Geld aus dem EFSF für Spanien?

DruckversionPer e-Mail versenden
Europäische Finanzminister erflehen den Kreditantrag von Madrid
Sonntag, 10. Juni 2012 - 14:03

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurde Spanien in einer mehrstündigen Telefonkonferenz dazu gedrängt, sofort einen konkreten Hilfsantrag zu stellen. Spanien kündigte dann zwar einen formellen Antrag an, ein sofortiger Antrag aber wurde von de Guindos jedoch abgelehnt.
Spanien will zunächst die genau benötigte Summe ermitteln und erst dann formell einen Antrag stellen, so Finanzminister Luis de Guindos. Mit den Zahlungen dürfen keine Sparauflagen für das Land verbunden sein, sondern nur Auflagen  für die Banken.

Nach einem formellen Antrag muss erst die EU-Kommission mit der EZB und der Finanzaufsicht prüfen, ob die Voraussetzungen für einen EFSF-Kredit vorliegen. Der ESM kann nicht eingesetzt werden, da weder der ESM noch der Fiskalpakt bislang ratifiziert sind.

Man sieht, wie verworren so eine Sache ist. Spanien wird dringlich aufgefordert, einen Antrag auf Hilfe stellen, aber erst danach kann geprüft werden, ob dem Antrag auch stattgegeben werden kann. Und Spanien will sich in seiner Souveränität bezüglich des Haushalts in keinem Fall hineinreden lassen!

Ja wo sind wir denn in Europa? Das wird die ganze Zeit davon geschwafelt, dass die Staaten mehr Kompetenzen an Europa abgeben müssen, aber in konkreten Fällen wehrt man sich mit Händen und Füßen dagegen. Nur wenn es gar nicht mehr anders geht, wie in Griechenland, dann wird von Regierungen zugestimmt. Ob es dort so bleibt, wird die nächste Wahl in Griechenland zeigen.

In der Dauerkrise zeigt sich jetzt, welch schwerwiegender Fehler die Einführung des Euro war. Leider war es leichter, den Euro einzuführen,  als die politische Einigung zur damaligen Zeit oder heute.

Aus diesem Dilemma wieder heraus zu kommen, wird nicht einfach sein. Sowohl der Verbleib der in gemeinsamen Währung als auch die Rückkehr zu den alten Währungen wird sehr teuer. Die Frage die bleibt ist: Was funktioniert auf Dauer?

Der Verbleib in der gemeinsamen Währung wird nicht mehr aus der Krise führen. Das Manko, dass die Währung nicht an die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften angepasst werden kann, ließe sich nur mit einer Zentralregierung, steuerlicher und wirtschaftlicher Gleichheit und entsprechendem Länderausgleich bewerkstelligen.

Die Abkehr von der gemeinsamen Währung wird sehr teuer, ist aber langfristig gesehen die einzige Lösung.

Danach, wenn man weiterhin Europa will, muss die Zielsetzung die politische und wirtschaftliche Einheit sein. Erst am Ende dieses Weges kann eine gemeinsame Währung Erleichterung für den Waren- und Personenverkehr bringen.

Ich befürchte, dass die handelnden Politiker nicht die Kraft und die Stärke haben werden, die „richtige“ Lösung zu finden. Sie werden wie immer, den Weg des geringsten Widerstands gehen und einfach weiterwursteln. "Fahren auf Sicht", wie Schäuble es nennt. Ahoi Titanic!

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.9 (10 Bewertungen)

Kommentare

Einführung des Euro

Ich erinnere mich, wie damals, vor der Einführung des Euro, das Ehepaar Zepp-LaRouche in ganzseitigen Zeitungsanzeigen davor gewarnt hatte, den Euro einzuführen. Die Folgen wurden bis ins kleinste Detail beschrieben - und sind alle eingetreten! Da das Ehepaar als Betreiber von "Politsekten" galt, wollte niemand hören, obwohl die Argumentationskette sehr überzeugend und logisch war. Man kann zu dem Ehepaar stehen, wie man will, aber in diesem Fall hatte es recht, wie sich jetzt im Nachhinein zeigt.

@waldemar z.

Nicht nur von den Beiden wurde gewarnt.
Es waren noch mehr, die dagegen waren. Selbst die EU spricht jetzt erstmals vom drohenden Crash. Aber vorher muss noch soviel wie möglich Geld verbrannt werden. Damit unsere noch ungeborenen Kinder möglichst viel Schulden haben werden.
WEas zwei Weltkriege nicht geschafft haben, unsere Kanzlerin wird es schaffen. Die völlige Zerstörung Deutschlands. Die Eu wird sich ebenfalls auflösen.

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen