Eröffnung Ärztehaus Postcenter
Über diese Angelegenheit wurde bereits auf bruchsal.org berichtet. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch viele Fragen zu diesem Themenkomplex, die immer noch nicht befriedigend beantwortet wurden. Wahrscheinlich wird es aber nie eine das Publikum zufriedenstellende Antwort geben.
Unsere Oberbürgermeisterin ist dafür bekannt, dass sie gerne Veranstaltungen besucht und dabei gerne das eine oder andere Grußwort an die versammelte Menge richtet.
Um das Grußwort, das sie am kommenden Samstag, 3. Juli 2010, sprechen soll, ist sie jedoch nicht zu beneiden.
An diesem Tag ist die offizielle Eröffnung des „Ärztehaus Postcenter“. Neben dem Ärztehauseigentümer Reiner Fränkle, Inhaber und Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Fränkle GmbH, wird auch unsere Oberbürgermeisterin zu einer Laudatio auf den unternehmerischen Geist und das kaufmännische Geschick des Investors aufs Podium gebeten.
Und warum ist sie nicht um dieses Grußwort zu beneiden? Warum müssen wir hoffen, dass ihr nicht die Worte des Jubels und der Freude im Halse stecken bleiben? Erinnern wir uns.
Vor etwas über zwei Jahren durften Bruchsals Gemeinderäte erstaunt der Bruchsaler Rundschau entnehmen, dass der damals noch in Amt und Würden befindliche Oberbürgermeister Bernd Doll das Postgebäude kaufen wolle, um darin Rathausräume einzurichten. Allerdings wurde die Angelegenheit nie im Gemeinderat beraten; still und leise wurde wurde das Projekt vom damaligen Rathauschef wieder beerdigt. Bis heute ist nicht bekannt, was ihn dazu bewogen hat, diese eigentlich doch bestechende Idee in die Realität umzusetzen, zumal die Diskussion um die Entkernung des Rathauses für Textilläden schon im Gange war.
Kurze Zeit später wurde publik, wieder über die Bruchsaler Rundschau, dass das Postgebäude von dem Bruchsaler Investor Reiner Fränkle erworben wurde, der dort ein Ärztehaus realisieren wolle. Dies soll zu Unmut und Verstimmungen mit dem Landkreis geführt haben, weil dieser seit längerem ein Ärztehaus am Krankenhaus plant. Doch dies führte zu keinen Irritationen bei dem damaligen Oberbürgermeister Bernd Doll. Und im Übrigen ist das eine ganz, ganz andere Geschichte.
Halten wir fest: Der Vorgänger unserer Oberbürgermeisterin verzichtete zu einem Zeitpunkt, wo bereits Überlegungen für den Umbau des Bruchsaler Rathauses in ein großes Kleidergeschäft bestanden, auf das Postgelände und insbesondere das Postgebäude!
Das Post-Areal mit über 3.500 qm Fläche liegt an strategisch wichtiger und günstiger Stelle der Stadt, zwischen Bahnhof und Innenstadt, direkt gegenüber vom städtischen Grundbuchamt, mit Parkplätzen direkt vorm Haupteingang. Der Kauf des Gebäudes wäre ein MUSS für die Stadt gewesen. Wenn man dazu noch weiß, dass solche Gebäude nicht gerade überteuert von der Post angeboten wurden und werden (damit ist gemeint, dass solche Anwesen „für 'n Appel und 'n Ei“ verscherbelt werden), sind noch mehr Fragezeichen hinter das Handeln des Amtsvorgängers von Frau Petzold-Schick zu setzen.
Nun, der Zug ist durch, jammern hilft auch nicht weiter. So wird unsere Oberbürgermeisterin am kommenden Samstag beim Verlesen ihrer Eloge gute Miene zum bösen Spiel machen müssen, eifrig den Laudatoren applaudieren, dem Investor zum gelungenen Ärztehauskonzept gratulieren und sowohl vor, während und auch nach der Feierstunde darüber grübeln, wo die Stadtbediensteten zukünftig ihre Büros haben werden. Eines weiß sie ganz sicher: Nicht im ehemaligen Postgebäude.
Nachtrag:
Der Investor schreibt auf seiner Einladung „Von Geschenken zur Eröffnung bitten wir Abstand zu nehmen.“ Nun, er wurde bereits sehr, sehr reichlich mit dem Postgebäude beschenkt.
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Kommentare
Ärztehaus Bruchsal
Sehr geehrter Herr Schmitt,
ich bedauere sehr, dass Sie bis heute nicht die Möglichkeit wahrgenommen haben, mit dem "begünstigten Investor" in Verbindung zu tretten, um Ihre Thesen zu untermauern. Der Einladende für die Eröffnung des Ärztehauses war nicht der Investor, sondern die Ärzte selbst, die sich in zentraler Lage, wie im Übrigen auch Ihre Patienten, sehr wohl fühlen.
Für ein aufklärenden Gespräch, fern ab des öffentlichkeitswiksamen Internet, stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.
Ich investiere gerne in Bruchsal und wünsche mir mit allen Beteiligten eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.
Mit freundlichen Grüßen
Reiner Fränkle
Gute Idee!
Ich unterstütze den Vorschlag von Herrn Fränkle, mit Rolf Schmitt - natürlich unter vier Augen - ein Gespräch über das Thema "Erwerb des Postgebäudes durch Fränkle & Co" zu führen.
Zwecks annähernder Waffengleichheit jedoch erst nach Einsicht von Rolf Schmitt in alle einschlägigen (noch vorhandenen...) Akten der Stadtverwaltung Bruchsal sowie aller ansonsten beteiligten öffentlichen und privaten Stellen. Soweit hierzu das Einverständnis von Fränkle & Co notwendig ist, wird dieses selbstverständlich erteilt.
Ferner ist Rolf Schmitt befugt, die gewonnenen Erkenntnisse laufend zu veröffentlichen - und dann schaun'n wir mal weiter...
Warum nicht öffentlichkeitswirksam?
Sehr geehrter Herr Fränkle,
ich bin positiv überrascht, daß in Bruchsal tatsächlich jemand auf Kritik reagiert.
Aber warum soll das ganze fernab des öffentlichkeitswirksamen Internets besprochen werden?
Was sollte das für einen Grund haben? Diese Variante einer Aussprache hat -wohl nicht nur für mich- ein negatives "Gschmäckle".
Mit freundlichen Grüßen,
Marco Ertel
Sehr geehrter Herr Ertel, ich
Sehr geehrter Herr Ertel,
ich gehe davon aus, dass Herr Schmitt die Möglichkeit des persönlichen Gespräches nutzen, und danach nicht mehr von einem " begüstigten Investor" sprechen wird. Als Demokrat wird er dies wohl dann auch - wie seine These der Begünstigung- im Internet veröffentlichen.
Mit freundlichem Gruß
Reiner Fränkle
politisch um den Inhalt manövriert?
Sehr geehrter Herr Fränkle,
es ist ja nett, dass sie davon ausgehen, dass Herr Schmitt ein persönliches Gespräch mit ihnen führen wird und dadurch seine Meinung ändert.
Worauf sie leider in keinster Weise eingegangen sind, ist der Grund warum sie dies nur in einem persönlichen Gespräch darlegen möchten.
Warum sollte Herr Schmitt diese Hintergründe dann veröffentlichen? Wäre es nicht einfacher (und würde unnötige Kommunikation ersparen- von Mißverständnissen völlig abgesehen) sie würden dies tun?
Mit freundlichen Grüssen,
Marco Ertel