunter zur Gemeindeebene ein probates Mittel. Man denke nur, wie im Schnellverfahren Subventionsgelder abgeschöpft werden. Fragen Sie mal Ihren Kollegen Heiler (in diesem Zusammenhang als Bürgermeister...), wie sich im "beschleunigten" Verfahren - natürlich nur zum Zwecke des Bürgerwohls... - Solarwiesen absegnen lassen.

Das Problem unserer Politiker ist doch:

Sie können "ES" nicht erklären, weil sie in der Regel nix davon verstehen.
Und das weiß natürlich der Bundespräsident, dieser Schelm, und lässt sie nun ins Messer laufen.
Und die Bundeskanzlerin ahnte schon, dass dieser Gauck...
Jetzt hat sie den Salat.

Das sind doch alles Peanuts...

..."wir stehen vor der finanziellen Atomexplosion", das sind die Worte des Präsidenten des Europäischen Steuerzahlerbundes, Rolf von Hohenau. Was man uns nicht sagt, und was kaum einem Bürger bekannt ist: Durch ein verstecktes System von internationalen Überweisungen sind seit 2007 bis heute ca. 900 Milliarden Euro an Pleitekandidaten im Süden der EU geflossen. Versteckt. neben den ganzen Rettungsschirmen. Dieses System nennt sich Target 2.

Fast 900 Milliarden Euro von zusätzlichen Krediten. Ein Vielfaches von den Rettungsschirm-Milliarden, die Griechenland, Portugal, Spanien und Co. niemals zurückzahlen können. Niemals.

699.000.000.000 Euro stammen aus dem Vermögen der Bundesbürger, auch aus Ihrem Vermögen also! Man kann diesen Prozeß auch als Umwandlung des Sparvermögens der Deutschen von marktfähigen Anlagen ihrer Banken auf bloße Ausgleichsforderungen gegen die EZB, die nur minimal verzinst sind und nie fällig gestellt werden können, bezeichnen.

Was ist Target 2? Es klingt ganz harmlos: Ein Zahlungssystem für die Abwicklung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs im Euroraum. Wie funktioniert das? Vereinfacht dargestellt, folgendermaßen:

~ Ein griechischer Unternehmer kauft bei einem deutschen Hersteller eine
Maschine für 1 Mio Euro. Der beauftragt seine Bank, diesen Betrag bei der
Bank des deutschen Herstellers gutzuschreiben.

~ Um diese Überweisung abzuwickeln, geht Target 2 nun so vor: Die Haus-
bank des griechischen Unternehmens hat ein Depositkonto bei der griech-
ischen Nationalbank, der Bank of Greece. Von diesem Konto bucht Target 2
nun die eine Million für die Maschine ab.

~ Gleichzeitig bucht Target 2 sofort die 1 Mio von der Deutschen Bundesbank
auf das Depositkonto des deutschen Herstellers, der die Maschine verkauft.
So gelangt der Kaufbetrag auf das Konto des Herstellers.

~ Wenn man genau aufgepaßt hat, sieht man, daß die Deutsche Bundesbank
nun eine Forderung in Höhe von 1 Mio Euro an die Bank of Greece hat, weil
sie den Kaufbetrag ja im Rahmen des Target-2-Systems an den deutschen
Hersteller ausgezahlt hat. Jetzt kommt der entscheidende Schritt:

~ Um 24 Uhr an jedem Tag werden die gegenseitigen Forderungen der natio-
nalen Zentralbanken auf die Europäische Zentralbank (EZB) übertragen.
Vorliegend hat die Bundesbank am nächsten Tag eine Forderung in Höhe
von 1 Mio Euro gegenüber der EZB.

Unter dem Strich heißt das:
Die Deutsche Bundesbank und deshalb jeder deutsche Staatsbürger hat die gelieferte Maschine bezahlt und dafür eine Forderung gegenüber der Europäischen Zentralbank. Und es ist vollkommen ungewiss, ob diese Forderung jemals eingelöst werden kann, denn, diese Forderungen haben, siehe oben, seit Beginn der Finanzkrise unvorstellbare Summen erreicht, 699 Milliarden Euro eigenes, gutes Geld gegen ein Stück Papier. Mit anderen Worten: Die Deutsche Bundesbank ist ausgeplündert!

Der oben erwähnte Rolf von Hohenau, Präsident des Europäischen Steuerzalerbundes, hat ein griffiges Bild geschaffen, um das System zu erklären und auf den Nenner zu bringen:

"Die Bundesbank ist eine Art Club-Med-Bar. Tag für Tag kommen Portugiesen, Griechen, Italiener und andere sympathische Nachbarn, trinken die Bar leer und wanken schließlich vergnügt, aber ohne zu zahlen, nach Hause. Um 24 Uhr werden ihre Getränke auf Rechnung der EZB um- und angeschrieben. Die EZB zahlt natürlich ebenfalls nicht, übergibt vielmehr der Bundesbank einen weiteren Schuldschein und erklärt, die lieben Gäste bräuchten schlichtweg jeden Tag ihren Rausch. Wir befürchten jedoch, dass es in der Club-Med-Bar alsbald nichts mehr zu trinken geben wird, da dieser etwas ungewöhnliche Barbetrieb mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit im Bankerott enden muß."

Was tut die Bundesregierung? Nach ersten Gerüchten und Medienberichten über dieses Fiasko antwortete die Bundesregierung auf eine Anfrage des CSU-Abgeordneten Peter Gauweiler: "Target-Kredite existieren nicht. Es handle sich lediglich um bloße Verrechnungsposten, um die Bilanzen wieder auszugleichen..."

Aber: Kein anderer als Bundesbankpräsident Jens Weidmann persönlich hat einen Brief an den EZB-Präsidenten Mario Draghi geschrieben und vor den Risiken des Taget-2-Systems gewarnt! 75% des Nettoauslands-"Vermögens" der Deutschen bestehen nun aus bloßen Target-Forderungen.

Wir spüren die Folgen noch nicht, weil sich das Risiko des Falschfahrens erst im Unfallzeitpunkt verwirklicht. Der "Unfallzeitpunkt" wird der Crash des Euro sein, die oben angesprochene "finanzielle Atomexplosion"

Waldemar Z. hat Unrecht -

hoffe ich...
Oder???

besäufnis und ausnüchterung - "right on Target"

@Verehrter Waldemar Z.

Wir hatten die Target-Diskussion ja schon einmal hier auf bruchsal.org:

http://www.bruchsal.org/story/andere-sichtweise#comment-8457

Insgesamt kann man Ihrer Analyse weitestgehend zustimmen, ergänzt werden sollte allerdings:

- Die Bundesbank hat lange Zeit selbst die Problematik der Target-Salden völlig geleugnet, was für einen Mitbegründer des Target-Systems schon mehr als skandalös ist. 

- Ursächlich müssen diese exorbitanten Target-Verwerfungen dem Weltökonomen und Kanzler der Einheit, rot-grün, danach schwarz-rot und auch schwarz-gelb in die Schuhe geschoben werden. Alle haben gemeinsam mit den EU-Kommissaren und den Lichtgestalten des Europaparlaments (wer erinnert sich nicht beispielsweise gerne noch an die eloquente Frau Koch-Mehrin, die uns wiederholt von Bruchsaler FDP-Plakaten zulächelte...) munter oder aus wachsender Verzweiflung mitgewurstelt. Einige sind gar dreist genug, heute aus dem Off gute Ratschläge zu liefern (Schröder, Fischer, Verheugen...).

- Auch wenn es schwer verdaubar ist: D hat die Target-Salden mit Exportüberschüssen und niedrigen Lohnabschlüssen sowie Beschlüssen zu noch ungezügelteren Kapitalmärkten, die nun hübsch zur Flucht zu fixen Wechselkursen aus GR und ES einladen, befördert! Es ist also vieles auch hausgemacht! (Was die Lohnabschlüsse angeht, nicht zu verwechseln mit weitgehend unterlassenen anderen Strukturreformen im Staatssektors, so liegt Herr H-W Sinn eher daneben und die Gewerkschaften richtig).

Übrigens, man beförderte das ach so unbedeutende GR gerne in den Euroraum; man verkannte zu gerne die Spanien-Immo-Blase? Denn man erhoffte sich seitens der politischen Elite Ds, wenngleich auf Kosten der Arbeitnehmer in D, eine Angleichung der Lebensverhältnisse im Euroraum! Nur wurde dies nicht laut gesagt.

Und was Verschuldung und Wachstum angeht: BB-Chef Weber, im Verein mit EZB-Chef Trichet, watschten 2005 die deutsche Regierung deutlich ab und schwadronierten bei öffentlichen Auftritten, D solle sich gefälligst an Spanien orientieren (dabei hatten Schröder und Fischer angesichts der extrem hohen deutschen Bruttosparquoten, dem Einbruch der Nettoinvestitionen - man "investierte" jetzt ja "risikolos" im europäischen Süden... - und der extrem schwachen Konjunktur ausnahmsweise beim Staatshaushalt etwas richtig gemacht - ironischerweise wollen die beiden Herren gerade aber davon nichts mehr wissen...).! Übrigens sind Weber und Trichet inzwischen gut abgesichert: Weber im Bankensektor der Schweiz/Trichet mit Karlspreis im wohlverdienten Ruhestand....

Die Lohnzurückhaltung und Exportüberschüsse (winners curse!), wie auch die Sozialeinschnitte bei Beschäftigten mit geringer Entlohnung durch die Regierung Schröder-Fischer, erscheinen im Nachhinein mehr als fatal.

Weshalb?

D ist nunmehr durch die Target-Salden an einem Punkt angelangt, wo es wirtschaftlich erpressbar ist (Monti lässt grüßen...) und daneben, ähnlich der Situation bei der deutschen (allerdings politisch gewollten!) Wiedervereinigung, die Güter liefert und gewissermaßen mit dem Geldtransporter hinterherfährt, um auch gleich noch die Zahlungsmittel zu überbringen. Übrigens ist derartiges im Internationalen Zahlungsverkehr nicht unüblich: Es wird allerdings als "unilateral transaction"- Schenkung! verbucht!

So viel dazu, D sei als Exportnation über Gebühr ein Gewinner des Euro (derartigen Schwachsinn wiederholte neben Herrn Keitel - was verständlich ist - doch auch tatsächlich die ausgewiesene Universalministerwaffe, Wirtschaftssachverständige und Kanzlerin in spe, Frau von der Leyen, kürzlich im SPIEGEL. Übrigens ist die Dame froh, dass wir wirtschaftlich kraft des Euro - im Gegensatz zur (dahinsiechenden?) Schweiz - auf sicherem Grund stehen. Wenngleich - Fußballspielen ist auch nicht jederfraus Sache - Sie den Euro doch tatsächlich als Spielbein sieht, dem NUN das bisher nicht existente fiskal- und sozialpolitische Standbein hinzuzufügen sei!

Noch eine Sache: Es gibt natürlich Gewinner und Verlierer in diesem einbeinigen Spiel.

Gewinner: Der vermögende, gut vernetzte GR sowie der Immospekulant in ES, die jahrelang den europäischen Strukturfonds oder die Banken anzapften und nun ihr Vermögen aus GR und ES risikolos abziehen! Sie konnten und können sich weiterhin berauschen. Der GR- und ES-Mittelstand sahen in der ersten Runde wenigsten Löhne und Konsum steigen (nur am Rande: die Brutto!-Sparquote der GR-Haushalte war schon 2006 negativ!); leider erfolgt nun die Ernüchterung.

Wie sieht es in D aus?

Der Facharbeiter in der Exportindustrie kam (neben dem Staatsdiener) relativ gut über die Runden, wenngleich seine Löhne nicht üppig anstiegen, so war der Arbeitsplatz (auch über die Targetsalden...) wenigstens gesichert. Verlierer in D sind eindeutig die Niedriglöhner: Dort wurde massives Schröder-Fischer-Lohndumping betrieben (der Kanzler der Bosse im Verein mit dem Weltsicherheitsratssitz-Träumer), das von schwarz-rot und schwarz-gelb munter weitergepflegt und als Jobmotor verkauft wurde. Der Niedriglöhner, überdurchschnittlich oft in der heimischen Serviceindustrie verhaftet, sah seinen Lohn sinken, stand aufgrund der unzureichenden Inlandsnachfrage zunehmend unter prekären Arbeitsverhältnissen und soll nun möglicherweise über noch geringere Sozialleistungen und weiteres „Sparen“ durch Schuldenbremse und Targetsalden-Haftung auch noch Teile der Zeche zahlen! Es muss ihm erscheinen, als sitze er seit 2000 ununterbrochen in einer Ausnüchterungszelle und ihm werde nun gar übermäßiger Alkoholkonsum zur Last gelegt...

Übrigens: Nachdem die politische Elite der eigenen Bevölkerung mit der „einbeinigen“ Euroeinführung und den Nebenwirkungen schon zweimal ins Knie schoss, erscheint ein weiteres fatales Gewitter am Horizont: Sollte sich die Eurokrise weiter zuspitzen und der deutsche Export trotz aller „irrigen“ Bemühungen einbrechen, so ist zu befürchten, dass die Politik dennoch der DANN FALSCHEN, allerdings populären Mehrheitsmeinung folgt und die Schuldenbremse in D weiterhin anstrebt!

Das wäre ein weiterer, dritter (finaler) Schuss, wohl in Lunge oder Herz, denn beide Beine sind schon lädiert...

PS: Sollte jemand angesichts des derzeit! bestehenden, europäischen Institutionengefüges an den fatalen Effekten der vergangenen Lohnzurückhaltung und den Exportüberschüssen zweifeln:

Was präferiert der Partygänger bei suboptimalen Umständen? 1. Selbst eine ordentlich Zeche machen und diese dann begleichen oder 2. anderen Partygängern beim Zechen zuzusehen und danach deren Rechnung begleichen dürfen? Fragen Sie gerne mal den vielgescholtenen "Stammtisch"!

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ist es nicht so

dass die spanische Bankenkrise teils durch Immobilienspekulanten herbeigeführt ist?

Nach einer TV-Dokumentation zu schliessen gab es Ende er 90er und Anfang der 2000er Jahre einen wahren Run auf neugebaute Eigentumswohnungen in völlig unattrativen Trabantenstädten. Wer sich keine Eigentumswohnung anschaffte galt als out oder als nicht zukunftsfähig. Einige Spanier zogen hier selbst ein und nahmen unglaublich hohe tägliche Fahrzeiten zur Arbeit in Anspruch von teils über 2 h. Nur um im Eigenheim zu wohnen. Andere wiederum vermieteten diese Wohnungen mangels Nachfrage günstiger als der dafür fällige mtl. Kreditzins. Über die Jahre sind hier manche junge Spanier wieder zurück zu den Eltern gezogen, um sich das Immobilienspektakel überhaupt noch leisten zu können. In der Doku wurde gezeigt, dass viele dort nicht mal den eigenen Türnachbarn kennen, was nach 3 Jahren Wohnzeit schon eine Leistung ist.... Vergleiche mit Deutschen Trabantenstädten oder Schrottimobilien sind natürlich hier nur zufällig....

Bei so viel Blauäugigkeit im Umgang mit Geld und Eigenheim, wundert es nicht, wenn die Spanier noch andere Leichen im Keller haben.

@A.B.: Trichets Totalversagen

@A.B.

Völlig richtig!

Karlspreisträger Trichet und die Bundesbank-Kollegen befanden sich dabei im Tiefschlaf (gleiches gilt für die Target-Salden-Entwicklung...)! Dean Baker im Guardian meinte bei Trichets Abgang: "If Trichet and his colleagues at the ECB had been awake, they would have noticed that real house prices in Spain had more than doubled between 1998 and 2006."

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cifamerica/2011/oct/24/jean-clau...

 

 

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