Die Umfragewerte sinken - sinken jetzt auch die Steuern?

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Ein schwarz-gelbes Vorteilsprojekt. (ähnlich wie: Vorteil-Kauf - vor der Wahl kaufen, nach der Wahl bezahlen)
Donnerstag, 18. März 2010 - 18:30

Schwarz-gelb gleicht zwar rein farblich allbekannten flugfähigen Insekten, bewegt sich aber eher auf dem flachen Erdboden und gräbt manchmal auch noch lustige Gänge ins Gemeinwesen.

Der Kriechgang von schwarz-gelb - just vor einer gerne so genannten „Richtungswahl" in NRW, erzeugte die interessante Aussage, dass man jetzt schnell eine Steuerreform brauche und wolle. Irgendwie mehr Geld für Bürger (nicht Hoteliers - die hatten wir schon) und weniger für den bösen Staat (man kann ja ruhig Hartz-IV kürzen, da jubelt Guido, was der Koalition gleich noch mal nützt!)

Das erzeugt Klärungsbedarf für den gemeinen Bürger. Gibt es „Reformen" nur dann, wenn regierende Politiker ihre Abwahl befürchten und, wer kriegt die Kohle und wem nimmt man sie weg (letzteres wird weniger gerne kommuniziert)? Denn der Bundeshaushalt ist ein System kommunizierender Röhren - was an einer Stelle fehlt an Einnahmen kann an anderer Stelle nicht ausgegeben werden als Wohltaten. Da aber die Wegnahme von Wohltaten auch wahlkampftechnisch ungut kommt, bleibt nur noch eine höhere Verschuldung übrig. Das ist gut so, denn die Hauptbetroffenen, die Kinder, können weder wählen noch ahnen sie, was da passiert - teilweise liegen sie ja noch in den Windeln.

Auf keinen Fall darf es sich nun der sich Wählen-Lassen-Wollende mit denen verscherzen, die noch gewohnheitsmäßig zur Wahl gehen: Mit den Alten (und Altinnen?) dieser Republik. Das hat man ordnungsgemäß bei der Rentenanpassung 2010 berücksichtigt. Keine Kürzung.

Nun haben wir in Deutschland ja ständig Wahlen. Das gibt nach der neuen Ideologie jetzt ständigen Reformbedarf. Immer kurz vor den Wahlen teilt man dies den jeweils zu Begünstigenden mit und nach den Wahlen zahlen alle die Rechnung - so sie es denn überhaupt merken (siehe oben).

Nun könnte man auf den staatsfeindlichen Gedanken kommen, die Reformen seien gar keine, sondern eine bloße Wähler-Verarschung. Auch lernen wir alle, dass jede neue Reform der Papierindustrie einen ungemeinen Aufschwung verleiht (der sogenannte Kollateral-Nutzen). Auch befördert jede neue Reform die Leidenschaftslosigkeit bei der Lektüre von Regeln, sprich Gesetzen. Erstens weil man sie sowieso schon lange nicht mehr versteht, zweitens weil es sich durchgängig um Wahlkampf-Pfusch handelt und drittens, weil diese sich (erstens und zweitens) jeder sinnhaften Betrachtung entziehen.

Unser aller Freund Guido hat ja immerhin einen Terminus in die Diskussion gebracht, der wiederholter Nutzung würdig ist: „Spätrömische Dekadenz". Denn Guido ist ja nicht ganz so dumm, wie er sich politisch gebärdet. Er will eben nur als Macht-Mensch überleben. Da benimmt er sich gelegentlich wie Caligula (nicht wie Nero, der war besser als sein Ruf) und lässt auch Gesetze produzieren, vor denen schon die alten Römer gegen Ende ihrer Herrschenszeit aufs flache Land flüchteten.

Ach ja. Als Steuerberater „kämpft" man gegen das Finanzamt. Das „kämpft" gegen die Steuerberater und alle kämpfen mit den Gesetze weil diese sich, siehe oben, oftmals jeder sinnhaften Betrachtung entziehen.

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