Gerhard Holler wird 80

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Vom Gewerkschafter, der von der katholischen Soziallehre geprägt ist, zum Botschaftsattaché mit sozialen Aufgaben
Montag, 5. Juli 2010 - 17:38

Bruchsal (pa). Gerhard Holler, ehemaliger Bruchsaler Stadtrat, Spitzengewerkschafter, Sozialattaché an der Deutschen Botschaft Israel und heute Vorsitzender des Deutsch-Israelischen Freundeskreises, wird am Freitag, den 9. Juli 2010, 80 Jahre alt.

Gerhard Holler

Gerhard Holler

Seine Berufslaufbahn begann nach der Hauptschule in Untergrombach mit einer Mechanikerlehre bei der Firma Siemens in Bruchsal. Dort wurde er in den Betriebsrat gewählt und er erhielt über die Gewerkschaft die Möglichkeit, auf dem zweiten Bildungsweg an der Akademie der Arbeit in der Universität Frankfurt Gesellschafts-, Wirtschafts- und Sozialpolitik zu studieren.
Von 1960 bis 1972 war er Erster Bevollmächtigter der IG-Metall Bruchsal-Bretten. In diesen zwölf Jahren gelang es ihm gemeinsam mit seinem Gewerkschaftsteam, die Zahl der Mitglieder von 2.300 auf 15.000 zu steigern.

Von 1965 bis 1973 gehörte Holler dem Gemeinderat Bruchsal und dem Kreistag als Vertreter der SPD an. Gemäß seiner Prägung durch die katholische Soziallehre engagierte er sich vor allem für den sozialen Bereich.
Es folgte weitere berufliche Stationen in der Landesleitung der IG Metall Baden-Württemberg, dann als Mitglied des Berufsbildungsausschusses der Landesregierung und schließlich als Pädagogischer Leiter der größten gewerkschaftlichen Schule für Erwachsenenbildung in Deutschland, in Sprockhövel bei Bochum.

1986 kam er in die Internationale Abteilung der IG Metall und wurde 1987 von Hans-Dietrich Genscher als Attaché für Soziales, Wissenschaft und Wirtschaft an die Deutsche Botschaft in Israel berufen.

Seiner Heimatstadt blieb er in all den Jahren verbunden, indem er beispielsweise im Jahr 1971 Willy Brand nach Bruchsal brachte oder dem Jugendsinfonieorchester und den Schlossspatzen eine Tournee nach Israel ermöglichte.

Nach seinem Eintritt in den Ruhestand kehrte er nach Untergrombach zurück und engagiert sich weiterhin für die Verbesserung der deutsch-jüdischen und -israelischen Beziehungen. Er ist Erster Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Freundeskreises im Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Auch an der Ost-Akademie arbeitet er ehrenamtlich mit.

In Anerkennung seiner Leistungen verlieh ihm Oberbürgermeister Bernd Doll im Jahr 2000 die Verdienstmedaille der Stadt Bruchsal.

Nach dem Geheimnis seines Erfolgs befragt, sagt er rückblickend: „Ich war immer bereit, etwas Neues anzupacken, und hatte nicht nur eine Frau, die mich verstanden und unterstützt hat, sondern auch einen treuen Schutzengel. So konnte ich beispielsweise eine Notlandung mit einem brennenden Hubschrauber in Kaup am Rhein, eine Notlandung mit einer Propellermaschine in russisch Sibirien und 1988 die Flucht vor einem Terroranschlag in Jerusalem unbeschadet überleben." Und er fügt hinzu: „Den Dank, dass der liebe Gott seine schützende Hand über meine Familie gehalten hat, bringen wir dadurch zum Ausdruck, dass wir laufend arme, kranke jüdische und palästinensische Kinder in Jerusalem und Bethlehem unterstützen. Unsere besondere Fürsorge gilt außerdem Frau Ela Weis, einer Auschwitz-Überlebenden, die heute in Bruchsal wohnt."

Bildtext: mcs
Bildquelle: pr

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Kommentare

Mein Glückwunsch

Meine allerherzlichsten Glückwünsche an Herrn Holler.

:)

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