Durban
Ein Berg hat gekreist und hat eine Maus geboren.
Was war von der Weltklimakonferenz eigentlich zu erwarten? Nichts. So gesehen ist das erzielte Ergebnis ein riesiger Erfolg.
Hätte man an die Konferenz Erwartungen geknüpft, so stellte man fest, dass soviel wie nichts erreicht wurde.
Der erzielte Kompromiss sieht lediglich einen Plan vor, nach dem ein Abkommen gefunden werden könnte, das eventuell nach 2020 in Kraft treten könnte (hier gilt dann jedes Datum nach 2020). Alle Teilnehmer sind zufrieden. Die für den Klimaschutz eingetreten sind, haben einen (faulen) Kompromiss erzielt, die dagegen waren, haben ihr Ziel erreicht, nämlich, dass so schnell nichts geschieht.
Die Arbeiten an dem Plan sollen 2012 beginnen (nicht werden, nicht müssen, nur sollen). Und nach diesem Kompromiss darf man zweifeln, wann denn tatsächlich ein Plan verabschiedet wird. Erst nachdem dieser Plan vorliegt, können Gesetze erarbeitet werden, die von allen ratifiziert werden müssen. Was hatte sich nach Kyoto geändert? Die CO2-Emissionen haben zugenommen und sind nicht weniger geworden.
Man muss sich fragen, welche Regierung ernsthaft am Klimaschutz arbeitetl. Nehmen wir nur das kleine Beispiel der generellen Geschwindigkeitsbeschränkung in Deutschland. Kein Land in Europa ist ohne generelles Tempolimit, außer Deutschland. Dabei ist es doch bewiesen, dass Geschwindigkeiten jenseits von 100 km/h den Kraftstoff-Verbrauch erheblich steigern, dass schnelle Autos auf der linken Spur die Leistungsfähigkeit der Autobahn mindern, dass etliche Menschen bei einem Tempolimit nicht sterben müssten. Nein auch die deutsche Regierung ist in Sachen Klimaschutz nicht Vorreiter, sie macht nur das, was ihr eine Wiederwahl sichert.
Eine weitere Lachnummer ist der Emissionshandel. Die Zuteilung der Zertifikate an die Firmen in Deutschland war in den ersten beiden Perioden so üppig, dass sie mit dem Verkauf von Emissionszertifikaten auch noch zusätzlich Geld verdienen konnten. Die Stromkonzerne stellten die Kosten sogar noch den Verbrauchern in Rechnung für Zertifikate, die sie kostenlos bekommen haben. Ab 2013 soll die Zuteilung nun den tatsächlichen produktbezogenen Emissionen entsprechen. Man darf sicher sein, dass sich hier die Industrie noch genügend Reserven einbaut, um die anzustrebende Verminderung von 30% bis 2020 locker aufzufangen.
Solange der Gedanke „Warum soll ich etwas tun, wenn die andern nicht mitmachen“ verbreitet ist und das Gewinnstreben um jeden Preis die menschliche Kultur beherrscht, wird sich nicht wirklich etwas ändern. Erst wenn es überlebensnotwendig wird und Krieg das Problem nicht beseitigen kann, kann es vielleicht zu einem Umdenken kommen.
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