Delegiertenkonferenz der IG Metall Bruchsal
Kurzarbeit sichert über 1500 Arbeitsplätze
Kurzarbeit geht langsam zurück
Durch den Einsatz von Kurzarbeit werden, so der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Bruchsal, Eberhard Schneider, auf der Delegiertenversammlung am Donnerstag im Pfarrsaal St. Anton in Bruchsal mehr als 1500 Arbeitsplätze gesichert.
Die Weltwirtschaft befindet sich nach wie vor in einer tiefen Krise. Dies spüren vor allem auch die stark vom Export abhängigen Betriebe der Metall- und Elektroindustrie in der Region.
Die beiden zentralen Probleme für viele Betriebe sind einerseits der dramatische Einbruch bei den Auftragseingängen sowie andererseits die deutlich schwierig gewordene Kreditversorgung.
Dies führt in vielen Betrieben der Metallwirtschaft im Landkreis zu erheblichen Beschäftigungsproblemen.
Dies ist für Eberhard Schneider ein Beleg dafür, dass die vielfältigen Anstrengungen der IG Metall und der Betriebsräte Wirkung zeigen. "Durch die offensive Nutzung vieler Handlungsmöglichkeiten, die uns die Tarifverträge und die Politik an die Hand gegeben haben, konnten wir bisher größere Massenentlassungen weitestgehend verhindern", so Schneider.
Vor allem das Mittel der Kurzarbeit und die Anwendung des Beschäftigungssicherungstarifvertrages tragen zur Beschäftigungssicherung in den Betrieben bei. In fast allen größeren Metall- und Elektrobetrieben wird derzeit kurzgearbeitet, wie z.B. bei SEW Eurodrive, Blanco Sulzfeld, John Deere, Schuler SMG und Nokia Siemens Networks, um hier nur einige Unternehmen zu nennen. In vielen Betrieben muss die Kurzarbeit aufgrund der unbefriedigenden Kapazitätsauslastungen auch im neuen Jahr fortgesetzt werden.
"Ohne diese Formen der Arbeitszeitverkürzung, wäre auch im Landkreis die Arbeitslosenquote erheblich angestiegen mit all den damit zusammenhängenden sozialen Verwerfungen", so der 1. Bevollmächtigte. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass Kurzarbeit und die Anwendung des Beschäftigungssicherungsvertrages zu teilweise deutlichen Einkommensverlusten bei den Beschäftigten führt. Dazu gibt es allerdings nach Auffassung der IG Metall keine praktikable Alternative.
Auch im Jahre 2010 wird es nach Einschätzung der Bruchsaler IG Metall noch keine für die Beschäftigungssituation spürbare Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geben.
" Wir müssen davon ausgehen, dass die Wirtschaftskrise und deren Folgen für die Beschäftigung auch im nächsten Jahr für uns eine große Herausforderung darstellt", so der 1. Bevollmächtigte. Hinzu kommt, dass einige Betriebe die Übernahme der Auszubildenden in Frage stellen. Die IG Metall wird sich deshalb in den Betrieben auch dafür stark machen, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht auf dem Rücken der jungen Beschäftigten ausgetragen wird.
Für Eberhard Schneider ist klar: "Auch 2010 wird es noch keine entscheidende wirtschaftliche Erholung geben, zumal die Unternehmen durch fehlende oder zu teuere Kredite immer mehr unter Druck geraten."
Zielsetzung der IG Metall ist es, mit allen Beschäftigten durch die Krise zu kommen, daran werden die Betriebe sich messen lassen.
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