IG Metall Bruchsal: Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen - weit gefehlt
Unter dem Motto: „Heute für morgen Zeichen setzen" feierten die Gewerkschaftsfrauen bei Nokia Siemens Networks in Bruchsal den 100. Internationalen Frauentag. „Obwohl die Frauengeneration in 2011 die best qualifizierteste ist, werden Frauen unverändert schlechter bezahlt als Männer und werden beim beruflichen Aufstieg benachteiligt", sagte Margit Kritzer, Vorsitzende des IG Metall Frauensausschusses anlässlich des 100. Internationalen Frauentages am Dienstag beim Frauencafe bei Nokia Siemens Networks in Bruchsal. Die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern betrage im Schnitt 23 Prozent. Bereits Berufsanfängerinnen verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen. Frauen mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung erhalten durchschnittlich 18,7 Prozent weniger, stellte die Gewerkschafterin fest. Familienarbeit ist nach wie vor Frauensache, deshalb stelle die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele Frauen ein unüberwindliches Hindernis dar. Fehlende Betreuungsmöglichkeiten und Arbeitszeitmodelle, die sich nur an den betrieblichen Belangen orientieren, stünden der Vereinbarkeit oft im Weg.
Ab dem Jahr 2013 hätten zwar alle Kinder ein Recht auf einen Kindertagesstättenplatz, ernsthafte Anstrengungen der Politik, dieses Ziel zu verwirklichen, seien aber nicht zu erkennen, kritisiert die Gewerkschafterin. Um gute Fachkräfte und junge Frauen zu gewinnen, müssten sich die Unternehmen künftig stärker auf die Bedürfnisse junger Familien einstellen, forderte Margit Kritzer. „Junge Frauen und junge Männer wollen heute beides: Karriere und Familie."
Es seien überwiegend Frauen, die in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten müssten, kritisierte Eberhard Schneider der 1. Bevollmächtigter der IG Metall Bruchsal. Im Aufschwung boomen Minijobs, Leiharbeit, Teilzeitjobs und befristete Jobs. „Die Politik muss endlich im Sinne der arbeitenden Menschen handeln und nicht einfach die Interessen der Unternehmen bedienen. Wir fordern Arbeit: Sicher und fair." Menschen wollten eine sichere Lebensplanung. „Prekäre Arbeitsverhältnisse sind auch familienfeindlich, weil Menschen eine sichere Perspektive genommen wird", betonte Schneider.
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