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Die SPD ist aus dem Schlaf erwacht
Montag, 9. Juli 2012 - 8:53

Nach zwei Wochen Schlaf macht sich Unmut breit. Man fragt sich, wo war die Opposition während der Abstimmung zum neuen Meldegesetz? Das Gesetz soll in weniger als einer Minute das Parlament im Eiltempo passiert haben? Waren dabei so wenige Parlamentarier anwesend, dass die Abstimmung noch nicht einmal in Abgeordnetenwatch zu finden ist? War der Bundestag überhaupt beschlussfähig?
Jetzt will die Opposition das Gesetz im Bundesrat stoppen, wenn es überhaupt im Bundesrat zustimmungspflichtig sein sollte.
Ich nenne das "echte Demokratie": In Nacht- und Nebelaktionen Gesetze ins Gegenteil verkehren und verabschieden. Entweder in Nachtsitzungen am Freitag (ESM, Fiskalpakt) oder vernebelt, während Deutschland im Halbfinale spielt (Donnerstag, nach dem Anpfiff). Würde dasselbe in einem weit entfernten Land stattfinden, würde man sofort „Bananenrepublik“ rufen. Bei uns ist dies echte, parlamentarische Demokratie.

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Kommentare

Shitstorm zum neuen Meldegesetz?

Was soll denn das Gemeckere an dem neuen Gesetz? Wer aufmerksam diese Mitteilung der FPD - auf deren Homepage veröffentlicht - liest, wird erkennen, dass das neue Meldegesetz nur von Vorteil für die Menschen in unseres Landes ist:

HÖFERLIN: Melderecht ist kein Freibrief für Datenhandel

BERLIN. Zum kürzlich verabschiedeten Meldegesetz der Koalition erklärt der liberale Innenpolitiker der FDP-Bundestagsfraktion Manuel HÖFERLIN:

Das ab 2014 geltende neue bundeseinheitliche Melderecht befriedigt die Reformbedürfnisse einer modernen Verwaltung und immer mobilerer Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen. Die Vereinheitlichung des Meldewesens ist ein großer Fortschritt. Wir haben nun endlich die Möglichkeit, die unterschiedlichen Infrastrukturen der Länder langsam auf ein Niveau zu bringen und werden in den nächsten Jahren bürgerfreundliche dezentrale, aber vernetzte Strukturen schaffen, die die Verwaltung modernisieren.
Dabei ist selbstverständlich der Datenschutz gewahrt. Das Bundesdatenschutzgesetz mit seinem hohen Niveau gilt auch im Melderecht. Werbung und Adresshandel müssen sich nach wie vor an das Bundesdatenschutzgesetz halten. Im Sinne der Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger müssen diese Zwecke bei Melderegisterabfragen durch Unternehmen angegeben werden. Dies ist bundeseinheitlich eine neue und mit empfindlichen Bußgeldern versehene Hürde. Damit wird die schon bisher bestehende Möglichkeit von Melderegisterabfragen zu Werbezwecken weiter eingegrenzt und für Bürgerinnen und Bürger transparenter ausgestaltet. Jeder hat selbstverständlich das Recht, der Datenweitergabe zu widersprechen. Dies muss in der Praxis dazu führen, dass alle Meldepflichtigen auf ihr Widerspruchsrecht hingewiesen werden. Wie nach dem bisher geltenden Recht gilt auch künftig, dass eine einfache Melderegisterauskunft nur dann erteilt werden kann, wenn die Person eindeutig festgestellt werden kann.
Daten, die ein Kunde freiwillig einem Unternehmen überlassen hat, können auf Anfrage des Unternehmens anhand der Melderegisterdaten aktualisiert werden. Der Widerspruch gegen die Datennutzung muss sich in diesem Fall gegen das Unternehmen richten, dem die Datennutzung vom Kunden gestattet wurde, nicht gegen die Meldebehörde. Das gilt ebenfalls schon heute nach dem Datenschutzrecht, denn ein Umzug ist nicht gleichbedeutend mit dem Widerruf der eigenen Daten.
Schließlich werden die Weichen für eine moderne Verwaltung gestellt und die überholte Unterscheidung zwischen elektronischer und papiergebundener Datenverarbeitung aufgegeben.

Erst lesen, dann meckern. Gelle!

Mein lieber Gast,

als FDP-Mitglied oder FDP-Nahestehender würde ich es an ihrer Stelle etwas langsam angehen lassen. Ich wette, dass das Gesetz gekippt wird.

Selbst die Regierung ist erschrocken, über den verabschiedeten Quatsch. Nein, da hat sich die FDP eins ins Bein geschossen. Aber, das halte ich für normal.

Im übrigen habe ich nicht nur an dem neuen Gesetz gemeckert, auch die Art, wie es zustande kam und verabschiedet wurde, sind demokratieunwürdig.

Ein letztes, lieber Gast, für einen Shitstorm bin ich viel zu alt und viel zu zahm. Mit richtiger Empörung würde man euch alle zum Teufel jagen!

Man versteht es kaum noch

Ich sag es wie es ist: allein die Tatsache dass die FDP ein Thema verteidigt reicht heutzutage aus um die Alarmglocken zu läuten und das Schlimmste zu denken. Vermutlich ist der Gast ein Agent Provocateur der durch diese Stellungnahme gezielt Stimmung gegen die FDP machen will.

Im schlimmsten Fall aber meint er es ernst.

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