Feierliche Einweihung der Lutherkirche Bruchsal heute vor 75 Jahren
Heute vor 75 Jahren, dem 1. Adventssonntag des Jahres 1936, fand die feierliche Einweihung der Lutherkirche statt. Über dieses große Ereignis berichtete damals Pfarrer Dr. August Scheuerpflug im Evangelischen Gemeindeboten „Die Heimatglocken“. In Auszügen sollen seine Worte hier wiedergegeben werden:
„Nun war das Werk vollbracht, die Gemeinde konnte in ihre neue Kirche einziehen. Viele Pfarrer und Vikare, welche einst in der Gemeinde gedient hatten, waren zu diesem Fest erschienen. … Ebenso die Bläser der Posaunenchöre aus Neureut, Weingarten und Unteröwisheim, welche am Weihesonntag um 8.00 Uhr unter Leitung des badischen „Posaunengenerals“ Stober aus Pforzheim den Morgengruß vom Turm der Lutherkirche über die Stadt ertönen ließen…
Im Hof des Gemeindehauses an der Wilderichstraße versammelten sich die geladenen Gäste zum Festzug nach der neuen Kirche. An der Spitze die vereinigten Posaunenchöre, dann folgten eine Abordnung des Evangelischen Volksvereins und die Kirchenältesten mit den Abendmahlgeräten. Weißgekleidete Mädchen trugen den Kirchenschlüssel. Ihnen folgte der Landesbischof D. Kühlewein, ein Viertelhundert Geistliche und ein Dutzend Diakonissinen, die Ehrengäste und den Schluß des Zuges bildeten die Mitglieder des Kirchenausschusses. Vor der neuen Kirche hatten sich inzwischen etwas 1500 bis 2000 Menschen eingefunden, welche dem Weiheakt beiwohnten…
Pfarrer Dr. Scheuerpflug begrüßte die Festversammlung und gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass nach einer 4 Jahrzehnte langen Wartezeit die Stunde der Erfüllung gekommen war…Nachdem der Kirchenchor den Choral „Lobet den Herren“ gesungen hatte, überreichte der Architekt Gerstung tiefbewegt den Schlüssel an den Landesbischof mit den herzlichsten Segenswünschen. Aus den Händen des Bischofs empfing ihn Pfarrer Dr. Scheuerpflug, der dann unter dem Gesang der Gemeinde („Tut mir auf die schöne Pforte“) das Gotteshaus aufschloß. Nun konnten die Gäste und die Gemeinde in die im Lichterglanz erstrahlende Kirche einziehen.“
Soweit die Aufzeichnungen im damaligen Gemeindeblatt. Am Weihetag fand auch noch ein Kirchenkonzert statt und es wurden ein Hochzeitspaar getraut und vier Kinder getauft. Keine zehn Jahre später wurde auch die Lutherkirche ein Opfer des 2. Weltkrieges, nach dem Wiederaufbau erfolgte am 26. Februar 1950 die zweite Weihe des Gotteshauses.
Wer mehr über die Geschichte erfahren will, dem sei folgendes Buch empfohlen: Werner Greder: Die evangelische Kirchengemeinde zu Bruchsal. Es ist 1993 erschienen und umfasst 200 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Entleihbar ist es in der Stadtbibliothek, Restexemplare können noch beim Stadtarchiv (Bestellungen unter thomas [dot] moos [at] bruchsal [dot] de) erworben werden.
Danke für die Unterstützung bei der Erstellung dieses Beitrages.
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