Gelungener Einstand von Klaus Detlev Huge

Die erste Rede vor dem Gemeinderat und den Bürgern unter den Blicken von Alt-Bürgermeister Rolf Müller
"Das sollte bei jeder Gemeinderatsitzung so sein", meinte Bürgermeister Klaus Detlev Huge zu den stimmigen Gesangseinlagen des Sängerbundes Mingolsheim, des More Than Voices Chores und des Projektchores 007 aus Langenbrücken. Er bedankte sich auch bei den zahlreichen Bürgern für ihr Vertrauen, bei Alt-Bürgermeister Rolf Müller für die gute Übergabe und bei den Mitarbeitern der Verwaltung für die freundliche Aufnahme.
Gemeinderat Manfred Sickinger hatte ihm zuvor nach der offiziellen Vereidigung die Bürgermeisterkette übergeben. Mehr als 400 Bürger aus Bad Schönborn waren heute Abend in der Aula der Michael-Ende-Werkrealschule anwesend.
Verlässlichkeit, Beteiligung der Bürger, Abwägen für das Gemeinwohl seien - wie im Wahlkampf versprochen - seine Leitlinien. Er wolle in Bad Schönborn ein Netz knüpfen, das Ideen und Menschen verbinde. Er würdige, fördere und fordere bürgerschaftliches Engagement, damit Bad Schönborn sich weiterentwickeln könne.
Drei Themen wolle er in seinem ersten Jahr voranbringen:
- Beide Ortsteile bräuchten ein Zentrum zum Verweilen und Einkaufen. Priorität liege aber für den Ortsteil Langenbrücken. Ein neues Sanierungsgebiet für Langenbrücken könne diese Entwicklung fördern.
- Die Sicherheit auf den Straßen und ein sicheres Wegenetz, sei sein zweites wichtiges Anliegen. Noch vor der Sommerpause werde ein Konzept um die Verkehrssicherheit im Ort zu verbessern vorgestellt.
- Die Positionierung Bad Schönborns als Kur- und Bädergemeinde wolle er auf eine breitere Basis stellen. Dies habe er auch dem Lenkungskreis 2020 bei der gestrigen Sitzung vorgestellt. Am Mittwoch, den 20. Juli 2011, werde eine Bürgerversammlung dazu durchgeführt.
Er wisse, dass dies kein einfacher Weg sei, betonte Bürgermeister Klaus Detlev Huge in seiner ersten Rede vor dem Gemeinderat. In den ersten 100 Tagen sei ausserdem ein umfangreiches Besuchsprogramm bei Unternehmen und Vereinen geplant.
Landrat Christoph Schnaudigel gratulierte im Namen des Landkreises und des ebenfalls anwesenden Bundestagsabgeordneten Olav Gutting. Klaus Detlev Huge habe sich gegen achtbare Konkurrenz aus seinem Landratsamt durchgesetzt. Die neue Herausforderung werde für Huge sein, nicht mehr einer unter vielen zu sein, sondern im Mittelpunkt zu stehen und z.B. für das was schief läuft, auch mal ohne Rückhalt einzustehen. Landrat Christoph Schnaudigel nutzte sein Rede um noch einmal zu betonen, dass der Landkreis die Umgehungsstraße nicht gegen den Willen der Gemeinde bauen würde. Er selbst sehe nur noch "ein bis zwei Kritikpunkte", die zu lösen seien. Der Landrat schenkte dem neuen Bürgermeister einen Bildband "Flug über die Region Karlsruhe".
Der erste Bürgermeister von Heidelberg Bernd Stadel hielt eine richtige Laudatio auf Klaus Detlev Huge. Er sei in Heidelberg durch eine harte Schule gegangen. Seine Vita zeichne ihn als einen Menschen aus, der versiert sei; Klaus Detlev Huge sei ein richtiger Kommunalprofi. Er habe ihn, als Menschen erlebt, der gut zuhören könne und abgewägte Entscheidungen treffen könne. Heidelberg habe einen bewährten langjährigen Mitarbeiter verloren, dass sei aber inzwischen zum achten Mal geschehen. Von einer Bürgermeister-Talentschmiede wolle er aber doch nicht sprechen. Natürlich durfte ein Buch über Heidelberg als Abschiedsgeschenk nicht fehlen.
Bürgermeister Tony Löffler aus Ubstadt-Weiher gratulierte im Namen der Bürgermeisterkollegen im Landkreis. Als Willkommensgeschenk überbrachte er einen Korb mit Werkzeugen, die für einen frischgebackenen Bürgermeister aus seiner eigenen Erfahrung her sinnvoll seien:
- Einen Handbohrer - für das notwendige Stehvermögen um dicke Bretter zu bohren
- Eine Schnur- für die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat
- Einen Nussknacker - um manche harte Nuss zu knacken
- Einen Rotwein mit Pralinen - für das Geistige und Süsse im Privatleben
- Ein Glücksschwein - für das notwendige Glück im Amt
Bürgermeister Faludi Tamas aus der Partnergemeinde Kiskunmajsa ist extra zur Bürgermeistervereidigung angereist. In seiner Rede wies er auf die drei Tugenden der ungarischen Bürgermeister hin: Demut, Dienst für jeden einzelnen Bürger und Arbeit. Zum Strauß, den er an die Frau des Bürgermeisters überreichte, meinte er: "Heute reicht ein Strauß, in acht Jahren sind vielleicht schon einige mehr notwendig..."
Die letzte Rede an diesem Abend hielt Pfarrerin Gudrun Luise Helm. Sie gratulierte herzlich im Namen der Kirchen. Sie wünschte dem neuen Bürgermeister Kraft beim Aufbruch zu Neuem und beim Zusammenführen der unterschiedlichen Ansichten. Sie baute ihren Beitrag auf das Wort "Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein" auf.
Bürgermeister Klaus Detlev Huge lud anschliessend alle teilnehmenden Bürger zu einem Umtrunk ein. Das Wetter spielte mit. Ideale Bedingungen für viele Gespräche unter dem freien Himmel bei einem Glas guten einheimischen Sekts, Weins oder Biers. Insgesamt ein gelungener Einstand für den neuen Bürgermeister!
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