Heidelberg: Erste Stolpersteine verlegt
Erste Steine verlegt
Nachdem inzwischen in 500 Städten und Orten in Deutschland, aber auch schon im benachbarten Ausland Gedenksteine verlegt wurden, stimmte der Gemeinderat zu. Ein großer Erfolg für die Initiative, die ihre Forderungen gegen den Widerstand in Heidelberg erfolgreich durchsetzte.
Friedrich Ebert Gedenkstätte "proppenvoll"
Vor ca. 150 Menschen, einige Angehörige von Überlebenden des Nazi Terrors waren extra aus den USA angereist, sprach Gabi Maerzke von der Initiative über den steinigen Weg, den sie bis zum heutigen Tag gehen mussten. Aber wir haben es geschafft. Mit sehr vielen Unterstützern, aus Schulen, der jüdischen Gemeinde, der VVN-BdA, den Gewerkschaften, der autonomen Antifa, einigen Gemeinderäten, aber auch zahlreichen Einzelpersonen.
Nach Violinenstück, einem Gedicht und und einer Kurzlesung, ging es in die Dreikönigstrasse um die Ecke. Das Fazit Gabi Maerzkes war: "Jetzt ist es auch in Heidelberg möglich den Opfern ihre Namen zurückzugegeben".
Menschenmenge auf ca. 200 angewachsen
Sehr erstaunt, aber erfreut über diese unerwartete große Beteiligung, führte Gabi Maerzke die Menge zum Haus Nr. 15, dem letzten freigewählten Wohnort von Heinrich Fehrentz. Er wurde wegen abhörens von "Feindsendern" von den Nazis ermordet. Sein Neffe Prof. Dr. Dieter Fehrentz, seit Jahrzehnten in der Antifaarbeit tätig, hielt eine kurze Ansprache über seinen Onkel. Wir müssen die Geschichte aufarbeiten, auch wenn es manchmal wehtut, müssen wir uns erinnern. Die Nazi-Gräuel dürfen sich nicht wiederholen, so Dieter Fehrentz.
Erfreulich, dass sich einige Stadträte von SPD und der Linke, aber auch Funktionäre der IG Metall der GEW und des DGB, den Mitunterstützern der Initiative, bei der Veranstaltung dabei waren.
Gunter Demnig und Songgruppe
Der Künstler Gunter Demnig, der Hauptinitiator der gesamten Gedenksteinaktionen seit 2003, versenkte den ersten Gedenkstein mit den Daten von Heinrich Fehrentz. Gunter Demnig, nach Beweggründen und seines Handelns befragt, nannt als sein Motto: "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist"!
Der Chor der autonomen Antifa Heidelberg begleitete die Veranstaltung mit Liedern der Arbeiterbewegung. Die "Internationale" auf deutsch, jiddisch und französisch und "mein Vater wird gesucht" waren passend und wurden sehr einfühlsam vorgetragen.
Weitere Verlegungen von Stolpersteinen
Der Menschenzug ging zur Hausnummer 24 in der Dreikönigstraße, dort wohnte zuletzt Ludwig Brummer, danach zog der Zug in die Hauptstraße Nr. 121, dort lebte Familie Durlacher. In der Gaisbergstraße Nr. 9 wurde Leontine Goldschmidt gedacht. In der Bergstraße 44 in Neuenheim war es Familie Blum und in der Bergstraße 86 wurde der Familie Liebhold gedacht und Gedenksteine verlegt.
Ein vielleicht kleiner, aber historische Tag für Heidelberg
Heidelberg, 13. Oktober 2010
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