Das Wort zum Montag
Betroffen also ob der Äußerungen von Doll, Raue, BNN etc. zum "Fall Scherbel"? Aha.
Dem gemütsmäßig derart Grundausgestatteten mag dies genügen als Begründung für den Ruf nach Neuwahlen. Ich halte dies für ebenso wenig hinreichend wie zweckmäßig und möchte stattdessen empfehlen, den Blick weg von der eigenen Befindlichkeit auf die Umstände zu lenken, die in unserem Gefüge erforderlich sind, Rechtsfolgen herbeizuführen. Dies sind in der Regel belastbare Tatbestandsmerkmale, auf die zur rechten Zeit und ohne von Betroffenheit, Empörung oder ähnlichen Gemütsbewegungen gelenktem Blick zu achten sein wird.
In der gebotenen Karg- und Knappheit möchte ich diesen Ausblick adventsterminsgerecht mit drei weiteren ergänzen, derer zu harren sich lohnen wird:
- Dem "Bauernopfer", das die Herausgeber konstatieren, wird in der richtig festgestellten Logik des Systems unweigerlich der nächste Schritt folgen, der darin bestehen wird, dass die nach und nach ans Licht gezogenen Dunkelmänner sich gegenseitig verbeißen werden.
-
In der jetzt veröffentlichten Mail von Herrn Ihle sind nach wie vor einige Namen im Verteiler geschwärzt - bzw. in meiner Fassung gerötet.. Offensichtlich ist also die Auswahl, was und wie hier öffentlich wird, nach wie vor interessengesteuert. Welche Rücksichten spielen hier eine Rolle?
- Wie erklärt der Büchenauer Waidmann, weshalb er nach publikumswirksamem Anblasen der Jagd zur gegebenen Zeit den Fangschuss verweigert hat?
Natürlich darf man über das, was hier zum Vorschein kommt, betroffen, verbittert, empört oder sonstwas sein.
Das reicht bloss nicht.
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Kommentare
"Verbitterte Empörung"
Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich Herr Dr. Scherbel ohne Aussicht auf irgendwelche persönlichen Vorteile in das für ihn riskante Abenteuer - bestätigen sich die Verdachtsmomente - gestürzt hat. Er hat mit Sicherheit eine "Kosten-Nutzen-Analyse" durchgeführt, sprich eine Abwägung getroffen, ob er das Risiko des Entdecktwerdens eingehen will und ob der Vorteil für sein Verhalten vielleicht das Risiko aufwiegt oder soviel bringt, daß er bereit ist, das Risiko auf sich zu nehmen. Denn er hat mit Sicherheit erkennen müssen (immer vorausgesetzt, daß die Vorwürfe zutreffen), daß das Risiko, aufzufliegen, permanent gegeben ist. Was hat ihn also im Grunde bewogen (das ist eine zentrale Frage), sich aufstellen zu lassen? War es der "Ruhm", sich als Stadtrat gerieren zu dürfen? Nur, um im Stadtrat zu sitzen, geht man kein derartiges Risiko ein. Hier muß es um mehr gegangen sein, und zwar nicht für den Herrn Dr. Scherbel. Mich würde interessieren, mit was man Herrn Dr. Scherbel geködert hat, damit er sich auf dieses Risikospiel eingelassen hat. Also, was hat man ihm versprochen oder zugesagt? Für ne'n Appel und ein Ei macht doch keiner sowas. Ich kann mir vorstellen, daß die CDU für den Erhalt ihrer Macht mehr als einen feuchten Händedruck bereit war zu geben. Und wenn Herr Dr. Scherbel vielleicht gar nur auf ein "Drängen" hin zugesagt hat (Stimmenfänger), so sitzen die eigentlich Verantwortlichen an ganz anderer Stelle. Das sind natürlich alles nur Spekulationen, aber warten wir's ab, was noch so alles aus dem Bruch (Sumpf) auftaucht. Insoweit kann man zum Stadtnamen Bruchsal (frei übersetzt Sumpfburg) sagen: Nomen est omen.