Früher
Nach dem 2. Weltkrieg waren Ingenieure rar. Die Wirtschaft hatte keine Probleme damit. In den Firmen gab es hervorragende Mitarbeiter, die sowohl die Fähigkeit hatten, Menschen zu führen, als auch den Fortschritt voran zu bringen. Diese innovativen Mitarbeiter wurden zu Ingenieuren ernannt, in größeren Betrieben sogar zum Oberingenieur.
Betriebsleitung und Belegschaft achteten den Herrn Ingenieur und alles war in Butter.
Es gab ganz wenige Diplom Ingenieure, die ihren Abschluss an einer Universität gemacht hatten, und die bestanden auch darauf, mit „Herr Diplom Ingenieur“ angeredet zu werden. Ingenieurinnen habe ich zu dieser Zeit nicht gekannt.
Und dann machten die Fachhochschulen Furore und es gab immer mehr Absolventen mit Abschluss Ingenieur, aber wie unterschieden sich die von einem „ernannten“ Ingenieur?
Also, das „Ing.“ alleine genügte nicht. Man hat sich dann entschlossen, Fachhochschulabschlüsse mit einem Diplom zu versehen. Damit sie aber eindeutig „weniger Wert“ waren als ein Universitätsabsolvent, mussten sie das FH in Klammern anfügen. Die Regelung war dann so, dass auch frühere FH-Absolventen sich nachträglich als Dipl.Ing (FH) ausweisen konnten.
Damit hätten eigentlich alle leben können.
Es gab Arbeiter, Techniker, Dipl.Ing. (FH), richtig diplomierte Ingenieure und promovierte Dr. Ing.
Wäre da nicht die EU.
Im Bologna Prozess (Beginn1997) wurde festgelegt, dass alle akademischen Abschlüsse in Europa vergleichbar sein sollen. Und seit dem haben wir den Bachelor und den Master.
Dass einer ein „Bachel“ sei, hatte eine ganz andere Bedeutung bei uns als ein Bachel-or. Und Master war mir geläufig als „Master of Universe“. Aber sei’s drum.
Deutschland war in der Umsetzung dieser verschulten Ausbildung wieder einmal gründlicher als bei allen anderen. Niemand, der im Bildungsbereich tätig ist, versteht diesen Unfug, höchstens, die Kultusminister und deren Gefolge.
Da soll mir doch einer einmal erklären, wie ein vergleichbarer europäischer akademischer Abschluss aussehen soll, wenn noch nicht einmal in Deutschland in den einzelnen deutschen Ländern ein vergleichbares Abitur möglich ist. Wenn nicht einmal eine Erzieherinnenausbildung in allen Bundesländern anerkannt wird?
Um das zu verstehen, was im Bildungs- und Ausbildungsbereich passiert, muss man im Prozess stehen. Muss man dafür sorgen, dass der Platz, an dem man mitredet und mitbestimmt, nicht verloren geht. Egal welcher Unsinn dabei rauskommt.
Was für Bachel.
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Kommentare
Wie heute
Im Radio vernommen, mangelt es den Bachelorn scheinbar leider an Allgemeinbildung und im allgemeinen Verständnis rund um ihr Fach. Kein Wunder, werden diese doch - wenn ich richtig zugehört habe - wie eine Gymnasialklasse mit festgelegtem Stundenplan unterrichtet - im Prinzip löblich, da die meisten Abbruchstudenten genau daran scheitern sich einen vernünftigen Stundenplan zusammenzustellen und diesen samt den Lehrzielen auch zu erreichen. So wird mann mit 22 oder 23 Lenzen zum Bachelor, hat aber im Prinzip von der Welt da draußen noch keine Ahnung. Mitarbeiter in Großkonzernen kennen dies zu Genüge, schließlich werden Ihnen solche Bachelors in Serie als junge Führungskräfte vorgesetzt. Als Führungskraft muss man aber vor allen Dingen Lebenserfahrung haben - und die fehlt meistens komplett.... Da waren die alten oder mittelalten Studiengänge scheinbar doch nicht so schlecht, oder?