"Fassadenwettbewerb" zum SEPA-Projekt Bruchsal

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Zu den Fragen von bruchsal.org
Dienstag, 19. Januar 2010 - 14:53

Es sei gleich zu Beginn gesagt: Die Fehlleistungen des geschiedenen Bruchsaler Oberbürgermeister Bernd Doll kulminieren durchaus im SEPA-Projekt.

Bruchsal.org-Autor Waldemar Zimmermann beklagt launig „John-Bopp-Schlucht, Rathausschlucht, Marienschlucht und Dreischluchten-Platz":

DREISCHLUCHTENPLATZ.

Beleuchten wir daher die Frage - über den fehlenden städtebaulichen Vertrag wäre auch noch zu berichten - wie Entscheidungen im Vorfeld der Bebauung gefallen sind. Dies am kleinen, aber symptomatischen Beispiel der Fassadengestaltung.

Wettbewerb

Das Landesdenkmalamt hat in seinem Schreiben vom 28. November 2007 deutlich gemacht, welche städtebaulichen Mängel in der von SEPA vorgelegten Planung zu finden sind. Dieses Schreiben wurde selbstverständlich dem Gemeinderat nicht zur Verfügung gestellt. Mir selbst liegt dieses nur in Faxform vor, denn es wurde - auch dies nur mit Druck - lediglich den Fraktionsvorsitzenden zur Verfügung gestellt. Schon das entspricht nicht einem normalen Procedere - zurückhaltend formuliert.

Es fand danach - unbemerkt von der Öffentlichkeit - ein äußerst bemerkenswerter „Fassadenwettbewerb" statt, nicht jedoch ein in jedem vergleichbaren Fall erforderlicher „städtebaulicher Wettbewerb". Letzterer „durfte" schon deshalb nicht durchgeführt werden, weil dieser die SEPA-Mauscheleien unmöglich gemacht hätte.

Interessanterweise fand dieser „Fassadenwettbewerb" geheim statt, das heißt nichtöffentlich. Es wurden auch keine Ergebnisse öffentlich präsentiert. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen dieser dubiosen Veranstaltung beiwohnen zu dürfen oder eher doch: beiwohnen zu müssen. Der vorgesehene Chefschiedsrichter von der Architektenkammer: Erkrankt. Der Vertreter des Landesdenkmalamtes: Erkrankt. Einzig anwesende wichtige Person: der damalige Oberbürgermeister der Stadt Bruchsal, Bernd Doll. Und das Ergebnis dieses Nicht-Wettbewerbs? Bernd Doll kommentierte das Resultat mit „schä!". SEPA sei doch das Beste. Dies bei lediglich drei Entwürfen, davon ein einziger als Alternative zum Investoren-Entwurf. Allerdings hätte auch ein besserer Fassadenentwurf - mangels städtebaulichen Wettbewerbs - den Drei-Schluchten-Platz nicht verhindert. Dieser „Wettbewerb" war die Parodie auf einen Wettbewerb, da es keine Alternativen zum SEPA-Plan gab.

Dieser dubiose „Fassadenwettbewerb" fand auch noch gegen den erbitterten Widerstand des Bernd Doll statt. Nachdem im Gemeinderat, auch von mir, genügend Druck auf die SEPA gemacht wurde, hat diese dem Kastrationswettbewerb den Weg geebnet, wohl, um vor dem Gemeinderat besser dazustehen. Dies verdient ausdrücklich festgehalten zu werden: Nicht die betroffene Gemeinde fordert einen Wettbewerb ein, um für Ihre Bürger die beste Lösung zu finden, sondern der Investor sagt gnädig selbst ja.

Die Frechheit am Ende ist, dass die SEPA den selbst gemachten „Siegerentwurf" auch nur zur Vera... erzeugt hat.

Noch ein Hinweis:

Es liegen seit Jahren im Rathaus Studien über städtebaulich interessante Lösungen zur Marktplatzbebauung vor, die von Studenten der Universität Karlsruhe erstellt wurden. Darüber wurde in keinem Stadium des Verfahrens auch nur ein Wort verloren. Diese Arbeiten waren auch im Bürgerzentrum ausgestellt. Die dürfen wir jetzt getrost im Keller liegen lassen. Vielleicht sind sie aber im Reißwolf gelandet.

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Kommentare

was für einen Stadrat haben(hatten) wir bloss?

Zuerst das positive:

Super, daß sich einer der Beteiligten hier öffentlich äußert!

Nun das leidige Negative:

Es kann ja wohl nicht sein, daß alle anderen Stadträte das ganze nicht bemerkt haben und bei allem nur ja und Amen gesagt haben. Das ist schlicht und ergreifend nur enttäuschend!

 

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