Edo Zanki: Sympathie-Konzert für den Bruchsaler Schlachthof
Angekündigt war das Konzert von Edo Zanki & Band als „Sympathie-Konzert für den Schlachthof" und das Konzert war nicht nur dies. Es war auch ein Sympathie-Konzert für Edo Zanki, der die eine Hälfte des Publikums augenzwinkernd als die vielen Mitschüler begrüßte, die er im Laufe seines Schullebens in Bruchsal und um Bruchsal herum „Ehrenrunden drehend" kennen lernen durfte und die andere Hälfte des Publikums begrüßte er als seine große Verwandtschaft, darunter seine 87 Jahre alte Mutter. Seinen Bruder Vilko entschuldigte Edo Zanki für dessen Abwesenheit, denn dieser erwartete für dieses Wochenende Nachwuchs - er sollte wieder Großvater werden.
Gewohnt gekonnt, routiniert und dennoch mit viel Gefühl präsentierten Edo Zanki und seine Band Stücke aus seinem neuen Album „Zu viele Engel", vergaßen aber nicht, immer wieder auf den großen Fundus des Zanki'schen Repertoires zurück zu greifen. Edo Zanki forderte dazu auf, ihm Musik zu geben (Gib mir Musik), philosophierte darüber, ob es noch legitim sei, über einen weiblichen Körperteil zu singen (Dein roter Mund), betätigte sich als Pyromane (Wir zünden die Nacht an) und sinnierte, ob es zu viele Engel gäbe (zu viele Engel). Mit der Ballade „Nur der Mond" entließ er sein Publikum nach Hause - ein schönes Konzert war zu Ende.Überraschungsgast dieses Abends war die Wahlbruchsalerin Ina Boo, die zur Eröffnung des Konzerts mit ihrer unverwechselbaren Stimme zwei wunderschöne Lieder aus ihrer CD sang.
Dieses Sympathie-Konzert für den Schlachthof" hatte allerdings einen ernsten Hintergrund. So laufen die Verträge mit den derzeitigen Pächtern zum Jahresende aus, die Zukunft des denkmalgeschützten Baus ist unsicher, unter der Hand wird schon darüber diskutiert, dass der Bruchsaler Schlachthof, ein Kulturdenkmal erster Güte, zukünftig als Reifenlager dienen soll.
Insofern könnte der Auftritt von Edo Zanki sein letzter in Bruchsal gewesen sein; eine Spielstätte mit einer Atmosphäre wie sie der Schlachthof aufweist gibt es in Bruchsal nirgendwo anders. Sollte der Schlachthof zukünftig wirklich als Kultur- und Musikspielstätte nicht mehr zur Verfügung stehen, hieße das für die Bruchsalerinnen und Bruchsaler, wie in früheren Zeiten wieder über die umliegenden Dörfer zu tingeln und deren Mehrzweckhallen zu besuchen, wenn es darum geht, gute Musik zu hören.Um den Schlachthof als Kulturstätte für Bruchsal zu bewahren, soll jedoch ein Förderverein gegründet werden, wie Edo Zanki seinen Konzertgästen mitteilte. Er habe sich spontan der Idee angeschlossen und werde, sollte dieses Bürgerengagement greifen, erstes Mitglied dieses Vereins.
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