Heute vor 40 Jahren. 7. Dezember 1970: Willy Brandt kniet in Warschau nieder

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Montag, 6. Dezember 2010 - 15:43

Willy Brandt
Es gab eine Zeit, als sich die SPD noch "Volkspartei" nennen durfte. Lange, lange ist's her, dass die Genossen an der Spitze der SPD unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger mitreißen und auf ihrem politischen Weg mitnehmen konnten. Eine Person, die das Bild der bundesdeutschen Sozialdemokratie wie wohl nur wenig andere mitgezeichnet hat, ist Willy Brandt.

Morgen, 7. Dezember 2010, ist Jahrestag des "Warschauer Kniefall" des SPD-Bundeskanzlers (1969 bis 1974) Willy Brandt, der für seine Ostpolitik, die auf Entspannung und Ausgleich mit den osteuropäischen Staaten ausgerichtet war, 1971 den Friedensnobelpreis erhielt.

Am "Ehrenmal für die Helden des Warschauer Ghettos" in Warschau, wo 1943 ein verzweifelter Kampf jüdischer Aufständischer gegen die deutschen Besatzungstruppen begann, legte Willy Brandt am 7. Dezember 1970 einen Kranz nieder. Dann ist er spontan auf die Knie gesunken.

Dieses Bild des knienden Kanzlers symbolisiert wie wohl kein anderes die durch Willy Brandt eingeleitete Ostpolitik der Bundesrepublik und den Umgang mit der deutschen Vergangenheit.

Die Berliner Zeitung (B.Z.), eine zum Springerkonzern gehörende Tageszeitung, titelte damals: "Knien darf man nur vor Gott!" Wütend kommentierte Willy Brandt diese Titelzeile einem Freund gegenüber: "Woher wissen diese Schweine denn, vor wem ich gekniet habe?"

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