Gut gemacht ?

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Wer fragt schon danach
Samstag, 12. November 2011 - 10:22

Endlich, die Regierung scheint sich darauf besonnen zu haben, dass es außer Europa- und Weltpolitik auch in Deutschland etwas zu tun gibt. Aber was da an Beschlüssen herausgekommen ist, ist ein Flickwerk, geschuldet der Zerstrittenheit der Koalition und der Profilierungssucht einzelner Parteibonzen.

Die Schuldenbremse funktioniert! Nur 25 Milliarden Neuverschuldung bei einer Spitzenkonjunktur! Angesichts der vorhandenen Staatsverschuldung kann man dazu nur gratulieren. 25 Milliarden sind doch Peanuts. Ich frage mich nur, was passiert, wenn die Konjunktur rückläufig sein wird? Wenn das BSP nicht steigt? Bei Negativwachstum? Negativwachstum, ein Ausdruck der nur Politikergehirnen entsprungen sein kann.

Aber für die FDP muss man ja auch etwas tun: 6 Milliarden Steuersenkung 2013. Jetzt kann Rösler endlich liefern. Eine Steuersenkung, die niemandem nützt, aber der Allgemeinheit schadet. Aber es geht ja in Richtung Wahljahr, die erste Halbzeit der Regierung war innenpolitisch ein Desaster. Das Seltsame ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung diese Steuersenkung gar nicht will. Und die schon lange versprochene Steuerreform kommt nicht, weil damit die Pfründe so mancher Lobby beschnitten würden.

Das Betreuungsgeld ist eine Geldleistung des Staates an die Eltern. Ob das Betreuungsgeld in jedem Fall in bar ausgezahlt wird, steht noch nicht fest. Möglicherweise wird die Auszahlung in bestimmten Fällen (Hartz IV, Migrantenkinder) durch Gutscheine erfolgen. Na toll, da reden wir immer von Integration und Bildung, und dann, weil wir uns Kita-Plätze im Westen nicht leisten können, lassen wir diejenigen Kinder zuhause, die einer Förderung am meisten bedürfen. Aber, in einer Koalition muss ja auch ein Schmankerl für Seehofers CSU dabei sein.
Bildung hat die Kanzlerin zur Chefsache erklärt, seitdem merkelt es so dahin.

Der Pflegebeitrag soll zum 1. Januar 2013 um 0,1 Punkte auf 2,05 Prozent steigen. Das soll 1 Milliarde in die Kasse spülen. Das ist doch einmal ein gelungener Wurf! Steuersenkung um 6 Milliarden, Pflegebeitragerhöhung um 1 Milliarde. Da soll noch mal einer sagen, die wüssten nicht, was sie tun! Das nenne ich konsistente Politik! Bei der Tasse Kaffee, die wir uns nach der Steuersenkung mehr leisten können, wird die Milch gestrichen, wir sind so wie so alle zu fett.

Ehrlich gesagt, ich wünschte mir, endlich wieder einmal sagen zu können: „Gut gemacht!“

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Kommentare

Griffelspitzer (die Zweite)

@filou

Im Nach-Guttenbergschen-Zeitalter sollte man auf Quellenangaben Wert legen (auch wenn man vorgibt, eher kein Internetnutzer zu sein...).

Nicht nur, weil es (selbst schlechte) Polemik entwertet, wenn man diese mit Cut-and-Paste aufpeppt, ohne sich um Quellenangaben zu scheren; man vermeidet es auch, auf nicht zutreffende, überzogene Statements von Lobbygruppen hereinzufallen:

www.sozialhilfe24.de/betreuungsgeld/ schreibt:

"Möglicherweise wird die Auszahlung in bestimmten Fällen (Hartz IV, Migrantenkinder) durch Gutscheinen für Leistungen zum Wohle des Kindes erfolgen."

filou schreibt:

"Möglicherweise wird die Auszahlung in bestimmten Fällen (Hartz IV, Migrantenkinder) durch Gutscheine erfolgen."

Zwar ist das fehlerhafte Original nun grammatikalisch richtig und leicht gekürzt (die "Koch-Mehrin-Variante"), richtig wäre es dennoch, wenigstens die Quelle des Lobbyvereins anzugeben.

Und daneben vielleicht noch einige Verweise zu bringen, weshalb dieses Statement eher nicht dem Regierungsentwurf entspricht.

Aber wen interessieren schon die Fakten...

Schlechte Polemik?

Aus den beiden unten zitierten Artikeln resultiert mein Satz: „Möglicherweise soll die Auszahlung durch Gutscheine erfolgen“. Als ich dann in dem von Ihnen zitierten Artikel noch Harz IV und Migrantenkinder gelesen habe, konnte ich’s nicht lassen, dieses einzufügen. Die Diskussion und Diskrminierung darüber (über Gutscheine) hatten wir ja auch schon beim Bildungspaket. Ich bekenne, ich habe die Worte „in bestimmten Fällen (Hartz IV, Migrantenkinder)“ ohne Quellenangabe übernommen. Pfui! Aber: wer suchet, der findet.
Und in Bruchsal.org zu schreiben, ohne Internetnutzung, wie geht denn das?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,797756,00.html
Vor zwei Wochen hatten die schwarz-gelben Koalitionsspitzen im Kanzleramt die Einführung der Prämie beschlossen - auf Drängen der CSU. Die Details der Ausgestaltung sind jedoch noch völlig unklar. Klar ist nur: Die CSU besteht auf einer Barauszahlung der Prämie - viele CDU-Abgeordnete stemmen sich dagegen, sie favorisieren ein Gutscheinmodell.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,797534,00.html
Und in der Union und FDP gibt es besonders bei den Frauen heftigen Widerstand dagegen, dass das Geld in bar ausgezahlt wird. Die Vorsitzende der "Gruppe der Frauen" der Union, Rita Pawelski, erklärte: "Wenn es bei der Barzahlung bleibt, werde ich nicht zustimmen."

Und damit es nicht zu Klagen kommt, die Hervorhebungen sind von mir (befinden sich nicht in den Originalartikeln).

Zitat huhi: „Nicht nur, weil es (selbst schlechte) Polemik entwertet, wenn man diese mit Cut-and-Paste aufpeppt, ohne sich um Quellenangaben zu scheren; man vermeidet es auch, auf nicht zutreffende, überzogene Statements von Lobbygruppen hereinzufallen:“

Dazu Auszug Wikipedia: „Polemisieren heißt, gegen eine (bestimmte andere) Ansicht zu argumentieren. Der Polemiker sucht nicht zwingend den Konsens, sondern versucht im rhetorischen Wettstreit seinen Argumenten zum Durchbruch zu verhelfen. ……………
Häufig wird mit den Mitteln der Übertreibung, der Ironie und des Sarkasmus gearbeitet oder vom Strohmann-Argument Gebrauch gemacht.“
Was soll daran schlecht sein?

Übrigens, auf die Lobbygruppe der Frauen falle ich gerne herein ;-)

 

"Was soll daran schlecht sein?"

“Polemisieren heißt, gegen eine (bestimmte andere) Ansicht zu argumentieren. Der Polemiker sucht nicht zwingend den Konsens, sondern versucht im rhetorischen Wettstreit seinen Argumenten zum Durchbruch zu verhelfen”. So weit so gut. Was heißt das nun aber genau? Man kann auch sagen, der Polemiker möchte um jeden Preis recht haben, wobei es nicht auf den Wahrheitsgehalt ankommt, sondern schlicht und einfach auf die Rechthaberei an sich. Betrachten wir uns die in Wikipedia angeführten Mittel zum Zweck: Kennzeichen von Polemik sind oft scharfe und direkte Äußerungen (nichts dagegen), teilweise auch persönliche Angriffe (hier wird’s schon fragwürdig) in Form von Bloßstellen, Anzweifeln der Glaubwürdigkeit, der Reputation und ggf. auch der Integrität, wobei häufig mit den Mitteln der Übertreibung, der Ironie und des Sarkasmus gearbeitet und vom Strohmann-Argument Gebrauch gemacht wird. So weit, zusammengefaßt, Wikipedia. “Was soll daran schlecht sein? “, fragt Filou. Nun, meiner Meinung nach sind das “unfaire Mittel”. Denn laut Wikipedia wiederum ist ein “Strohmann-Argument” eine rhetorische Technik, welche die Position des Gegners verzerrt darstellt, um sie leichter widerlegen zu können. Statt auf die tatsächliche Position des Gegners einzugehen, wird gegen eine verzerrte oder abgewandelte Position - den “Strohmann” - argumentiert. Dabei wird durch verschleiernde Rhetorik versucht, die Widerlegung dieser abweichenden Position als Widerlegung der tatsächlichen Position des Diskussionsgegners glaubhaft zu machen. Es gibt verschiedene Methoden der Strohmann-Argumentation:
- Die These des Gegners wird verzerrt, übertrieben oder falsch dargestellt, dann die entstellte These widerlegt und behauptet, dass nun die ursprüngliche These widerlegt sei.
- Man bezieht sich auf jemanden, der die gegnerische These mit wackeligen Argumenten verteidigt, widerlegt diese Argumente und behauptet dann, dass damit jeder Vertreter dieser These und somit auch die These selbst widerlegt sei.
- Es wird eine fiktive Person mit fragwürdigen Handlungen und Anschauungen beschrieben und behauptet, dass diese fiktive Person die Gruppe vertrete, die der Polemiker kritisieren will.
- Zu einer gegnerischen These werden “analoge” Beispiele erfunden, die vordergründig der kritisierten These analog erscheinen, aber bei genauem Hinschauen gar nicht passen. Diese Analogien werden dann widerlegt und somit die These des Gegners als widerlegt behauptet. So kann sich der Polemiker Analogien zurechtlegen, die wesentlich einfacher zu widerlegen sind als die eigentlich zu widerlegende These.
Strohmann-Argumente können bei “Rechthaberei” erfolgreich sein, die tatsächliche Argumentation des Gegners ist aber nicht widerlegt, führen beim Zuhörer/Leser zu logischen Fehlschlüssen und dienen nicht der Wahrheitsfindung, weil eine bestimmte Technik möglichst geschickt angewandt wurde, nur um Recht zu bekommen, mögen die Tatsachen auch selbst ganz anders sein oder auf andere Lösungsmöglichkeiten hinweisen. Eine solche Rhetorik sollte sich nicht auf Bruchsal.org durchsetzen, denn diese ist kontraproduktiv. Ein Polemiker wird, gottseidank, in den meisten Fällen auch bald als solcher erkannt und niemand liest dann seine Beiträge mehr (Quellen: Wikipedia).

Nachdenklich

Seltsam, einen Satz zu zerpflücken, der aus Wikipedia übernommen ist und dann auf ein Wort daraus zuzugreifen, das mit dem Statement: "Was soll daran schlecht sein", gar nicht gemeint ist. Ja, man hätte den Satz aus Wikipedia kürzen können.... Oder ist es notwendig explizit zu schreiben, was man meint? Wäre der Satz dann "was soll an Polemik schlecht sein" besser verstanden worden? Muß Polemik denn alle in Wikipedia aufgezählten Eigenschaften aufweisen?

Wenn die Mittel der Übertreibung, der Ironie und des Sarkasmus nicht mehr akzeptiert werden, dann GUTE NACHT!

Sie geben das beste Beispiel

für unzulässige Polemik. Sie haben ganz klar die Voraussetzungen und Eigenschaften von Polemik aus Wikipedia aufgezählt und behaupten nun, ich hätte daraus nur ein Wort ausgegriffen, das Sie mit ihrem Statement gar nicht gemeint hätten (nach der Methode die These des Gegners verzerren oder falsch darstellen). Dann hätten Sie es eben nicht explizit erwähnen sollen. Sie schrieben nämlich: "Polemisieren heißt.....Der Polemiker sucht nicht zwingend den Konsens, sondern versucht im rhetorischen Wettstreit seinen Argumenten zum Durchbruch zu verhelfen......Häufig wird mit den Mitteln der Übertreibung, der Ironie und des Sarkasmus gearbeitet oder vom Strohmann-Argument Gebrauch gemacht." - "Was soll daran schlecht sein?" stellten Sie dann eindeutig fest. Es ist nicht zu erkennen, daß das Strohmann-Argument von Ihnen gerade nicht gemeint wurde. Sie können die Frage stellen, wie Sie wollen, ob Sie nun umformulieren in "was soll an Polemik schlecht sein" kommt nach der Aufzählung der von Ihnen genannten Merkmale von Polemik auf dasselbe heraus, da braucht man sich nicht zu winden. Nichts gegen die Mittel der Ironie, der Übertreibung und des Sarkasmus, aber in Verbindung mit den in Wikipedia genannten Methoden der Strohmann-Argumentation führen diese einfach nur zur unfairen Rechthaberei. Davor sollten wir uns hüten.

@filou-mix

Vorschlag:

mehr:                     info

weniger:                 übertreibung

wenigstens etwas:  sarkasmus

eine idee von:         ironie

denke das wird wohl dennoch...

 

nichts....

Da ich nicht als Gast schreibe

sind meine Artikel oder Kommentare zuordenbar. Einfach übersehen :-))

Revierkampf?

Leider sehe ich hier in einigen Kommentaren nicht mehr viel Bezug zum ursprünglichen Artikel.
Ich finde es schade wenn Autoren, die alle schon interessante Artikel geschrieben haben den Platzhirsch spielen.
Oder bilde ich mir dies nur ein?

Sie treffen den Nagel auf den Kopf

Was Sie ansprechen, ist genau das Problem. Der Bezug zum ursprünglichen Artikel geht durch eine gewisse Art der Polemisierung (Rechthaberei, s. oben Ausführungen zur Strohmann-Argumentation) verloren. Eine solche Rhetorik ist, ich sage es noch einmal, kontraproduktiv.

Eigentlich wollte ich zu dem Thema die Klappe halten

aber was war ist, muß wahr bleiben.

Es gibt keine schlechte Polemik und keine gute Polemik. Mit Unterstellung von "schlechter Polemik" wurde das erste Mal vom Thema abgeschweift. Dann wurde mit einem Strohmann-Argument auf Guttenberg und Koch-Mehrin verwiesen (hatte nichts mit dem Inhalt zu tun).
Der Versuch einer Entpolemisierung meinerseits wurde mit 28 Zeilen über Stohmann-Argumentation beantwortet. Wozu? Es hatte nichts mehr mit dem Artikel zu tun. Erstaunt war ich über die Zeile 9 (persönliche Angriffe) in diesem Zusammenhang :-(

Auch mein nochmaliger Erklärungsversuch, wie ich es denn gemeint habe, wurde gar nicht versucht, zu verstehen. Dann wird die Polemik sogar für "unzulässig" erklärt. Das wäre mir nun völlig neu. Aber das mag im Auge des Betrachters liegen :-(

Schlußendlich die Zustimmung zum Kommentar von Stuttgart 21, dessen Inhalt ich voll teile. Der Bezug zum Artikel ist bereits im 1. Kommentar verloren gegangen.
Der Kommentar von Stiuttgart 21 kann unterschiedlich gedeutet werden, wen und was er (oder sie) gemeint hat kann nur er (oder sie) selbst erklären. Peinlich, wenn das "Bravo" von der falschen Seite käme ;-)

Und im Übrigen ist folgendes meine Meinung: Schreibt man einen Kommentar zu einem fremden Artikel, so zeigt man seine Bereitschaft darüber zu diskutieren. Und ich halte es für das gute Recht jeden Autors, seine Meinung zu verteidigen, solange nicht echte Gegenargumente gebracht werden.
Ich habe aus dem Thread jedenfalls gelernt, persönliche Angriffe künftig zu ignorieren, da sie selten mit dem Inhalt des ursprünglichen Artikels zu tun haben.

Seufz...

...er kann's tatsächlich nicht lassen...

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