Im Rahmen des Gurs-Gedenkens: Untergrombacher Vereine verlesen Erklärung gegen Rassismus und Ausgrenzung

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"Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsextremismus"
Montag, 25. Oktober 2010 - 9:35

Bruchsal-Untergrombach (tam). Im Rahmen des Gedenkens an den 70. Jahrestag der Deportation jüdischer Männer und Frauen nach Gurs im Oktober 1940 hat die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Untergrombacher Vereine bewusst auch die Frage nach der eigenen geschichtlichen Verantwortlichkeit gestellt. Denn einerseits waren Vereine im späten 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts Orte der Integration und der Gemeinschaft, denen auch zahlreiche jüdische (Gründungs-) Mitglieder angehörten; andererseits wurden diese jüdischen Mitglieder 1935 unter gesetzlichem Zwang reichsweit aus Vereinen ausgeschlossen.

Foto: ARGE-Vorsitzender Arno Becker. (Foto: Martin Heintzen)

ARGE-Vorsitzender Arno Becker. (Foto: Martin Heintzen)

Mit Blick darauf verlas ARGE-Vorsitzender Arno Becker beim Untergrombacher Gurs-Gedenken eine Erklärung gegen Rassismus und Ausgrenzung, die als Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart verstanden sein sollte. „Unsere Gesellschaft insgesamt und unsere Vereine im Besonderen sind gegründet auf den Grundsätzen der Freiheit, Demokratie, Achtung der Menschenrechte, Grundfreiheiten und Rechtsstaatlichkeit", heißt es darin. „Wir rufen alle demokratisch gesinnten Menschen - unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung - dazu auf, die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen." Dieser Kampf sei eine ständige zentrale Aufgabe der Gesellschaft. In diesem Sinne seien alle Vereine und ihre Mitglieder aufgefordert, „Gesicht zu zeigen". Nur so könne sich eine demokratische Gesellschaft behaupten und weiterentwickeln. Es sei der Wunsch, dass viele Zuwanderer und Jugendliche mit Migrationshintergrund den Weg in die örtlichen Vereine fänden. „Wir, die Untergrombacher Vereine, wollen in einem Prozess der gegenseitigen Verständigung gemeinsam ein Miteinander gestalten, das frei von Vorurteilen ist und in dem ein Klima der Akzeptanz und des gegenseitigen Vertrauens herrscht."

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