Die SEPA Abstimmung im Gemeinderat
Das Thema SEPA beschäftigt tatsächlich noch immer - oder besser wieder auf's Neue - viele Bruchsaler Bürger und so dachte ich mir, dass es sicherlich sinnvoll ist, die wesentlichen Informationen zum Thema weiter zu vervollständigen.
Daher möchte ich an dieser Stelle versuchen, die maßgebliche Abstimmung zu rekonstruieren.
Da es sich um eine geheime Abstimmung gehandelt hat, kann dies nur unter Zugrundelegung bisher veröffentlichter oder sonst bekannter Informationen geschehen.
Aus den Reihen des Gemeinderates erhielt ich die Information, dass man wohl deshalb - entgegen der ursprünglichen Absicht - geheim abstimmen ließ, weil man sich dadurch mehr Gegenstimmen erhoffte. Eine Hoffnung, die sich bekanntlich nicht erfüllte...
Hier die Zusammenschau der vorhandenen Informationen:
Inclusive dem damaligen OB umfasste das Gremium 40 Personen. Zieht man den OB sowie Frau Taghi Aghdiri von der SPD ab, die verreist war, dann hat man die Stimmenbasis von 38 stimmberechtigten Gemeinderäten.
38 Stimmen
Minus Gegenstimmen:
-1: Susanne Bacher (FWV)
-3: (komplette FDP Fraktion)
-7: (alle anwesenden SPD Fraktionsmitglieder)
-6: (Gemeinderäte aus den Reihen der CDU)
In Bezug auf die CDU-Fraktion ist jetzt Raum für Spekulationen, denn bis auf wenige Erklärungen von CDU Gemeinderäten liegen keine eindeutigen Aussagen vor.
Klar dagegen scheint Frau Majewski gewesen zu sein. Herr Brüstle wird in der Bruchsaler Öffentlichkeit mit der Aussage zitiert: „Wenn ich das gewußt hätte, dann hätte ich dagegen gestimmt." Dies ist jedoch eine nicht verifizierte Aussage, sollte sie allerdings zutreffend sein, wäre er folgerichtig nicht den SEPA Gegnern innerhalb der CDU zuzurechnen. Dagegen gestimmt haben unbestätigten Berichten zufolge auch die CDU Gemeinderäte Diehm, Heusener, Holoch und W. Müller. Der sechste CDU Gegner ist ebenfalls nicht klar bestimmbar, es wird jedoch häufig der Name Kistenberger genannt.
Aus dieser Rechnung ergeben sich die 21 Stimmen, die letztlich das SEPA Projekt auf den Weg gebracht haben.
Für mich äußerst erstaunlich ist die Zustimmung der kompletten Fraktion der Grünen / Neue Köpfe, eine Tatsache die viele Bruchsaler Bürger im Nachhinein ungemein erstaunt hat. Was die Gründe für die Zustimmung waren ist mir nicht bekannt, wird aber sicherlich Gesprächsgegenstand sein, sollte ich den einen Gemeinderat oder die andere Gemeinderätin einmal treffen. Denn hätte diese Fraktion -was von vielen erwartet wurde- dagegen gestimmt, dann gäbe es heute kein SEPA Projekt in Bruchsal...
DANN GÄBE ES HEUTE KEIN SEPA PROJEKT!!!
Schade war für mich auch, dass aus der Fraktion der Freien Wähler lediglich Frau Bacher dagegen stimmte, aber was soll's, das ist jetzt eben Teil der SEPA Geschichte.
21 zu 17, das ist was von der Abstimmung bleibt - und ach ja, die Rathausgalerie, mit „allem Drum und Dran"...
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Kommentare
SEPA - Versuch einer Analyse
Hm - WARUM hat die Fraktion der Grünen komplett für das SEPA-Projekt gestimmt? Erstaunlich ist das schon, schaut man sich das übliche Abstimmungsverhalten dieser Fraktion an! Das ist der Stoff, aus dem Verschwörungstheoretiker ihre Stories saugen: Wurden die Grünen unter Druck gesetzt? Hat man sie und ihre Familien bedroht? Mit was sind sie erpressbar? Wurde ihnen eine Gegenleistung zugesagt?
Dürfen sie vielleicht umsonst einkaufen? Haben sie gar Dauerstellplätze in der Hochgarage zugesagt bekommen? Werden in Bruchsal nun mehr Bäume gepflanzt? Kommen auf den Eichelberg jetzt Windräder? Fragen über Fragen!
Spaß beiseite - es wird immer wieder Leute geben, die hinter allem irgendetwas wittern - andererseits: oft gibt es aber auch einen wahren Kern.
SEPA VERSUCH EINER ANALYSE
In der Tat ist es mehr verwunderlich, dass die Fraktion "Grüne - Neue Köpfe"
komplett für die Sepa Ansiedlung gestimmt haben. Zwei Parteien die Mitglieder in ihrer Reihen haben, welche eigentlich nicht nur wirtschaftlich denken. Im Gegenteil: Bisher sehr wohlwollend aufgefallen sind in Bezug auf schonenden Umgang mit der Natur, dem Landschaftsverbrauch, Schutz von Flur und Felder und vieles mehr.
Was diese vier Mandatsträger geritten hat für solch ein Betonmonster mitten in unserer Stadt zu stimmen - wahrscheinlich können diese es sich heute selbst nicht mehr erklären. Hätten nur zwei dagegen gestimmt - immerhin die einzige Fraktion im Gemeinderat die geschlossen dafür war - Bruchsal könnte
atmen. Speziell auch in finanzieller Hinsicht.
So hat die Stadt eine finanzielle und bauliche Käseglocke übergestülpt bekommen, wird irgendwann zwei riesige teilweise leerstehende Einkaufsmalls haben (siehe Schneider) und hat den letzten Fleck der GRÜN hätte werden können in der Stadt - zugemauert.
Das muss doch den GRÜNEN dann wirklich wie ein Treppenwitz in ihrem Namen vorkommen, denn Sie hätten endlich mal wirklich was GRÜNES bewerkstelligen können.
Aber es wird die GRÜNEN/NEUE KÖPFE beruhigen 17 Andere waren ja auch für "yes - we can".
Fraktion "Grüne - neue Köpfe"
Wahrscheinlich liegt die Komptenz dieser Fraktion mehr im Grünen und auf dem Eichelberg, aber sicherlich nicht in Bruchsals Innenstadt.
Wir können uns ja bei der nächsten Kommunalwahl daran erinnern, aber das Ungetüm steht trotzdem!
reinhard spiegler
Wem hat hier die Stimme versagt?
Nun, Jochen, es gibt zwar den Spruch iudex non calculat, doch hat der zum Einen nie wirklich bedeutet, dass Juristen rechnerische Flachpfeifen seien und zum Anderen darf ich mir bei Dir sicher sein, dass Du die hier erforderliche elementare Arithmetik auch ohne meinen Hinweis beherrschst.
Wo also ist die fehlende Stimme - bei 21 zu 17 nämlich? Ich werde wohl keinen Widerspruch ernten, wenn ich hiermit nicht beschließe, wohl aber verkünde, dass wir damit 38 Stimmen von 40 möglichen erfasst hätten.
Mit der Urlaubsabwesenheit von Frau Taghi-Agdhiri im Sinn erinnern wir uns, dass auch der amtierende OB stimmberechtigt und anwesend gewesen ist.
Und man riskiert wohl kein gerichtlich geltend gemachtes Unterlassungsbegehren mit der auch öffentlichen Vermutung, dass sich dessen Stimme unter den - im Sinne der Abstimmungsfrage, diese Klarstellung ist an dieser Stelle nötig - positiven Voten befunden haben dürfte.
Wenn ich damit Recht habe, kommen wir also nicht zu dem Schluss "21 plus 17 plus OB", der in Deinem Beitrag so zwar nicht ausdrücklich auftaucht, aber in der gewählten Gestaltung als Schluss naheliegt. Es fehlt also 1 - in Worten: eine - Stimme.
Immer vorausgesetzt freilich, es stimmt die Zählung hier und nicht die von Herrn Eduard Holoch in seinem Kommentar "Moooment!", der ja meint, es habe sich "ein Fraktionsvorsitzender vorsichtshalber krank gemeldet".
Wenn man sich an die Abstimmung und Berichterstattung erinnert, kommt man drauf: Richtig - auch nach der Lesart Herrn Holochs: Es gab noch eine Enthaltung, Und offen gestanden beschäftigt mich diese angesichts der Bedeutung, die dieses Projekt für Bruchsal hat, wesentlich mehr.
Ich halte - nicht nur - vor diesem Hintergrund die Spekulationen um die Gründe für das Abstimmungsverhalten der Fraktion Grüne/Neue Köpfe für vergleichsweise uninteressant und kaum weiterführend. Das mag aber auch einfach daran liegen, dass sich bei der Vorstellung, dass sich ein gewählter Stadtrat angesichts einer Frage dieser Relevanz seinem Auftrag verweigert und seine Stimme ebenso wie sein Amt entwertet, mein ansonsten recht klares Denkvermögen offenbar auch bei wiederholter Befassung in Schockstarre begibt.
Da dies so ist, halte ich jetzt auch die Klappe und frage daher nur rein salvatorisch für mein logisches Verständnis: Um sich zu wünschen, seinerzeit abgelehnt zu haben, muss man im richtigen Leben nicht zugestimmt haben, oder?
Aber vielleicht vermittelt mir ja jemand das nötige Regelverständnis - etwa in einem Leserbrief.
Eine Enthaltung!?
Natürlich hat sich Bernd Doll, damals Oberbürgermeister der Stadt Bruchsal, der Stimme enthalten. Er hat ja nach der Abstimmung immer wieder nahezu penetrant darauf hingewiesen, dass der Gemeinderat "Herr des Verfahrens" gewesen sei.
Geheimgespräche
Vor der Abstimmung gab es Geheimgespräche zwischen der Grünen-Fraktion und den Verantwortlichen der SEPA. Den "grünen" Gemeinderäten wurde versprochen, dass der Betonklotz grün angestrichen wird.
nochmal
Neuer Versuch.
Bei der diskutierten Abstimmung in der Stadtratssitzung am 28.4.09 ab 17 Uhr im Ehrenbergsaal des Bürgerzentrums Bruchsal (ja war ich denn der einzige Zuhörer damals?) ging es um die "Vergabe der Grundstücke an die Firma SEPA", die Entscheidung für das Projekt SEPA selbst war Monate vorher mit viel deutlicherer Mehrheit gefallen. Allerdings war es damals
noch eine diskutablere Variante mit Café, öff.Klo ohne Fitnes-Center aber mit Rathausnutzung für die weggefallenen Flächen.
Die Architektur war allerdings auch damals nicht besonders inspiriert, darum die Forderung mehrerer Fraktionen und Anderer nach Fassadenwettbewerb mit Zusage des Oberbürgermeisters.
Jetzt bitte nicht die Zustimmung als die Bösen darstellen und Gegenstimmen als die Guten: die Mehrheit deren war für die ECE-Lösung -und hat sich auch deutlich öffentlich dafür ausgesprochen.
Das wäre aber für die Stadt eine noch schlimmere Zerstörung gewesen: für den Handel, zentrale Funktion, Aufenthalt, Verkehr.
Damals hatte ich auch mit allen zugedrückten Augen SEPA für das kleinere Übel gehalten.
Die neue Oberbürgermeisterin könnte hier ihre Bürgernähe beweisen, indem sie die (unzensierte) Veröffentlichung des Situngsprotokolls im Netz und Amtsblatt veranlasst.
Der Fall aller Hemmungen ist dann nach Übereignung der Flächen entstanden, diesmal völlig an der Öffentlichkeit vorbei. Dabei wäre interessant, was die Stadträte davon wussten und stillgehalten haben. Besonders was an dem Gerücht ist, die unsägliche Bunkerarchitektur wäre das Ergebnis eines amtsinternen Wettbewerbs. Ich habe mir angewöhnt, jedes Gerücht wörtlich zu nehmen, bisher hat es immer gestimmt.
Eduard Holoch
Nur eine E-Mail
Kurz nach der Zustimmung des Gemeinderats zum SEPA-Projekt erhielt ich am 29. April 2009 von einer Bekannten eine E-Mail folgenden Inhaltes:
Na, dann kann die so perfekte
Na, dann kann die so perfekte informierte "Stadträtin" ja jetzt mit ihrem Rücktritt anfangen... sofern sie noch "Stadträtin" ist.
Vielleicht sollte man in Zukunft lieber die abstimmen lassen, welche nicht so "gut" informiert sind und dafür den Menschenverstand benutzen, statt vorgekauter Infos.
Gemeinderat
Jetzt mal ganz abgesehen von Sepa - mich würde interessieren, ob irgendjemand jemals von seinem gewählten Vertreter, sprich Gemeinderat, zu irgendeiner anstehenden Entscheidung befragt wurde, was er davon hält oder wie er abstimmen würde ???
Ich kanns mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
... und ich mir nicht wünschen
Nun, liebe Rambine, herzlichen Dank für diese Gelegenheit, weiter an meinem Ruf als unerträglicher Klugscheißer zu stricken. Es hat nämlich mit dem Wesen der Idee "repräsentative Demokratie" westlicher Machart nichts zu tun, im Falle einer konkreten Sachfrage rumzuziehen und als gewählter Repräsentant sich seine Entscheidung gleichsam als Ergebnis einer Mini-Umfrage von den Bürgern liefern zu lassen. Schließlich würde sie/er sich damit gerade vor der von ihr/ihm geforderten Entscheidung drücken und sich lediglich zum "Transmissionsriemen" (diesen Begriff gab es im real-extistierend sozialistischen Verfassungsrecht wirklich) des Volks- bwz. Parteiwillens machen.
Es hat mir im Rahmen des letzten Kommunalwahlkampfs - soll ich nun sagen leider ? - niemand die Frage gestellt, was ich im Falle meiner Wahl tun wollte. So hatte ich ich auch keine Gelegenheit, die vorbereitete Antwort zu geben - und ergreife diese daher jetzt:
"Um mir Ihre Sorgen zu machen und mit Ihrem Vertrauen an Ihrer Stelle nach meinem besten Wissen und Gewissen zu entscheiden."
Also nicht:
"Um zu handeln wie Sie wollen."
Sie bemerken sicherlich den Unterschied.
Wie wahrscheinlich ist es, dass jemand, der jetzt so entscheidet, wie Sie wollen, dies beim nächsten Mal aus welchen Gründen auch immer entgegengesetzt tut?
Ich wünsche mir einen Politikertypus - in welcher Vertretungskörperschaft auch immer in möglichst großer Zahl - der nach gewissenhafter Auseinandersetzung, dies setze ich idealistischerweise voraus, seine eigene Entscheidung auch dann trifft, wenn er weiß, dass diese ihn nicht populär macht.
Dies heißt nicht, dass zur gewissenhaften Prüfung nicht auch gehört, sich ein Bild davon zu machen, wie die Bevölkerung denkt und - wichtiger - aus welchen Gründen dies so ist.
Und mal ganz ehrlich: So, wie ich mir nicht wünsche, dass jemand so entscheidet, wie Sie wollen, wollen Sie dies umgekehrt auch nicht, dass jemand so entscheidet wie ich will, oder? Denn dann hinge diese Entscheidung nur von der Größe des Vorteils ab, den Sie oder ich bieten könnten.
Willensbildung
Es geht mir nicht darum, daß jemand so entscheidet, wie ich es will, sondern daß er sich zumindest mal meine Wünsche und Argumente anhört, ebenso die vieler anderen Leuten. Diese Informationen sowie die von der Verwaltung vorgegebenen Tatsachen sollten dann für eine Entscheidung herangezogen werden.
"Um mir Ihre Sorgen zu machen und mit Ihrem Vertrauen an Ihrer Stelle nach meinem besten Wissen und Gewissen zu entscheiden"
Das ist mir zuwenig, in meinen Kopf kann nämlich keiner reinschauen, da muß er mich schon fragen.
unerträglicher Klugscheißer
Lieber Herr Bühler,
ich habe selten eine so treffende und zugleich schwierig zu verstehende Beschreibung der Pflichten eines Mandatsträgers gelesen. SUPER
"unerträglicher Klugscheißer" - warum glauben Sie, daß diese Meinung vorherrscht? - Ich bin absolut nicht dieser Meinung, ABER es ist oft nicht einfach, den Inhalt Ihrer Schreiben herauszufiltern, aber wenn es denn gelungen ist, bleibt zumindestens mir nur eine Zustimmung für die Analyse übrig.
gruss reinhard spiegler
Auch wenn es mich in den nächsten 4 1/2 Jahren...
und vermulich darüber hinaus nicht kümmern muss, kann ich hier eine Gute Tat (hat hierüber nicht im Oktober/November mal Rolf geschrieben?) tun und ein Missverständnis aufklären.
Das, was ich beschreibe, liebe Rambine, geht nämlich ohne in Ihren Kopf reinzugucken. Wobei ich zugebe, dass "Ihre Sorgen" hier etwas plakativ gebraucht ist. Gemeint ist das, was gerade politisch zur Entscheidung aufgerufen ist. Sie meinen demgegenüber wohl das, was ich an anderer Stelle behandelt habe - die Motivationslage nämlich, warum die Bevölkerung vielleicht - je nach Individuum - etwas speziell will.
Auch wenn Sie das vermutlich nicht zufriedenstellen wird, sind demnach mit "Ihre Sorgen" nicht die individueller Personen gemeint - was eben nur einen Wettbewerb dahingehend hervorrufen würde, wer die potenteste Lobby hat.
Was damit aber durchaus gemeint ist, ist das Versprechen: Sie kriegen mich nicht. Aber die Anderen auch nicht.
dem kann ich nicht zustimmen
zustimmen kann ich höchstens Reinhard Spiegler, der ihre Art zu schreiben schon etwas angezweifelt hat. Ich lasse es jetzt mal als "eine Art Berufskrankheit" stehen, wenn ich auch jedesmal denke warum so umständlich?
Aber zurück zum Inhalt (nachdem wir ihn aus der Hülle befreien konnten):
Ich bin da anderer Meinung. Für mich hört sich das ganz stark nach Ignoranz gegenüber der Bevölkerung an, wie es ein Bernd Doll jahrzentelang praktiziert hat. Immer nur der eigene Wille und bloss nicht auf andere hören- außer man hat selbst einen Vorteil davon. Sowas erinnert auch ganz stark an den Umgang mit der wohl größten Petition Deutschlands letztes Jahr, bei der des Volkes Wille nichts, aber auch gar nichts zählte!
Für mich heißt Demokratie Kontakt zu halten zum Wähler und dessen Meinung und Stimmung aufnehmen und mich damit abzustimmen (hätte ich ein derartiges Amt inne). Ich mag vielleicht ein basisdemokratischer veranlagter Mensch sein, aber nur so kommt man zu einer demokratischen Meinungsfindung.
Das müssen Sie auch nicht.
Wir müssen - nachdem ich meine erste Erwiderung heruntergeschluckt habe - auch unsere Einstellung nicht teilen. Ganz sicher teile ich die Ihre nicht angesichts des Bildes von Demokratie, das Sie zeichnen.
Lassen Sie mich angesichts Ihrer Kritik an meiner Umständlichkeit und Ihres Bildes von Demokratie nur eine Frage stellen:
Wenn es nur genug Leute wollen - wird dann alles richtig?
Auch an Sie die Einladung: Nachrichten unter raetsel [at] bruchsal [dot] org erreichen mich direkt (na wenn das kein Zufall ist?)
Ach und Herr Spiegler: hat sich nicht spätestens jetzt die Sache mit dem "unterträglichen Klugscheißer" bestätigt?
;-)
Teilen oder nicht? Ist das hier die Frage?
Sie stellten mir die Frage:
Wenn es nur genug Leute wollen - wird dann alles richtig?
Jetzt könnte man natürlich erst mal anfangen die Bedeutung von richtig in diesem Zusammenhang zu definieren- meines Erachtens gibt es leider bei vielen politischen Entscheidungen nicht einfach ein richtig oder falsch.
Trotzdem zur Beantwortung der Frage:
Nein und ja, auf jeden Fall werden die Entscheidungen dann von der Mehrheit getroffen- auch wenn sie nicht immer besser sind und nicht immer meiner Meinung entsprechen (siehe z.B. die Volksabstimmung in der Schweiz zum Minarettverbot, die mir so nicht gefällt).
Aber ich stelle die Frage gerne zurück:
Nur weil die gewählte Riege eine Entscheidung trifft wird alles richtig?
Meiner Meinung nach genauso wenig und genauso viel wie bei der Basisdemokratie- allerdings mit u.a. dem Nachteil, daß wenige Personen (gewählte Riege) leichter durch Lobbyismus beeinflußbar sind als viele (das Volk). In der Monarchie wurde man in die Macht hineingeboren- in der Demokratie hineingewählt. Aus historischen Gründen nachvollziehbar, früher war Kommunikation schwieriger als heute (ich meine hier den rein technischen Aspekt). Trotzdem haben viele Politiker heute noch Probleme zu kommunizieren (siehe Verhalten auf Abgeordnetenwatch wo viele Politiker immer nur mit Standardphrasen antworten). Warum schreibt keiner unserer Gemeinderäte hier mit (ok ich glaube ein paar positive Ausnahmen mag es ja schon geben)? Warum veröffentlicht keiner die Gründe für seine Entscheidungen?
Ein weiterer Nachteil unserer jetzigen Demokratie ist meines Erachtens das Parteienunwesen. Überall erleben wir Spezialisierung- außer an diesem Punkt. Wo sonst kann man heute für innere Sicherheit und morgen für Finanzen zuständig sein? Klar sollte man seine Berater haben, aber ein klein wenig Verständnis ist wohl nicht ganz schädlich.
Ist unsere Demokratie vielleicht nur eine Form von Monarchie 2.0?
Aber genug OT Diskussion hier von meiner Seite.
Warum sollte ich sie eigentlich per Mail kontaktieren? Nur wegen OT? Dann würde ich eher vorschlagen, wir treffen uns dazu im Autorenforum, da gibt es wohl mehr Mitspieler.
"Bürgerbeteiligung"
Zwischen Rambines Ruf nach "Volkes Meinung" und Olaf Bühlers heldenhaft-theoretischer Beschreibung des idealen Mandatsträgers gerät etwas in Vergessenheit, mit dem diese repräsentative Demokratie doch den Wählern eine Möglichkeit zu Beteiligung an der Meinungsbildung geben wollte - die Parteien.
Ach ja - ich weiß... gerade in Bruchsal... und nachdem ich mich kürzlich selbst aus einer solchen Organisation verabschiedet habe, schüttelt vielleicht der eine oder andere Ex-Genosse leicht verwundert den Kopf.
Aber es muss doch mal gesagt werden, dass "ES" doch eigentlich so funktionieren sollte - oder?!
I'll be there.
Die Sache mag an dieser Stelle OT sein, doch lohnt sie an anderer Stelle eine Fortführung aus meiner Sicht unbedingt. Hier überlasse ich Ihnen gerne die Wahl von Ort, Zeit und Waffen - ich erwarte Ihre Sekundanten ;-).
Warum veröffentlicht keiner die Gründe für seine Entscheidungen?
Hallo,
um in die theoretischen Diskussion wieder mal ein paar Fakten einzustreuen:
Die Meinung von Ex-Stadträtin Diehm kann man im folgenden Thread nachlesen:
https://www.xing.com/net/bruchsaler-themen/stadtentwicklung-319848/ratha...
Ich bin mir nicht sicher ob alle auf den Link zugreifen können:
Kurzzusammenfassung: Frau Diehm hält vor allem die Einbindung des Rathauses in den SEPA-Bau für unverantwortlich teuer.
Mir stellen sich da zwei Fragen:
1. Frau Diehm ist ja als Architektin vom Fach und kann ihr Ablehnung sinnvoll begründen. Bleibt da nicht das Argument auf der Strecke, dass viele Stadträte mit der komplizierten Materie überfordert gewesen seien? Warum hat man dann nicht auf Kollegen gehört die Fach- und Faktenwissen hatten?
2. Finden sich ja ausgerechnet die beiden Damen der CDU-Fraktion, die nicht für SEPA gestimmt haben jetzt nicht mehr im Gemeinderat. Ironie des Schicksals oder hat die Wähler das Sepa-Abstimmungsverhalten über Sepa nicht interessiert oder haben sie es nicht gewusst?
Oder ist es einfach wichtiger Arzt zu sein oder einen Doktortitel zu haben, dann bin ich bei der nächsten Wahl auch dabei :-)
Schönen Gruß
Mario Kröger
Engagement..
Heldenhafte Stadträte sind ebenso selten wie heldenhafte Kreisräte (Kretz), Landtagsabgeordnete (Öttinger), Bundestagsabgeordnete (Kohl, Schröder). Gemeint sind in Klammern jeweils Zielfiguren für kritisches Verhalten.
Neu ist die zunehmende politisch-gesellschaftliche Abstinenz in einer bloß materiell orientierten (glaubens- und religionsfreien) Gesellschaft. Es gibt in Vereinen nur noch Vorsitzende, die nicht rechtzeitig auf der Flucht waren und Parteimitglieder, die aus Trägheit den Parteiaustritt verpaßt haben. Die Aktiven dieser Gesellschaft mehren ihren Wohlstand oder amüsieren sich (frei nach Neil Postman) zu Tode.,
Was, Ihr lieben Leut, wollt Ihr von den Bruchsaler Stadträten??
lieben Leut
Herr Jürgen Schmitt,
angesichts des obigen Ergusses verzichte ich auf das „Lieber“ in der Anrede und beginne direkt:
Sie haben die eingeklammerten Zielfiguren für kritisches Verhalten vollständig bei den Stadträten, oder auch nur unter den heldenhaften, wenn es denn solche geben sollte, unerwähnt gelassen.
Die Anrede „Ihr lieben Leut“ empfinde ich ganz persönlich in diesem Kontext als diffamierend – hart ausgedrückt – aber dieses es war wohl auch als Provokation gedacht.
Ein heutiger Stadtrat lebt in dieser angeblichen (glaubens- und religionsfreien) Gesellschaft, woher auch immer Sie dieses Wissen schöpfen mögen, und ist wohl nicht zufällig Stadtrat geworden und sollte deshalb mit dieser Gesellschaft vertraut sein. SOLLTE
Stadträte müssen also kritiklos ertragen werden?
Ich habe mich in meinem Leben schon oft ehrenamtlich und freiwillig aktiv für diese Gesellschaft, welche auch die meine ist engagiert und ich lebe noch – amüsiert habe ich mich tatsächlich ab und zu auch.
Welcher Teufel hat Sie geritten, als dieses Machwerk entstanden ist?
reinhard spiegler
Hallole reinhard.sp, Sie
Hallole reinhard.sp,
Sie müssen den Beitrag vollständig lesen :-)
Dann erkennen sie schnell, dass es eine Entschuldigung ist... er war einfach nicht schnell genug im wegrennen, als man ihn als Kandidat für den Stadtrat aufgestellt hat.
Sorry, soll nicht "persönlich" sein, ergibt sich aber beim lesen des Textes von Herrn Schmitt
Was ich will
Lieber Herr Schmitt,
um es mal genauso überspitzt zu formulieren wie sie:
Was ich im Falle SEPA will ist: Mein Geld zurück.
Denn ob ich will oder nicht trage ich, wie viele andere, mit ca. 50% meines Bruttolohns zu dieser Gesellschaft bei, ob ich will oder nicht. Das als Abstinenz zu beschreiben ist schon ziemlich dreist.
Dass ich mich von der restlichen Hälfte, wohlgemerkt nach Abzug der Mehrwert-, Vergnügungs-, Tabak-, Alkohol und anderer Steuern evtl auch mal amüsiere, dürfte doch wohl noch erlaubt sein.
Wäre soweit auch alles OK, nur was mich am Fall SEPA (und allgemein in der Bruchsaler Politik) ärgert, ist, dass das Geld ALLER für die Interessen WENIGER (in diesem Fall SEPA, der Einzelhandel, in anderen Fällen z.B. die Liebhaber von Universitäten, der Energiewirtschaft und den Freunden der Geothermie) verprasst wird, während Bruchsal z.B. bei der Kinderbetreuung oder beim Aussehen einiger Stadtquartiere den Eindruck erweckt, als sei der letzte Krieg noch gar nicht so lange vorbei. In diesem Sinne ist man wirklich mehr Barockstadt als einem Lieb sein kann.
Ach ja, und jetzt antworten Sie bitte nicht mit der Bemerkung, dass das alles so viel anders aussehen würde, wenn Ihre Partei die Mehrheit hätte ...
Hallole Herr Nichtern
Hallole Herr Nichtern,
den Text habe sebstverfreilich bis zum bitteren Ende gelesen, aber als Satire konnte ich ihn beim besten Willen nicht empfinden. Ich bin auch heute noch verärgert, wie sich "mein" Gemeinderat hier geäußert hat und so vergeht die Lust, ihn zufragen. Aber Sie kennen ihn scheinbar sehr viel besser und alles ist nur ein Mißständnis - natürlich meinerseits.
liebe Grüße reinhard spiegler
Wer pro-voziert jetzt wen?
Neckisches Geschreibe hier (besser als passiv vor der Glotze, sag ich als Liebhaber der deutschen Sprache).
Aber ernsthaft:
1. (und zum definitiv letzten Mal zu diesem Thema, jedenfalls von meiner Seite):
Wenn die SPD -Jahreshauptversammlung in Bruchsal 8 Menschen öffentlich sichtbar werden läßt, ist das Grund zum Nachdenken.
Wenn die meisten Bruchsaler die SPD (meinetwegen auch: meine) Initiative zum Bürgerentscheid gegen die Installation der SEPA-Geldvernichtungsmaschine nicht so gewürdigt haben, dass es wenigstens zur Abstimmung, wenn nicht zur Ablehnung gereicht hat..., was soll man da sagen?
2. Die Millionen und Quadrillionen (Anleihe bei: Donald Duck) sind weg und nicht nur bei den hier genannten Projekten:
Die Bruchsaler Farbenfabrik durfte vor zwei Jahren einen nagelneuen SEVESO-II-Störfallbetrieb ins Wohngebiet setzen ("Erneuerung"). Bauverbots-Kosten im Umfeld: 300 m x 300 m x 200 €: Zum Selberrechnen für Bruchsal-org-Aktivisten
Da vergehen einem Lachen und Ironie.
JS
P.S. Konnte ich leider als gewählter Vertreter der Bürgerschaft mangels Info nicht verhindern.
Nachtrag
Herr Schmitt,
ich sehe ein, dass es durchaus ungerecht ist, sich über Gemeinderäte aufzuregen und dann auf dem einzigen rumzuhacken, der sich wenigstens der Diskussion stellt.
Nehmen Sie es sportlich, besser als Glotze, da haben sie Recht.
Als letzter Satz zu SEPA: Immerhin hat Ihnen das ein paar Stimmen und einen Gemeinderatssitz mehr eingebracht bei der letzten Wahl, ich kann aber gut nachvollziehen, dass das ein schwaches Trostpflaster ist.
Mit der BF-Geschichte haben sie mich neugierig gemacht:
Meines Wisses hatte Seveso mit einem sehr alten Reaktor zu tun, daher beissen sich in meinen Augen die Begriffe Seveso und nagelneu. Gibt es irgendwo mehr Informationen zu der Geschichte?
Seveso
Seveso hatte etwas mit Umweltgiften zu tun.
Bruchsaler Farbenfabrik und Seveso
Die BF oder Bruchsaler Farben(fabrik) fällt wegen der dort verarbeiteten und gelagerten Stoffe und die sogenannte "Seveso-II-Richtlinie" - zum Einstieg siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_96/82/EG_%28Seveso-II-Richtlinie%29
Weitere Einzelheiten ergeben sich aus den (weder der Öffentlichkeit noch dem Gemeinderat zugänglichen) Akten der Stadtverwaltung Bruchsal und des Regierungspräsidiums Karlsruhe.
Hinweis für Herrn Stadtrat Jürgen Schmitt: Auch eine Kenntnis der vor einigen Jahren durchgeführten Genehmigungsverfahren hätte Sie meiner Einschätzung nach nicht in die Lage versetzt, die damals angestrebte Entwicklung aufzuhalten.
Aber Ihr jetziger Hinweis ehrt Sie.