Gemeinschaftsschule – Fehlstart in Kraichtal

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Offener Brief vom Kraichtaler Grünen Herbert Fürstenberger
Montag, 23. Juli 2012 - 15:24

Nun ist sie also eröffnet, die Diskussion um eine Gemeinschaftsschule in Kraichtal.

Die hiesige CDU hat sich und der politischen Kultur vor Ort mit ihrem stadtweit verteilten Flugblatt wohl einen Bärendienst erwiesen. Ich bedauere Art und Zeitpunkt dieses Vorgehens.

Bei der letzten Ratssitzung hat die Stadt einen Informationsabend zu diesem Thema für den September angekündigt. Dabei soll diese neue Schulform mit vollwertigem Realschulabschluss von kompetenten Experten und Referenten mit all ihren Vor- und Nachteilen beleuchtet werden. Die Bevölkerung kann und soll sich nach diesen Informationen ein Bild machen und urteilen können.

Offensichtlich hat die ehemalige Mehrheitsfraktion im Rathaus immer noch nicht ihre Lektion gelernt. Die Bürger wollen echte, möglichst vielseitige Informationen, um sich dann eine Meinung zu bilden. Das Vorpreschen mit solch einem einseitig gehaltenen Flugblatt, das als Gipfel sogar noch eine Umfrage und eine Abstimmungsaufforderung enthält, mutet den aufmerksamen Bürger doch sehr seltsam an, vielleicht sogar manipulativ.

Vor gut einem Jahr wurde diese Art von Demokratieverständnis mehrheitlich abgewählt. So hab ich das jedenfalls verstanden.

Entweder fürchtet man informierte Bürger, weil man so früh und sehr wertend in eine erst noch zu führende, dann aber auch gerne heftige, sachliche, Diskussion eintritt.

Oder, viel schlimmer, man glaubt bereits jetzt zu wissen, dass alles nichts ist und will die Entwicklung stoppen, bevor sie in Kraichtal überhaupt beginnen konnte. Vorurteil oder nur vorschnelles Urteil? - Wie auch immer - Schade!

Die Kraichtaler werden sich sehr besonnen entscheiden, wenn die Faktenlage umfassend diskutiert ist. Das kann man nur hoffen bei diesem misslungenen Beginn der Diskussion über eine neue Schulform am Standort Kraichtal.

Das forsche Vorgehen der Verfasser mit dreist falschen Informationen jedenfalls schadet allen, und ich will hier bewusst nicht im Einzelnen auf die Inhalte eingehen.

Die beteiligten Organe wie Bürgermeister, Verwaltung, Schulleitung, aber auch die anderen Fraktionen im Rathaus, können über diesen Hau-Ruck- Stil gar nicht erfreut sein. Deshalb bitte ich die Bürger, sich von kompetenter Seite ausreichend und vielseitige Informationen zu holen und erst dann abzustimmen.

Es sei auch vermerkt, dass die Autoren dieses Schnellschusses noch nie eine Gemeinschaftsschule von innen gesehen, noch weniger mit Lehrern, Eltern oder Schülern aus einer dieser Schulen gesprochen haben.

Und: Geschichte wiederholt sich eventuell. Kraichtal hat schon mal eine Realschule nicht bekommen, weil Stadtteile sich nicht einigen konnten. Diese Schule steht heute in Ubstadt, einer damals wesentlich kleineren Gemeinde als Kraichtal.

Im Nachbarkreis Heilbronn beantragen alle Gemeinden mit Werkrealschule eine Gemeinschaftsschule. Auch im Landkreis Karlsruhe liest man von immer mehr dazu entschlossenen Kommunen. Das stimmt mich schon nachdenklich....

gez. Herbert Fürstenberger, Kraichtal 

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Kommentare

Den Inhalt dieses

Den Inhalt dieses "CDU-Propaganda" Flyer könnt ihr hier => http://goo.gl/FByYT nachlesen!

Volle Zustimmung, Herr Fürstenberger!

Die Schlacht ist eröffnet

"Das forsche Vorgehen der Verfasser mit dreist falschen Informationen jedenfalls schadet allen, und ich will hier bewusst nicht im Einzelnen auf die Inhalte eingehen."

Nach diesem offenen Brief (an wen war der eigentlich gerichtet?) ist die Sachlage so wenig klar wie vorher. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass es schon einmal eine Vereinbarung gab, zu welchem Zeitpunkt eine Diskussion eröffnet werden darf.

Eine Sache zu bemängeln und bewußt nicht auf Inhalte einzugehen, wem soll das dienen?
Es steht doch beiden Seiten frei, aus ihrer Sicht zu informieren und für ihre Sache einzutreten. Und wenn sich die CDU mit dem Infoblatt einen "Bärendienst" erwiesen hat, so hat sie ihrer Sache doch nur geschadet, ein Pluspunkt für die Gegener. Oder hat das Wort Bärendienst heute eine andere Bedeutung?

Die Kraichtaler werden sich sehr besonnen entscheiden, wenn die Faktenlage umfassend diskutiert ist.

Wieso "besonnen"? Ich denke, sie werden zu einer Entscheidung kommen, so oder so, ob besonnen oder emotional.

Antwort an Filou

Der offene Brief richtete sich an die Bürger Kraichtals, die zu einem späteren Zeitpunkt mit über die neue Schulform entscheiden sollen. Wenn nun ein politisches Organ im Vorfeld, d.h., vor Informationsveranstaltung der Stadt und Schule mit falschen Informationen eine bewusst negative Grundstimmung erzeugen will, ist das in meinen Augen unfair. Man könnte später lieber undd besser über die vorgestellten Fakten "streiten".
Ich weiß aus Reaktionen der Bürger, übrigens auch aus dem CDU Stadtverband dass diese noch garnicht viel darum wissen und sich vehement gegen eine Abstimmung richten. Auch Bürgermeister (CDU) und Schulleitung haben sich nach meinen Informationen über den Flyer geärgert.
Wohlgemerkt, ich habe nichts dagegen, wenn sich die Bürger einmal so oder so entscheiden.
Zum Zeitpunkt der Diskussionseröffnung: Hier hätte ich etwas politischen Instinkt/Anstand erwartet, bis offiziell informiert ist. Wenn ich nun die einzelnen Punkte, die meiner Meinung nach im Flugblatt irrig sind, aufgegriffen hätte, - so sehr es mich auch drängt - hätte ich genau gegen diese von mir eingewünschte Zurückhaltung verstoßen.
Lieber Herr Filou, Sie können aber sicher sein, dass ich sehr wohl begründen kann, was da alles falsch war. Aber zum m.M. nach richtigen Zeitpunkt.
Danke für Ihren Diskussionsbeitrag!
Das Flugblatt finden Sie unter cdu-kraichtal.de

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