Hygiene forever?
Möchten Sie verseuchte Lebensmittel zu sich nehmen? Natürlich nicht. Das wissen auch die Politiker und verantwortungsbewußte Verbraucherschützer, und natürlich, die Hygiene-Beauftragten.
Sie haben sicher schon von der neuen Hygiene-Ampel gelesen? Die funktioniert wie eine Verkehrsampel, die uns ebenfalls Verantwortung im Strassenverkehr abnimmt.
Bei rot tut sich nichts, bei gelb geht man in Habachtstellung und bei grün ist alles gut.
Den Gastronomen mit roter Hygiene-Ampel gibt es sicher nicht länger als einen kompletten Arbeitstag, ist das Teil gelb werden ihn Umsatzrückgänge in einem etwas längeren Zeitraum in die Knie zwingen, ist die Ampel grün, ist alles, wie gesagt, im grünen (Umsatz-) Bereich.
Nun gab es bisher den Wirtschaftskontrolldienst, der nach dem Rechten zu sehen hatte und das auch ordentlich tat. Der geneigte Restaurantbesucher entschied nach Geschmack (Achtung: eigene Entscheidung!), wo er zu speisen beliebte. War es erkennbar schmuddelig mied er freiwillige die ungastfreundliche Stätte. Diese Verantwortung nimmt ihm jetzt die Ampel ab. Leider ziemlich vollständig. Denn frische Waren zu verarbeiten, wird sich der Restaurant-Besitzer zweimal überlegen. Wie denn, bitte schön, die Frische nachweisen. Gar noch lose Ware kaufen, deren Umfang auch noch zu prüfen wäre. Einfacher und, natürlich, hygienischer ist abgepackter Industriefood. Da steht der Nachweis schon drauf.
Da die Hygiene-Ampel, anders als die Verkehrsampel quasi im Privatbesitz ist, denn der Wirt muss diese per Bürokratie selbst steuern, kostet das auch Zeit, Nerven und – Kernpunkt – Geld.
Erfreulich ist allerdings die zu Ende gedachte Ampel-Perspektive. Von Natur saubere Betriebe, wie Schnellfraß-Ketten, haben ihr Ketten-Ordnungssystem. Diese Betriebe werden ihre Marktanteile erfreulich ausweiten und unsere Jugend darf dann das ungestört tun, was sie sowieso gerne macht: Abgepackten Schnellfraß zu sich nehmen.
Die Spitzen der Gesellschaft brauchen sich allerdings keine Sorgen zu machen – am oberen Ende der Qualitätspyramide stehen die Spitzenrestaurants – da kommt es auf ein paar Euro mehr oder weniger pro Mahlzeit nicht an – gell, Frau Merkel (Herr Gabriel).
Mahlzeit.
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Kommentare
Bezahlter Unfug!
Nichts gegen die Ampel an sich...
Aber welchen "Sinn" soll es machen, eine "Rote Ampel" vor eine Speiselokalität zu hängen um damit die Kunden fern zu halten?
Dann kann man doch das Dingen einfacher schließen, statt dies über einen Umweg zu mache, bzw. zu "hoffen", dass der Kunde diese "Ampel" vor dem Betreten wahrnimmt.
Außerdem: Ich habe in meiner Zeit als Koch einige "Große Häuser" von innen gesehen, welche der WKD niemals weiter als bis zum Empfang betreten hat... wären dieser weiter gekommen, hätte wohl "Gelb" nicht ausgereicht.
Völliger Schwachsinn
Eine solche "Qualitätssicherung" ist völliger Schwachsinn und kann nur Gehirnen irgendwelcher weltfremder Sesselpupser entsprungen sein.
1) Die Rechtsgrundlage ist fragwürdig
2) Die Finanzierung ist fragwürdig
3) Die Durchführung ist fragwürdig und
4) das Ergebnis ist letztendlich ebenso fragwürdig.
Natürlich kommt jetzt gleich wieder das Argument, wie toll das doch alles im Ausland bereits funktioniere.
Ich bestreite, dass es in D funktioniert.
Schade,
daß es die Ampellösung für Politiker nicht gibt. Wer unangenehm auffällt, bekommt die rote Ampel und muß bis zur Besserung die Klappe halten.
Dass für Gastwirtschaften die Ampel eingeführt werden soll ist doch klar, sie haben nicht die Lobby der Nahrungsmittelindustrie. Die hat sich erfolgreich gegen die Ampel gewehrt. Und wenn Politiker die Ampel im Kopf haben, dann muß sie irgendwo hin.
Ich bin der Meinung, dass der WKD solche Betriebe, die auffallen, in kürzeren Abständen kontrollieren sollte. Auch Betriebe, bei denen der Besitzer wechselt. Sauber geführte Betriebe haben dafür einen längeren Kontrollturnus.
Aber man kann die Sache auch von einer anderen Seite sehen. Wenn ein Betrieb derart unsauber ist, dass gesundheitliche Bedenken bestehen, dann muss er geschlossen werden, oder doch rot beampelt?
Denn eines ist sicher: wer die rote Ampel fürchtet, könnte doch einfach sauber arbeiten. Zu seinem und des Kunden bestem.