Dreigroschenoper und Gisela-Elsner-Uraufführung

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Die Badische Landesbühne stellt ihren neuen Spielplan vor
Mittwoch, 9. Juni 2010 - 15:32
BLB Spielplanvorstellung 2010/2011

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte die Badische Landesbühne in Bruchsal den Spielplan für die Saison 2010/2011 vor. Intendant Carsten Ramm und Chefdramaturgin Nadine Schüller kündigten für die neue Spielzeit, die unter dem Motto „Aufbrechen“ steht, insgesamt 13 neue Premieren an.

„Die BLB feiert gerne“, stellte Ramm einleitend fest. Nachdem in der laufenden Spielzeit der 60. Geburtstag des Theaters gefeiert werden konnte, ist es in der neuen Saison das 30. Jubiläum des Kinder- und Jugendtheaters der BLB. In einer Festwoche im Mai 2011 soll mit eigenen Inszenierungen und Gastspielen anderer Bühnen die ganze Bandbreite dieser Sparte auf die Bühne gebracht werden.

Schwerpunkte der ersten Hälfte der neuen Spielzeit werden zwei Inszenierungen sein, die sich mit der Lebenswirklichkeit unserer Gesellschaft auf ganz unterschiedliche Art und Weise auseinandersetzen: DIE DREIGROSCHENOPER von Bertolt Brecht mit der Musik von Kurt Weill und OTTO DER GROSSAKTIONÄR nach einem Roman von Gisela Elsner.

DIE DREIGROSCHENOPER um den Ganoven Mackie Messer führt eine Gesellschaftsordnung vor, in der die Menschen „nicht in Moral, sondern natürlich von Moral leben“, wie Brecht es beschrieb, und ist damit nach wie vor hochaktuell.

Mit OTTO DER GROSSAKTIONÄR gibt es im Hexagon die Uraufführung der Bühnenfassung einer Wirtschaftssatire der Schriftstellerin Gisela Elsner. Das Werk, in dem einem Mann sein blindes Vertrauen in das Wirtschaftssystem zum Verhängnis wurde, stammt aus den achtziger Jahren, malt jedoch ein erschreckend präzises Bild unserer Zeit.

„In einer Zeit, in der sich die Politik immer weiter von den Menschen entfernt, ist das Theater gefordert, die Politik kritisch zu hinterfragen“, erklärte Intendant Carsten Ramm, der beide Stücke inszenieren wird.

Auf der großen Bühne werden außerdem die Komödie DOPPELTÜREN von Alan Ayckbourn sowie Molières Klassiker TARTUFFE zu sehen sein. Die „tragische Komödie“ DER BESUCH DER ALTEN DAME von Friedrich Dürrenmatt (Regie: Evelyn Nagel), die im Februar Premiere haben wird, ist bereits jetzt mit 45 Vorstellungen das bestverkaufte Stück der letzten 15 Jahre. Im Sommer steht dann auf der Freilichtbühne Schillers WILHELM TELL auf dem Programm (Regie: Lothar Maninger).

Auf der Studiobühne Hexagon gibt es neben der Elsner-Uraufführung Eric-Emmanuel Schmitts Zwei-Personen-Thriller ENIGMA (Regie: Carsten Ramm) und Simon Stephens’ Stück PORNOGRAPHIE, eine Auseinandersetzung mit den Londoner U-Bahn-Anschlägen (Regie: Wolf E. Rahlfs). Darauf folgt mit HERZTIER ein Solostück nach dem Roman der Nobelpreisträgerin Herta Müller, die sich an der Stückfassung beteiligen will.

Das Kinder- und Jugendtheater wartet mit Anja Hillings packendem Jugenddrama STERNE auf (Regie: Steffen Popp). Es folgen Michael Endes SATANARCHÄOLÜGENIALKOHÖLLISCHER WUNSCHPUNSCH (Regie: Stefan Holm), eine feinfühlige Auseinandersetzung mit dem Thema Mobbing (DIE GESCHICHTE VON LENA von Michael Ramløse und Kira Elhauge; Regie: Giovanna Gilges) und das Abenteuerstück DER HERR DER DIEBE von Cornelia Funke.

Chefdramaturgin Nadine Schüller stellte mit BLIND DATE eine neue Veranstaltungsreihe der BLB vor: Vier Mal in der Spielzeit gibt es Theater an ungewöhnlichen Orten. Die Termine stehen bereits fest, was gezeigt wird und wo es gezeigt wird, werden die Zuschauer aber erst kurz vor der Vorstellung erfahren. „Das ist Theater für Menschen mit Abenteuerlust und Experimentierfreude“, so Schüller.

Fortgesetzt wird die Matinee-Reihe CAFÉ EUROPA, in der es in der neuen Spielzeit um „Starke Frauen“ gehen soll. Mit Gudrun Ensslin im Oktober und Gisela Elsner im November 2010 stehen die ersten Termine der Reihe bereits fest.

Zuletzt warf Verwaltungsleiter Norbert Kritzer noch einen Blick auf die Zahlen: Mit insgesamt 25.000 Besuchern waren Friedrich Schillers DIE RÄUBER und Paul Maars EINE WOCHE VOLLER SAMSTAGE in der laufenden Spielzeit die bestbesuchten Stücke der vergangenen 12 Jahre. Auch die Zahl der Abonnenten, derzeit bei etwa 2000, konnte einen Zuwachs verzeichnen.

Weitere Informationen und Vorstellungstermine unter www.dieblb.de

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