Falschmeldung über Bombenattentat in Georgien

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Montag, 13. Februar 2012 - 22:52

Rainer Kaufmann

Am späten Nachmittag Ortszeit, also früher Nachmittag deutscher Zeit, wurde die Welt aufgerüttelt. Das israelische Außenministerium gab bekannt, dass sich in Neu Dehli und in Tiflis Anschläge auf israelische Diplomaten ereignet hätten. Und kurze Zeit später identifizierte Israel auch schon die Hintermänner dieser Anschläge auf israelische Diplomaten: Hisbollah und der Iran.

Die online-Medien, auch in Deutschland, übernahmen diese Nachricht: Anschläge auf israelische Diplomaten in Indien und Georgien. Stern-online behauptete noch um 23.00 Ortszeit (20.00 deutscher Zeit): „In Georgien konnte offenbar ein Bombenanschlag auf den israelischen Botschafter vereitelt werden. Unter der Limousine des Diplomaten sei ein Sprengsatz entdeckt und entschärft worden, berichteten Medien am Montag in der Hauptstadt Tiflis. Der Fahrer des Botschafters habe ein mit Klebeband befestigtes Paket unter dem Wagen gesehen und die Polizei alarmiert.“

Was in Indien geschah, kann ich nicht nachvollziehen. Aber umso mehr, was in Georgien geschah: Tatsächlich hat ein georgischer Mitarbeiter der israelischen Botschaft unter den Bodenplatte seines Privatfahrzeugs mit georgischem Nummernschild, Marke Huynda GETZ, ein mit Klebeband befestigtes, verdächtiges Paket vorgefunden. Er hat die Polizei alarmiert, die das Paket, offensichtlich eine Sprengstoff-Packung, entschärfte. Das alles vor dem Wohnzimmerfenster meines Freundes. Später am Tag kam dann die Meldung aus Indien über das Sprengstoff-Attentat auf ein israelisches Diplomatenfahrzeug.

Und erst mit dieser Meldung wurde anscheinend auch der georgische Vorfall interessant, für den sich ohne das indische Attentat wohl kaum jemand in der Welt interessiert hätte außer meinem Freund, mir und der georgischen Polizei. Und erst mit dieser Meldung wurde dann in israelischer Interpretation aus einem Privatfahrzeug eines georgischen Botschaftsfahrers weltweit der Anschlag auf den Dienstwagen des israelischen Botschafters. Alle öffentlichen Verlautbarungen der georgischen Untersuchungsbehörden ergeben bis zur Stunde keinen Hinweis auf irgendeinen Zusammenhang mit dem Attentat in Indien. Hintergrund und Motiv dieses Attentatsversuchs in Georgien sind bis jetzt unklar. Kein Wunder, dass einige online-portale namhafter deutscher Medien mittlerweile die ursprünglichen Berichte schnell wieder vom Netz genommen haben. Die Botschaft, die ursprünglich vom israelischen Außenministerium kam, aber bleibt haften: Anschläge auf israelische Diplomaten in Indien und Georgien…..

© Rainer Kaufmann

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