"Haderer - Bis der Arzt kommt!"
Von Donnerstag, 7. Juli 2011 bis Sonntag, 27. November 2011 im caricatura museum frankfurt:
HADERER
Das caricatura museum frankfurt präsentiert den Superstar der Komischen Kunst, den vielfach ausgezeichneten Maler, Cartoonisten und Buchautor Gerhard Haderer, anlässlich seines 60. Geburtstags in der exklusiven, großen Werkschau: HADERER
Gerhard Haderer? Was fällt uns zu diesem Namen ein? Zuerst einmal eine raffinierte, detailgenaue und -verliebte zeichnerische Ästhetik, die in ihrer Brillianz ihresgleichen sucht und der beinahe fotorealistische Charakter seiner Bilder.
Dann: Seine Beobachtungsgabe! Auf was auch immer der Komische Künstler aus Linz seinen Blick richtet, er scheint dabei so genau hinzusehen, dass es dem Betrachter seiner Bilder schon mal schwindlig wird. Und Haderer beherrscht noch eine ganz andere Kunst. Denn er ist ein äußerst fleißiger, um nicht zu sagen disziplinierter Arbeiter und liefert für das Magazin stern seit über 20 Jahren jede Woche den Einstiegs-Cartoon: Haderer spürt, welches Thema die "Volksseele" gerade bewegt oder sie zum gären bringt. Er legt, immer mit Bedacht, den Finger in die Wunde und bringt so auf den zeichnerischen und textlichen Punkt, was die Menschen betrifft, drangsaliert oder auch ängstigt: Den ganz alltäglichen Wahnsinn.

"Wer soll das alles essen?" | Credit: Gerhard Haderer
Die Ausstellung HADERER im caricatura ist Teil der gemeinschaftlichen Präsentationsreihe "Haderer - Bis der Arzt kommt!", die die Städte Linz, Krems, Villach und Wien zusammen mit Frankfurt/Main organisiert haben, um das umfangreiche Werk, Wesen und Wirken von Gerhard Haderer anlässlich seines 60. Geburtstags zu würdigen.
Achim Frenz, der Leiter der caricatura, der im Frühjahr 2011 bereits die HADERER Schau für das Kunstmuseum Lentos in Linz kuratierte, hat zusammen mit dem Künstler, aus den mehr als 1100 für den stern entstandenen Zeichnungen eine Auswahl von gut 200 Originalbildern für die Ausstellung HADERER getroffen.
Die über 200 ausgewählten Original-Cartoons zeigen die gesamte Bandbreite von Gerhard Haderers Schaffen. Ganz egal, ob es um Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Religion, Tourismus oder den Alltag geht, der Komische Künstler lässt einfach kein Thema aus. Seine Neugier scheint ebenso unstillbar, wie sein Interesse an allem, das den Mensch ausmacht: Guido Westerwelle als Pinocchio, das traute Rock-Paar 40 Jahre nach Woodstock, der montägliche Traum von Millionen Bundesbürgern, der strahlende, Goldkettchen behängte, sonnenbebrillte Lottogewinner oder der etwas überraschende Besuch der ach so lieben Verwandten. Immer enthüllt die meisterhaft gezeichnete Überspitzung, die offensichtliche Wahrheit bis hin zum tragisch-komischen Element.
So wird aus den Bildern Gerhard Haderers, chronologisch betrachtet, auch eine Zeitreise durch unsere jüngere Vergangenheit mit all ihren Höhepunkten, Widrigkeiten und Skandalen. Allerdings ist diese Vergangenheit so gegenwärtig wie Haderers Bilder, die uns die hohe Kunst der Verdichtung des ganz alltäglichen Wahnsinns so glänzend vor Augen führen.
Der Künstler - Gerhard Haderer - Kurzbiografie
Gerhard Haderer, 1951 in Leonding (Österreich) geboren, vielfach ausgezeichnet, lebt und wirkt von Linz aus.
Seit 1984 arbeitet der gelernte Grafiker als Karikaturist für so renommierte Zeitschriften wie die Titanic, profil, Wiener, Trend, Geo und seit 1991 - wöchentlich - für den stern. Weltweit ist Gerhard Haderer durch seine zahlreichen Buchveröffentlichungen bekannt geworden.
Sein 2002 erschienenes Buch „Das Leben des Jesus" löste international heftige Reaktionen insbesondere der katholischen Kirche aus. Am 19. Januar 2005 wurde er in Griechenland wegen Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft in dem Buch in Abwesenheit zu sechs Monaten Haft verurteilt. Dieses Urteil wurde jedoch am 13. April 2005 korrigiert, und Gerhard Haderer wurde freigesprochen. Die Diskussionen um seine Zeichnungen gehen fröhlich weiter.
Studium
1965-1969 Fachschule für Gebrauchs- und Werbegraphik in Linz
Preise
- 2001 Deutscher Karikaturenpreis
- 2006 Karikaturpreis der deutschen Anwaltschaft
- 2008 Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien.
Biografie
Zunächst selbstständiger Grafiker, Zeichner und Illustrator für Werbeagenturen, wechselt Haderer 1984 zur satirischen Zeichnung und arbeitet seit 1985 als Karikaturist. Seine Zeichnungen, zumeist mit „Hades" signiert, erscheinen regelmäßig in Zeitungen und Magazinen des deutschsprachigen Raumes (seit 1985 im „profil", seit 1991 im „stern", 1992-1996 in den „Oberösterreichischen Nachrichten", weiters in „Wiener", „Geo", „Trend").
Von 1997 - 2000 und seit 2008 monatlich, erscheint das Comic-Heft „MOFF", in dem Haderer das aktuelle gesellschaftspolitische Zeitgeschehen persifliert. Neben seinen Zeichnungen ist Haderer international auch als Buchautor im Genre der Bilderzählung (das in Österreich wenig beachtet wird) bekannt: Sein Cartoon-Band, „Das Leben des Jesus", führt 2002 zu einer öffentlich geführten Diskussion über die Legitimität humoristischer Darstellungen religiöser Inhalte, Haderer selbst wird 2005 in Athen wegen Blasphemie verurteilt, in zweiter Instanz jedoch freigesprochen.
Die anfängliche Laufbahn in der Werbegrafik spiegelt sich in seinen Karikaturen durch Übernahme deren Techniken wider: Exakter Bildaufbau, Optimierung der Farbeffekte durch Einsatz von KaltWarm-Kontrasten (wobei Haderer bevorzugt Acryltusche verwendet und die Farbtöne aus den Primärfarben mischt), gezielte Licht- und Blickführung erzeugen Hochglanzzeichnungen, deren Bildinhalte tagesaktuelle Ereignisse, Alltagsgeschehen, Politik, Religion, Tourismus, Sport und Gesellschaft sarkastisch festhalten. Oftmals beschränkt sich Haderer auf die bloße Wiedergabe seiner Figuren, anstatt diese in Handlungen zu zeigen.
Seit 2006 liefert Haderer der österreichischen Kulttruppe Maschek Puppenentwürfe für deren als Kasperltheater inszenierten Kabarettstücke über österreichische Politiker („Bei Schüssels" 2006, „Beim Gusenbauer" 2007, „Bei Faymann" 2009)
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr
Mittwoch 10 - 21 Uhr
Montag geschlossen
Preise
5,. € / 2,50 € ermäßigt
Anschrift
caricatura museum frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17
D-60311 Frankfurt am Main
Tel +49 (0) 69 212 301 61
caricatura [dot] museum [at] stadt-frankfurt [dot] de
Anfahrt
Bahnverbindung U4 / U5 Römer
Günstig Tanken
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Kommentare
Der Biss ist verloren gegangen
Noch immer kann ich herzlich über Haderers Bilder lachen, aber der Biss früherer Jahre ist dahin. Bilder von ihm wie z.B. die Priester mit erektiertem Glied unter der Soutane habe ich schon lange nicht mehr gesehen, die neueren Bildbände von ihm sind für mich nicht mehr die bibliothekaren Schätze, die man gerne nochmals aus dem Regal hervorholt.
Folgende Bilder gefielen mir bisher am besten:
und vor allem das hier