Einigung bei Bruchsaler HIB - Trim Part Solutions erzielt / Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart.
Betriebsrat und IG Metall präsentieren auf der letzten Betriebsversammlung am Montag vor über 400 Beschäftigten das Ergebnis der Verhandlungen. Danach müssen auf Betreiben des Arbeitgebers an dem Standort Bruchsal 200 Arbeitsplätze abgebaut werden.
Konkret werden 166 Beschäftigte die Möglichkeit erhalten, in die Transfergesellschaft/Beschäftigungsgesellschaft zu wechseln.
Unser Ziel, alle Beschäftigten in Arbeit zu halten, konnte vor dem Hintergrund der Auftragslage und der finanziellen Situation bei der HIB - Trim Part Solutions Bruchsal GmbH & Co. KG nicht erreicht werden. Jede betriebsbedingte Kündigung ist aus Sicht der IG Metall eine Katastrophe für die Betroffenen und ihre Familien.
Der Betriebsrat bilanziert: "Es tut weh, wenn wir sehen, wie Produktions-bereiche verlagert werden, Produktionen auslaufen, keine neuen Aufträge für Bruchsal vorhanden sind und damit unsere Mitarbeiter ihren vertrauten Arbeitsplatz verlieren."
Transfergesellschaft/Beschäftigungsgesellschaft:
Durch zahlreiche Verhandlungen konnte im jetzt unterschriebenen Ergebnis durch den Betriebsrat mit Unterstützung durch die IG Metall eine Transfergesellschaft vereinbart werden. Diese wird am 01. Oktober 2010 beginnen. Solange sind alle von einer Kündigung bedrohten Beschäftigten noch Mitarbeiter bei der HIB.
Die vertraglich vereinbarte Transfergesellschaft bietet den Gekündigten die Möglichkeit, eine drohende Arbeitslosigkeit um weitere 12 Monate in die Zukunft zu verschieben. Die Transfergesellschaft hat die Aufgabe, die Betroffenen zu qualifizieren und innerhalb der 12-monatigen Laufzeit an andere Arbeitsplätze (andere Arbeitgeber) zu vermitteln.
In der Transfergesellschaft erhalten die Betroffenen 80 % des letzten Nettolohns. Damit wurde eine der wichtigsten Forderungen der IG Metall und des Betriebsrates erfüllt.
Ohne die verschiedenen Aktionen, einschließlich die Fahrt nach Vilsbiburg, wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen, so der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Eberhard Schneider.
Für die Sozialplanabfindung wurde vereinbart, dass auch das Weihnachtsgeld sowie das Urlaubsgeld individuell einbezogen wird. Alle von einer Kündigung betroffenen Beschäftigten erhalten eine Abfindung. Für die verbleibenden HIB-ler wurde keine Veränderung vereinbart.
Betriebsrat und IG Metall erklärten gemeinsam, dass trotz der finanziellen Absicherung dies nur die zweitbeste Lösung sei. Ziel sei es gewesen, alle Beschäftigten vor betriebsbedingten Kündigungen zu retten, was aber durch die anhaltend schlechte wirtschaftliche und finanzielle Situation nicht möglich war.
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