Hans Wilhelm Baur blockiert Bruchsaler Stadtentwicklung
Die Stadt Bruchsal hat bereits Ende 2009 das Stadtgebiet Nord-West als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Erklärtes Ziel dieser Sanierung ist, die Brachen zu beseitigen und untergenutzte Grundstücke sowie das komplette Quartier aufzuwerten. Durch die Aufwertung des Wohnumfeldes wird die Wohnsituation und Wohnqualität verbessert. Dieses wertvolle Innenstadtgebiet ist der ideale Standort für hochwertigen Geschosswohnungsbau, gerade auch für junge Familien.
Mittlerweile beschäftigt sich die Stadtverwaltung von Bruchsal auch mit Überlegungen zur Gestaltung der „Schlosspromenade": der nördlichen Friedrichstraße zwischen Schloss und Jost. Durch diese Schlosspromenade, auch „Schlossmeile" genannt, die Bruchsals Aushängeschild Nr. 1, das Barockschloss mit dem Musikautomatenmuseum, mit Bruchsals Innenstadt verbindet, können in naher Zukunft noch mehr Besucher nach Bruchsal gelockt werden. Ein wichtiger Schritt hin zur Aufwertung der Bruchsaler Innenstadt und auch die Bruchsaler dürfen sich auf (Außen-) Gastronomie nach Schwetzinger Vorbild erfreuen.
Wer allerdings heute in der nördlichen Friedrichstraße „um die Ecke" lugt, darf sich am Anblick der „Rollingenstraße" erfreuen, die einen ergötzlichen Eindruck vom Aussehen des früheren Zonenrandgebietes vermittelt. Nicht viel besser sieht die Brache hinter dem Gebäude der Bruchsaler Rundschau aus. Dort beeindruckt eine große asphaltierte Freifläche, die lediglich zum Abstellen von Kraftfahrzeugen genutzt wird. Doch ohne dieses Baur'sche Grundstück ist eine sinnvolle Bebauung des Gesamtareals nicht möglich.
Und jetzt erkennen wir die Bedeutung von Hans Wilhelm Baur, dem Eigentümer dieser Brache hinter der Bruchsaler Rundschau. Hans Wilhelm Baur nennt diese 42 Parkplätze sein eigen - und er liebt seine Parkplätze: da lässt er niemand ran. Einmal Parkplatz, immer Parkplatz.
Der konservative ältere Herr im Karlsruher Verlagshaus in der Linkenheimer Landstraße lässt in seinem Blatt gerne von seinen Redakteuren politische Geschehnisse fachkundig beurteilen, nicht zuletzt planerische Vorgänge im Machtbereich der Badischen Neuesten Nachrichten.
In Bruchsal darf man allerdings planerische Geschehnisse zwischen Schloß und Innenstadt nach dem Willen des Verlegers wohl nicht kommentieren. Denn nach dem Beschluss des Verlagsherrn soll die Brache weiterhin genutzt werden als Parkplatz. Ein Interesse, die Baur'schen Grundstücke der notwendigen stadtplanerischen Entwicklung zur Verfügung zu stellen ist bei dem Verleger nicht zu sehen.
Konservativ ist halt konservativ. Basta, die Parkplätze bleiben!
Man kann ja von Glück sagen, dass die ehemaligen Marktplatz-Parkplätze nicht Baurs Privateigentum waren. Da hätten ja seine Mannen vor Ort nicht über die Einweihungsfeier des SEPA-Projektes berichten können.
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Kommentare
Stadtentwicklung Bruchsal
Herr Schmitt scheint einmal zu viel an den Parkplatzmarkierungen auf dem von ihm benannten Grundstück geschnüffelt zu haben, als diese erneuert wurden.
Bei genauerer Recherche wäre ihm aufgefallen, dass ein Teil der Parkplätze an Berufstätige vermietet wird, die dies auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit zu schätzen wissen.
Im Übrigen muss doch in einer Demokratie den Bürgern vorbehaltlos zugestanden werden, mit ihrem Eigentum nach eigenem Ermessen und nicht nach der Gier irgendwelcher Bauträger zu verfahren.
Kurzsichtig?
Sehr geehrter Herr Wurst, Herr Schmitt schnüffelt ab und zu zum Missvergnügen einiger seiner Mitbürger an so manchem - sicherlich aber nicht an Markierungsfarbe.
Zu einigen weiteren bei Ihnen offensichtlich vorliegenden Missverständnissen möchte ich als langsam verzweifelnder Bruchsaler Noch-Innenstadtbesucher jedoch anmerken, dass es Herrn Schmitt doch nicht darum geht, wer die Baurschen Parkplätze belegt, sondern dass es - nicht nur aus einer Sicht - eine städtebauliche Zumutung ist, diese wertvollen Flächen überhaupt als Parkplätze und nicht anderweitig - höherwertig - zu nutzen. Bei allem Verständnis für die Parkplatznöte Berufstätiger: Deren Arbeitgeber sind gefragt, wenn es um Parkplätze für ihre Beschäftigten geht. Und um die für ihren Kunden übrigens auch.
Und: Gerade in einer Demokratie sind die Bürger NICHT berechtigt, nach ihrem eigenen Ermessen zu verfahren - da gibt es z. B. so einen schönen Satz in unserem Grundgesetz, der lautet "Eigentum verpflichtet" - nämlich zu sozialem Verhalten. Und welcher "gierige" Bauträger gegebenenfalls mit dem Grundstück eines Tages versucht, eine Geschäft zu machen - nun, darüber kann Herr Baur (oder seine Erben) ja jederzeit selbst mit entscheiden.
Eine abstruse Diskussion
zwischen Herrn Wurst und Gast. Da steht das neugebaute Parkhaus zu 2/3 leer und Hans Wurst verweist auf die Notwendigkeit der Parkplätze auf dem Areal bei der Bruchsaler Rundschau. 1 Monat parken im neuen Parkhaus kostet nur 48,50 Euro. In den Tiefgaragen ist es vielleicht noch billiger.
Das neue Parkhaus seht doch
Das neue Parkhaus seht doch nur deswegen leer, damit die Fußgänger wenigstens dort einen Platz finden, wo sie nicht um parkende Autos herumlaufen müssen...
Die "Fußgängerzone" ist dafür ja nicht geeignet.
Oberbürgermeisterliches Park-Chaos
Das neue Parkhaus steht wohl vor allem deswegen weitgehend leer, weil Bernd Doll in seinen letzten Amtsmonaten noch mit Zustimmung bzw. Duldung des Gemeinderates in der Innenstadt ein nahezu unentwirrbares Park-Chaos angerichtet hat - leider unternimmt seine Nachfolgerin bis jetzt keinerlei bemerkbare Anstalten, diesen Zustand zu ändern.
Und der Gemeinderat schaut weiter zu, verzichtet auf Unsummen an Parkgebühren und finanziert ein "Parküberwachungssystem" das sich nicht einmal ansatzweise durch Verwarnungen zumindest selbst finanziert.
Aber jammern.