Einzelhandelsstandort Bruchsal durch Innenentwicklung stärken

DruckversionPer e-Mail versenden
Ausschreibung für Handels- und Dienstleistungszentrum an der Prinz-Wilhelm-Straße beschlossen / Neue Angebote als Erweiterung zum bestehenden Sortiment geplant
Donnerstag, 28. Juli 2011 - 18:10

Bruchsal (pa.). Der Gemeinderat der Stadt Bruchsal hat im Dezember 2009 beschlossen die innerstädtischen Entwicklungsflächen östlich und westlich des Bahnhofs zu kaufen. Von der aurelis Real Estate Management GmbH & Co. KG wurden insgesamt 7,6 ha Fläche erworben, um eine geordnete städtebauliche Entwicklung südlich des Bahnhofs und im ehemaligen Güterbahnhofsareal einzuleiten. Nachdem sich bei der Stadt Bruchsal mehrere Investoren mit Vorschlägen zur Bebauung und Nutzung gemeldet haben, sollen rund 1,8 ha entlang der Prinz-Wilhelm-Straße für ein Handels- und Dienstleistungszentrum ausgeschrieben werden. Ziel ist die weitere Stärkung des Einzelhandelsstandorts durch ein komplementäres Sortimentangebot. Durch den Verkauf der Grundstücksflächen kann die Stadt außerdem wichtige Einnahmen erzielen.

„Die Aufwärtsspirale in der Innenstadt wurde in Gang gesetzt", sagt Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick. „Dennoch dürfen wir uns mit dem erreichten nicht zufrieden geben." Bruchsal befinde sich noch inmitten eines Prozesses mit dem Ziel, den Einzelhandelsstandort zukunftsfähig zu machen. Damit die erzielten Erfolge bestand hätten, müssten am Rande der Innenstadt neue Einzelhandelsangebote entstehen, die die vorhandenen innerstädtischen Sortimente komplettieren. „Ziel ist es, die erhöhte Frequenz in der Innenstadt dauerhaft zu sichern und noch weiter auszubauen", erläutert das Stadtoberhaupt.

Kernbestandteil des geplanten Handels- und Dienstleistungszentrums ist ein 2500 bis 3500 Quadratmeter großer Lebensmittelmarkt, der im Unterschied zum neuen Supermarkt in der John-Bopp-Straße sogenannte „Kofferaum-Kunden" für den großen Wocheneinkauf ansprechen soll. Darüber hinaus sind weitere zur Innenstadt komplementäre Sortimente denkbar, die sorgfältig definiert werden. Auf Grundlage dieser Festsetzungen strebt die Stadtverwaltung eine Ausschreibung der städtischen Grundstücke an. Damit soll ein fairer Wettbewerb zur Ermittlung desjenigen Angebots eröffnet werden, das den Zielvorgaben der Stadtverwaltung am besten entspricht, die bestehenden innerstädtische Angebot sinnvoll ergänzt und insgesamt den Einzelhandelsstandort stärkt.

Noch keine Bewertungen vorhanden

Kommentare

Ich kann da nur den Kopf schütteln

Erstaunt vernimmt man, daß, auf dem Gelände in der Prinz-Wilhelm-Straße, ein Lebensmittelmarkt für "Kofferraum-Kunden für den großen Wocheneinkauf" entstehen soll. Das heißt doch, daß solche Kunden beim REWE nicht einkaufen, sondern nur die mit "Einkaufstasche". Ich bin etwas ratlos, denn die mit "Einkaufstasche" sind doch nur die Bruchsaler, die an Markttagen einkaufen und die paar Hansel dazwischen. Hieß es nicht einmal, SEPA soll Kunden aus dem Umland anziehen? Dafür wurde der Markt doch auch konzipiert. Bis heute ist die Rechnung nicht aufgegangen, und nun sollen die mit dem Auto, also die von außerhalb, in die Bahnstadt gelockt werden? Die kommen genau so wenig wie zum REWE, und die, die kommen, nehmen dem REWE auch noch Kaufkraft weg. Die Bruchsaler mit Auto kaufen weiterhin beim Aldi, Lidl, Marktkauf usw ein. Wenn alle Bruchsaler so viel essen, damit sämtliche Märkte (über-)leben können, würden wir bald die fettesten Deutschen in Bruchsal sehen. Die Lage in Bruchsal muß schon sehr verzweifelt sein, um auf solche Ideen zu kommen.

Todesstoß für REAL-Markt

Ich sehe das ähnlich wie Waldemar.Z. Darüber hinaus dürfte ein "Kofferraum"-Angebot dem REAL in Heidelsheim den Todesstoß versetzen. REAL scheint es ohnehin nicht gutzugehen..., etliche Märkte wurden von GLOBUS übernommen. Man darf aber davon ausgehen, dass ein REAL oder GLOBUS nicht für ein paar Dörfer zwischen Bretten und Bruchsal lohnen würde.

Wie sollte ein solcher Markt angedient werden? Die Prinz-Wilhelm-Straße kann einen PKW-Andrang in Stoßzeiten doch gar nicht aufnehmen, geschweige denn die LKWs, die die Waren zum Markt bringen. Es sei denn, die Ware käme per Schiene oder man streicht wieder mal Parkflächen entlang der Prinz-Wilhelm-Straße.

Ich bin ja nicht gegen eine lukrative Nutzung des Geländes, aber ein solches Projekt macht doch nur Sinn, wenn flankierende Maßnahmen ergriffen werden. Doch dazu müsste man im Stadtsäckel noch ein paar Münzen finden.

Bei solchen Unternehmungen frage ich mich, was eigentlich aus den Empfehlungen des Städteberaters geworden sind, der noch zu Dollen Zeiten m.E. sehr gute Ratschläge gab, um die Innenstadt aufzuwerten?

Nichts, aber auch gar nichts ist davon umgesetzt worden.

 

 

Eigene Ideen?

Ich bezweifle, dass man sich sorgen muss um Niederlassungen großer Konzerne oder Handelsgesellschaften. Im Verlauf der letzten Gemeinderatssitzung machte mir eher Kummer, wieder einmal zu sehen, dass keinerlei eigene Ideen entwickelt werden. Nicht einmal versuchsweise.

Das Gelände an der Prinz-Wilhelm-Straße soll angesichts der Haushaltslage verkauft werden und es handelt sich dabei um ein interessantes Areal. So weit, so unbestritten. Herr Ayerle legte die Vorstellungen der Stadtverwaltung dar und kam auch auf den Punkt: Ein SB-Warenhaus, das endlich die "immensen Kaufkraftabflüsse" nach Wiesental stoppen kann, ist der Wunschkandidat. Ich warte noch auf den Tag, an dem jemand die Wiedereinführung von Zöllen fordert.

Kurz und gut: Am liebsten will man einen Globus oder Vergleichbares gegenüber vom JKG. Vornehmlich ist die Rede von einem "Lebensmittelmarkt" - wobei die innenstadtrelevanten Non-Food-Sortimente, ohne die kein Markt, der für "Kofferraumkunden" konzipiert wird, zu realisieren ist, möglichst nicht erwähnt werden.

Müssen wir Bruchsaler eigentlich immer alles haben, was andere haben?
Können wir nicht eigene, das regionale Angebot ergänzende und erweiternde Ideen entwickeln? Uns als Teil eines größeren Ganzen sehen? Und können wir nicht einmal uns etwas Neues vornehmen? Götz Werner, der Gründer der dm-Drogeriemärkte, beginnt Ideenfindungsprozesse mit der Aufforderung: "Träumen wir uns mal hinein." Niemand wird dem Ausnahmeunternehmer unterstellen, dass seine Träumereien erfolglos geblieben seien.

Also träumen wir uns mal hinein: Was könnte in der Prinz-Wilhelm-Straße entstehen statt eines weiteren langweiligen, seelenlosen, austauschbaren Gemischtwaren-Angebots? Und lösen wir uns dabei vom Zwang, diesen Komplex an die Innenstadt anbinden zu müssen. Diese Überlegungen halte ich persönlich für verfrüht. Ob das möglich bzw. sinnvoll ist, kann erst entschieden werden, wenn klar ist, was genau gebaut wird. Gleichzeitig ein SB-Warenhaus anzustreben und Pläne für die Fußgängerwege ins Zentrum zu entwickeln, ist absurd. Bestenfalls dienen die Planungen als Balsam für die Seelen der Innenstadt-Händler.

Ich selbst träume von einer großen Globetrotter-Filiale, einem Unternehmen mit ungeheurer Strahlkraft. Es wäre die einzige in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland und würde Bruchsal von heute auf morgen bei einer außerordentlich interessanten Käufergruppe bekannt machen. Ich habe meinen Impuls bereits weitergegeben.

Ein anderer träumt von einer Markthalle mit Gastronomie, Direktvermarktern, Bio-Textilien, Weltladen, einem Bürokonzept für Existenzgründer. Ein Mekka für Lohas.

Ein Kindertraum ist ein Indoor-Europappark. "Der Herr Mack hat da bestimmt tolle Ideen". Wenn bei der Erwähnung von Bruchsal genauso die Augen blitzen würden wie bei der Erwähnung von Rust oder Cleebronn - das wäre doch auf jeden Fall ein ganz neues Lebensgefühl:-)

Und wovon träumt Ihr, wovon träumen Sie?

Anbindung Prinz-Wilhelm-Strasse Platzproblem?

Naja träumen darf man- egal ob man Fischer oder Ayrle heißt- nur ist mir bei der ganzen Träumerei in keinster Weise klar, wie man an dieser Stelle eine ausreichende Verkehrsanbindung sowie Parkplätze realisieren möchte.

Egal ob "Globus" oder "Globetrotter" oder "Bruchsal-Park" (als Alternative zum Bruchsaler Europaplatz :-)): für alle diese Ideen ist es zwingend notwendig mit LKW (für die Anlieferung) und vielen(!) PKW's (für die Kunden) gut und zügig dort anzukommen.

Dann hätten manche gerne auch noch die Stadtbahn in der gleichen Straße- wie das alles dort passen soll ist mir in keinster Weise klar.

Ebenso Fußwege von dort ins Zentrum? Gleichzeitig brauchen wir angeblich die Stadtbahn weil der Weg vom Bahnhof ins Zentrum zu weit ist?

Irgendwie kommen da (egal was man mit dem Gelände machen wird) mehr Fragen als Antworten auf.

Aber vielleicht kennt ja jemand bereits die Antworten hier?

Vollkommen richtig

Die Antworten auf diese Fragen blieb man tatsächlich schuldig.
Der Stadtplaner hat zwar erläutert, dass eine Zufahrt direkt von der B35 aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei (von einer Bundesstraße darf es keine Ausfahrt auf privates Gelände geben) und dass überhaupt auch wieder mit Protesten von JKG-Seite gerechnet werden muss, hat aber meines Wissens keinen eigenen Lösungsansatz für den neuerlichen Anlauf öffentlich präsentiert.

Für unsere Träumereien könnten wir die Verkehrsanbindung vernachlässigen. Wenn es für ein SB-Warenhaus eine Lösung gibt, wird es für jede andere Idee auch eine geben. Interessant wäre es natürlich, darüber etwas zu erfahren.

Wenn es allerdings bisher gar keine Ideen zur Lösung der Anfahrtsproblematik geben sollte, dann sehen wir gleich ein Beispiel für nicht wünschenswerte Träumereien;-)

Keine Ausfahrt auf eine Bundesstraße?

@ Claudia Fischer:
Na, diese Aussage sollten Sie sich aber nochmals überlegen!
Fahren Sie mal in Gedanken die B 3 entlang.
Und auch die B 35!

Keine Ausfahrt von der Bundesstraße?

Lieber Gast,

meine Überlegungen nutzen nicht viel, virtuelle oder tatsächliche Streckenkontrollen auch nicht: So vernahm ich es in der Gemeinderatssitzung.

Möglicherweise habe ich etwas missverstanden, weshalb Fragezeichen statt Ausrufezeichen genauso willkommen sind wie Korrekturen. Und bitte auch ein Klarname. Nur Mut!

Kofferraum- und andere Kunden

Ein SB-Warenhaus in der Prinz-Wilhelm-Strasse hätte wohl Kaufland sehr gerne - die stehen ante portas. Zweifelsfrei ist auch, dass Kaufland plus Real und plus Marktkauf weder vorstellbar noch sinnvoll ist. Am Bahnhof wird es - ich sags mal direkt - kein SB-Warenhaus geben. Denn uns fehlt ein hochwertiger Lebensmittelanbieter, wie (Codename) Scheck-in. Interessenten hierfür gibt es und es wird auch zustande kommen können. Damit kann Bruchsal sein Einzugsgebiet vergrössern (die Älteren haben eine schwache Erinnerung an Bruchsal als zentraler Ort des alten Landkreises - vor Globus). Der REWE in der Innenstadt ist vergleichsweise ein Witz. Es entsteht, zB. ein REWE am Ortseingang von Forst, der größer als, als der Innenstadt-REWE, um es mal dessen Relevanz zu verdeutlichen. Passend hierzu sind ein Sportanbieter (30 % Nachfragedeckung derzeit in B.) und ein Elektrofachmarkt. Die Vorstellung, dass Bruchsal kein x-beliebiges EKZ bauen lassen sollte, finde ich richtig. Nach meiner Auffassung kann sich Bruchsal in einem mittleren bis oberen qualitativen Marktsegment positionieren und dabei eine gewisse Unverwechselbarkeit anstreben - mehr geht nicht, denn wir können den "Markt" nicht neu erfinden. Nach meiner Auffassung müssen mittelständische Anbieter Vorfahrt am Bahnhof bekommen. Expert-Center statt Saturn, zB.

Die Innenstadt-Anbindung kann über eine Gastronomie im Luisenpark verbessert und damit auch die Stadt attraktiver gemacht werden. Ich gebe auch die Hoffnung nicht auf, dass die Wörthstraße noch aufgewertet werden kann und den Bezug Innenstadt-Bahnhof mit verbessern hilft.

Klarnamen

Namen führen oft dazu, dass die Argumente der Namensträger durch die Namensnennung allein zu sehr bewertet werden - auch deshalb die vielen "Gäste" hier.
Das ändert jedoch nichts an den Tatsachen. Natürlich sind Ausfahrten an und Zufahrten von einer Bundesstraße generell zulässig (positiv ausgedrückt) - es kommt, wie immer, darauf an, was wo und wie angebunden werden soll.
Alles, was man so hört, sollte man gründlich überdenken - ob es sein kann oder ob man sich verhört hat oder ob schlicht Falsches erzählt wurde.
Auch und insbesondere in Gemeinderatssitzungen.

Thema verfehlt

Hallo Herr Schmitt, ich bin mal ausnahmsweise nicht ganz Ihrer Meinung.

1.) Welcher Anbieter mit welchem Sortiment auch immer erfolgreich und attraktiv wäre, würde zumindest zeitweise starkes Verkehrsaufkommen verursachen. Dieses aufzunehmen ist im derzeitigen Zustand der Prinz-Wilhelm-Straße undenkbar.

Übrigens sehe ich im Lebensmittel-Bereich keinen Angebotsmangel in Bruchsal, von Fisch- und Wildangeboten mal abgesehen. Viel wichtiger scheint mir ein großer und kompetenter Anbieter für "braune" und "weiße" Ware zu sein...., in diesem Bereich ist man ja fast auf einen bekannten Händler geradezu angewiesen.

2.) Warum mittelständische Anbieter? Sofern "mittelständisch" gleichbedeutend mit "exklusiver und teurer" ist, bin ich unter dem Gesichtspunkt der Aufwertung Bruchsals als attraktive Einkaufsstadt eindeutig dagegen. (Fast) alles geht heute nur noch über den Preis..Wollen wir nun die Kundschaft nach Bruchsal holen oder nicht?

Wenn ja, dann darf es sich nicht lohnen, nach Wiesental oder nach Karlsruhe zu fahren.

Klarnamen

führen in erster Linie zu einem sachlichen Diskurs.

Ich selbst hatte ursprünglich wenigstens ein Pseudonym verwenden wollen, habe mich aber überzeugen lassen, dass es eine Grundvoraussetzung für einen zielführenden Dialog ist, dem anderen offen und ohne Scheu gegenüberzutreten. Auf bruchsal.org beobachte ich, dass gerade die "Gäste" auffallen durch Scharfzüngigkeit und Gepoltere, nicht durch stringente, besonders kenntnisreiche Argumentationslinien, für die man gerne in Kauf nehmen würde, dass der Schreiber unbekannt bleiben möchte.

Ganz offen stehe ich dazu, dass ich die Argumentation des anonymen Gastes für Unsinn halte: Ein Argument ist ein Argument. Entweder es sticht oder es sticht eben nicht. Es wird "bewertet" nach seinem Inhalt. Ebendies halte ich für eine der Kernerrungenschaften unserer Gesellschaftsordnung. Es gibt einige wenige, deren Gründe für ein Pseudonym ich wirklich verstehen kann. Doch auch die wählen wenigstens ein Alter Ego.

In unserem aktuellen Fall würde es mir allerdings schon helfen zu wissen, wer unser "Gast" ist, um bewerten zu können, ob es lohnt, mich mit seinen nebulösen Andeutungen zu befassen. Wie wahrscheinlich ist es, dass er die "Tatsachen" kennt? Wenn er es besser weiß, was hindert ihn, die einfache Rechtslage uns allen darzulegen? War er in der Gemeinderatssitzung, aus der ich meine Informationen beziehe? Warum nur wirkt er so verschnupft? Mein ursprünglicher Beitrag legt doch zugrunde, dass die Sachverständigen schon die Voraussetzungen für eine Zufahrt schaffen werden. Das ist doch überhaupt nicht unser Problem an dieser Stelle.

Wenn ich es mir recht überlege: Lassen wir ihn oder sie einfach granteln.

Exklusiv und teurer

sollten natürlich nicht die Assoziationen sein, die das neue Projekt hervorruft.

Auf der anderen Seite bin ich persönlich überzeugt davon, dass der Preis als kaufentscheidendes Element an Bedeutung verlieren wird. Das liegt auch daran, dass auf "Wohlstandsinseln" wie unserer Region Geld zunehmend eine geringere Bedeutung haben wird - in der Makroperspektive betrachtet. Es steht - außer in staatlichen Haushalten - eine immer größere Menge zur Verfügung (Stichworte: Jahrzehntelanges Privatsparen, Vermögensübergang u.a. durch Erbschaften auf immer weniger Personen).

An Bedeutung haben bereits gewonnen und werden weiter gewinnen: Service, Onlinepräsenz, Unternehmenskultur und Unternehmenswerte (u.a. Verlässlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Nachhaltigkeit, Authentizität, Mitarbeiterkultur). Würden nur noch Niedrigpreisstrategien funktionieren, wäre nicht ausgerechnet Metro (MediaMarkt, Saturn, Praktiker) oder Schlecker in Schwierigkeiten geraten.

Salopp formuliert: Erfolgreich werden in dieser Phase deshalb vermutlich weder die Billigen sein noch die Luxuriösen, sondern die Guten.

Flächenvergleiche....

Herr Schmitt wünscht sich also einen "hochwertigen Lebensmittelanbieter" wie Scheck-in aber kein SB-Warenhaus. Ich muß zugeben, mir war noch nicht bewußt, daß man beim Scheck-in seine Waren nicht selbst aus dem Regal holt, aber egal.

Andere wünschen sich Konkurrenz zum Globus.

Schauen wir uns doch einfach mal die Flächen an:

je nach Messung (bis Saalbach oder eben bis zum Ende des heutigen Parkplatzes) haben wir in der Prinz-Wilhelm-Straße ca. 17000-21000m² (gemessen im Geoportal Bruchsal) mit einer Zufahrtsstraße von ca. 7-8m Breite. Das wären die Gesamtflächen- verkauft (und zur Nutzung vorgesehen) sind laut Artikel 7.600m² davon 1.800m² für das "Handels- und Dienstleistungszentrum"

Vergleichen wir das mit dem Globus in Wiesental:

  • Gebäudefläche (nur SB-Warenhaus) ca. 14.000m² (damit ca. 28.000m² Verkaufsfläche, da 2-stöckig)
  • Parkfläche (nur Hauptparkplatz davor die anderen Stellflächen mal dem Möbelmarkt angerechnet) ca. 20.000m²
  • Zufahrtsstraße L556 Breite ca. 10,5m
  • Zufahrtsstraße L638 Breite ca. 8m

Nun gut nehmen wir Scheck-in Karlsruhe:

  • Grundstücksfläche (Warenhaus inkl. Parkhaus) ca. 10.000m²
  • Verkaufsfläche lt. homepage ca. 5.000m²
  • 5 2-spurig ausgebaute Zufahrtsstraßen

Um ein Gefühl für die Flächen zu bekommen nehmen wir noch den Lidl an der Kreuzung Grabener-Straße Schnabel-Henning-Straße:

  • Grundstücksgröße ca. 7.0000 m²
  • Verkaufsfläche ca. 1.500m²

Oder das Sepa Gebäude:

  • Grundfläche Gebäude Drogerie Müller ca. 1.700m²
  • Rewe 1200 m²

Interessant auch, daß Herr Schmitt behauptet, daß uns ein "hochwertiger Lebensmittelanbieter, wie (Codename) Scheck-in" fehlt, da die Aussage unserer OB bei Einzug von Rewe noch wie folgt lautete: „Es ist aus unserer Sicht absolut unabdingbar, dass wir einen gut ausgestatteten, hochwertigen Vollsortimenter in der Innenstadt brauchen".

Ja was den nun?

Da frage ich mich schon ein bißchen, wie dort ausreichend Kunden und Lieferanten hingebracht werden sollen, damit sich ein Markt wie der gewünschte betriebswirtschaftlich rechnet.

Ach und gerade noch gefunden:

http://www.bruchsal.de/servlet/PB/show/1392491/TOP%206%20Handels-%20und%20Dienstl.%20Prinz-Wilhelm-Str..pdf

Bahnstadt-Ziele

Wer was braucht und wer wo einkauft ist ein ergiebiges Diskussionsthema mit selbstverständlich unterschiedlichen Meinungen.

Ich will meine Meinung erläutern:

1. Die Stadt Bruchsal hat érst Millionen in die Innenstadt investiert: Die Aushöhlung des Rathauses war gut für den Handel, aber schlecht für den Haushalt, d.h. es hat Geld gekostet. Die Platzgestaltungen um die Stadtkirche herum deutlich über 2 Mio € sowie die Einbeziehung des alten Kaufhauses Schneider in ein Sanierungsgebiet war ebenfalls nicht umsonst zu haben. Die Anbindung des Schlosses steht bevor und wird in den nächsten Jahren auch Haushaltsmittel erfordern. Investments müssen sich auch rentieren, oder?

2. Die Innenstadt definiert das Ansehen und die Bedeutung einer Stadt und löst (erkennbar) Folgeinvestitionen aus.

3. Das EKZ am Bahnhof muss deshalb als allerersten Fokus die Orientierung auf die City haben und diese mit ergänzenden  Sortimenten stützen und ergänzen. Wir wollen und brauchen eine lebendige Innenstadt, das ist eine städtebauliche, auch raumordnerische Hauptaufgabe.

4. Wir haben zwei Vollversorger mit Marktkauf und Real und einen Interessenten: Kaufland. Koimmt jetzt ein weiterer Vollversorger geht das primär gegen die anderen Standorte. Kaufland, zu besichtigen zB in Mosbach ist ein guter Versorger, braucht aber keine Synergien. Kaufland (wie der Name schn ausdrückt) steht für sich. Käme dieser Anbieter an den Bahnhof, könnte ein guter qualitativer Lebensmittler (jetzt) nicht kommen.

5. Ein qualitativ "hochwertiger " Lebensmittler, d.h. mit einer Mittelzentrumsspezifichen Sortimentstiefe gibt Bruchsal in der Umgebung ein Alleinstellungsmerkmal und zieht Kaufkraft an - das kann ein beliebiger Vollversorger nicht. Das schließt nicht aus, dass mit zeitlichem Abstand Kaufland kommen könnte - allerdings mit dem Ausscheiden von Real oder Marktkauf aus dem Markt verbunden. Das ist kein unkompliziertes Thema, wie auch in Bruchsal-org nachlesbar.

6. Quintessenz: Lebensmittel/Elektronik/Sport am Bahnhof ergänzt die City-Sortimente ideal. Last but not least führt mehr Innenstadtkaufkraft zu einer mittelfristigen Verbesserung der Gastronómie-Szene - eine Schwachstelle Bruchsals!

 

Ich muß Morgan le Fay

und Herrn Ertl recht geben. Vielen Dank noch für die Gemeinderatsvorlage, nun erschließt sich dem Bürger viel besser, was eigentlich gewollt ist. Ich erinnere mich gut, wie es zur Begründung von SEPA damals fast wortgleich hieß, daß solch eine Bebauung mit der die Innenstadt ergänzenden Sortimenten ein entscheidender Schritt sei, um den Einkaufsstandort Bruchsal zu stärken und seiner Innenstadt die Angebotsvielfalt zu geben, die von einem Mittelzentrum heute zu erwarten sei. Offensichtlich geriet die Stärkung der Innenstadt nicht stark genug, weshalb sie nun weiterhin gestärkt werden muß. Wo soll das hinführen? Steht diese "Stärkung" so gibt es weitere große Flächen, die einer Bebauung zugeführt werden müssen, da sich die Gesellschaft wachstumsmäßig ja "dynamisch" entwickelt und somit weitere "Stärkungen"  erforderlich sind - ich denke da nur an den Meßplatz. (Warum diesen nicht anhand der Stadtbahnbrücke - in der Mitte die Stadtbahn, links und rechts die Fahrbahnen - an die Innenstadt anbinden?). Man hat sich schon der Hoffnung hingegeben, das SEPA-Zentrum werde die Mittelpunktfunktion der Stadt stärken, diese Hoffnungen wurden bislang nicht erfüllt. Nun hofft man auf die Bahnstadt - nun ja, die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt.

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen