Erste Betreute Seniorenwohnanlage mit Nachtbetreuung in Bad Schönborn

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Novum im Landkreis Karlsruhe
Mittwoch, 31. März 2010 - 14:04

Kreis Karlsruhe. Für ältere Menschen, die sich noch weitgehend selbst versorgen können und nur in Teilbereichen auf Unterstützung angewiesen sind, sind betreute Wohnformen eine sehr gute Lösung. Betreutes Wohnen hat zwei Komponenten: zum einen die Wohnung selbst, die dem Bewohner größtmögliche Selbstbestimmung ermöglicht und zum zweiten Dienstleistungen, die optimal auf den individuellen Bedarf zugeschnitten sind und in der Regel ambulant erbracht werden.

Als erste Seniorenwohnanlage im Landkreis Karlsruhe hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in ihrem Haus „Kraichgaublick" in Bad Schönborn jetzt dauerhaft eine Nachtbetreuung eingerichtet. Damit steht den Bewohnern auch außerhalb der Tageszeit ein Ansprechpartner zur Verfügung, der im Notfall rasch helfen und die richtigen Schritte einleiten kann.

„Eine Nachtbetreuung hatten wir schon eine ganze Weile auf freiwilliger Basis ausprobiert", berichtet Geschäftsführerin Angelika Nosal bei der Vorstellung des Angebotes dem Leiter des Amtes für Versorgung und Rehabilitation Dieter Zimmermann. Trotz guter Erfahrungen ließ sich dieses Angebot mangels verlässlicher Finanzierung aber nicht fest etablieren. Nun wird der Service in der 69 Wohnungen umfassenden Einrichtung fest installiert und von allen neuen Bewohnern mitfinanziert. „Diese Vorgehensweise stößt durchweg auf Akzeptanz", sagt Geschäftsführerin Elke Krämer, die aber gleichzeitig betont, dass über die Nachtstunden keine Pflegedienstleistungen erbracht werden. Die Nachtbetreuer fungieren vielmehr als stets erreichbarer Ansprechpartner, der im Notfall in kürzester Zeit vor Ort ist und - wenn nötig - lebensrettende Sofortmaßnahmen ergreift oder ansonsten zielgenau die richtige Hilfe anfordert. Um das zu gewährleisten erhalten alle Betreuungskräfte eine Schulung in Erster Hilfe und Informationen über die verschiedenen ambulanten Notdienste.

„Schon allein die Gewissheit, dass rund um die Uhr ein Ansprechpartner im Haus ist, gibt den Bewohnern ein beruhigendes Gefühl der Sicherheit", macht Pflegedienstleiterin Petra Vocke deutlich. Die Angst vor einem Sturz mit anschließender hilfloser Lage könne zum Beispiel auf diese Weise genommen werden. Ebenso könne man auf Bewohner, die aus dem Krankenhaus zurückkehren, in den problematischen ersten Tagen ein verstärktes Augenmerk legen. Oftmals reiche schon ein beruhigendes Gespräch aus, um das Wohlbefinden wiederherzustellen oder zu fördern.

„Die Nachtbetreuung trägt dazu bei, dem alten Menschen noch länger ein Maximum an Selbstbestimmung und Autonomie zu erhalten und schiebt gleichzeitig die Unterbringung in einem vollstationären und entsprechend teurem Heim so lang wie möglich hinaus", sagt Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, der die Initiative der AWO als weitere innovative Initiative zur besseren Betreuung älterer Menschen begrüßt.

Aufzugehen scheint das Projekt schon jetzt: Mindestens drei Bewohner, so die AWO-Geschäftsführerinnen, gebe es, die ohne diesen zusätzlichen Nachtservice wohl in ein vollstationäres Heim hätten übersiedeln müssen.

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