Faules Ei für Untergrombach – Bauvorbescheid „Weingartener Straße“

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ungekürzter Original-Leserbrief
Dienstag, 8. Mai 2012 - 21:00

Die Begründung der Baurechtsbehörde für die Genehmigung des Bauvorbescheids ist eine Farce. Der Bauträger nutzt das Baufenster bis auf den letzten Zentimeter aus. Wozu genehmigt man dann noch zusätzlich Befreiungen vom B-Plan? Diese Befreiungen sind nicht erforderlich, um dort zu bauen. Sie dienen einzig dem Profit des Investors. Stadtplanungsamt und Baurechtsbehörde ziehen mit. Alles ist plötzlich städtebaulich vertretbar.

Mit dem abweichenden Pultdach, kommt man nicht der Beeinträchtigung der Nachbarschaft entgegen, sondern man steigert den Verkaufswert der Wohnungen. Denn mit dem im B-Plan festgesetzten Satteldach würden die Dachterrassen des Gebäudekomplexes entfallen.   

Es wird behauptet, es gäbe keine Alternative für den Bau der Garagen. Mit dem Plan für die 1. Bauvoranfrage hat der Architekt bewiesen, dass die Garagen innerhalb der Baugrenze errichtet werden können – nämlich als Tiefgarage unter dem Haus! Nun wird eine „grundstücksbezogene Härte“ vorgeschoben, die bei der 1. Planung seltsamer Weise nicht bestand. 

Da die Haushaltskasse leer ist, wirft man das städtische Grundstück einem Bauträger in den Rachen. Zu Lasten der Anwohner, deren Häuser von dem erdrückenden Gebäudekomplex regelrecht verschluckt werden. Die vom Architekten gefertigte Straßenansicht zeigt dies deutlich. Die Anwohner seien doch selbst schuld, wenn sie so klein gebaut hätten.

Die „üblichen Kandidaten“, die daran verdienen, reiben sich die Hände. Wann ist endlich Schluss mit dem Filz? Wieder einmal sind Untergrombacher Bürger gezwungen, eine halbwegs erträgliche Nachbarbebauung zu erstreiten.

Die Stadtverwaltung genehmigt trotz Ablehnung durch Ortschaftsrat und Anwohner. Großer Unfrieden ist gestiftet. Der entstandene kommunalpolitische Schaden bleibt! Ist dies die Bürgerbeteiligung, die überall und jederzeit propagiert wird?

Wird im Bauamt mit zweierlei Maß gemessen? Gibt es solche  Genehmigungen auch für den Grundbesitz von Privatpersonen? Sind B-Pläne für die Katz? Bauen wir nun alle unsere Garagen in die „Vorgartenzone“? Erhält in Zukunft jeder Befreiungen vom B-Plan, wenn die Bebauung am Hang zu teuer oder unrentabel ist? In diesem Fall gilt: Billig gebaut! Teuer verkauft! Ortsbild versaut! Den Bürgern platzt der Kragen!

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Kommentare

Beeindruckend - und nun?

Ja, gut so - wie geht es weiter? Rechtsmittel eingelegt? Akten gelesen?

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