Das Ende

DruckversionPer e-Mail versenden
Wenn der Amtsschimmel wiehert...
Sonntag, 27. September 2009 - 2:00

Wenn Sie das nächste Mal mit dem Rad einen Ausflug machen, dann achten Sie doch mal auf die Beschilderung auf den angelegten Radwegen.

Wenn Sie zum Beispiel von Büchenau aus nach Staffort und da weiter in Richtung Friedrichstal unterwegs sind, dann kommen Sie bald am „Maierhof“ vorbei. Kurz dahinter, immer noch auf dem Radweg, sehen sie plötzlich auf der linken Wegseite einen Schildermast, an dem in Fahrtrichtung ein einziges Schild angebracht ist. Schwarze Schrift auf weißem Grund, rechteckig, mit der Aufschrift „Ende“.

Das Ende - von was eigentlich?

Das Ende? Von was?

Sie werden erst mal stutzen und sich einige Fragen stellen, die Sie beim ersten Mal unter Umständen auch zum Anhalten bewegen werden. Sie müssen beileibe auch kein Philosoph sein, um spontan bestimmte Überlegungen anzustellen, welche möglicherweise sogar existenzielle Prinzipien Ihres Lebens berühren.

Was, so werden Sie sich vielleicht fragen, was endet denn hier bitte?

Eine einfache Frage mit vielen Antwort-Möglichkeiten:
Endet nach dem Passieren dieses seltsamen Schildes Ihr Leben? Keine Bange, Sie dürfen beruhigt wieder auf Ihr Rad steigen, Sie werden es, genauso wie ich und viele tausende Radfahrer vor Ihnen und mir, überleben. Es sei denn, Sie fallen unglücklich vom Rad und brechen sich das Genick oder der Himmel stürzt ein. Aber Sie ahnen schon, man kann nicht allen Gefahren im Leben ausweichen, auch wenn sie noch so unwahrscheinlich sind.
Endet hier Stutensee-Staffort oder gar Stutensee als Solches? Nein, Sie haben sich vergewissert oder es eh schon gewusst, Sie befinden sich immer noch auf Gemarkung Stutensee, Staffort selbst liegt dagegen schon deutlich hinter Ihnen.
Hm, endet hier Deutschland? Das wäre erstens völlig neu und zweitens auch recht unwahrscheinlich, denn einen kriegerischen Angriff hätten Sie bestimmt mitbekommen. Und außerdem wissen Sie aus langer Erfahrung, dass unsere Behörden niemals so schnell reagieren und derart prompt und ohne Vorwarnung solch ein Schild fertigen lassen um es alsdann sofort anzubringen.
Ähnlich steht es auch mit der möglichen Vermutung, dass die ganze Welt hier enden könnte. Das wüssten Sie bestimmt, oder? Im Übrigen sehen Sie auch ohne Brille, dass sie sich auch hinter dem genannten Schild weiter in die Gegend erstreckt.

Nach längerem und teils intensivem Nachdenken werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zum dem Entschluss gelangen, dass an und mit diesem Schild etwas ganz Einfaches, in seiner zwingenden inneren Logik und Konsequenz umso mehr Beängstigendes endet: Nämlich die nachvollziehbare und selbst im schlimmsten und unverständlichsten Falle gerade noch erklärbare Sinnhaftigkeit behördlicher Entscheidungen und daraus folgender Maßnahmen.

Der Amtsschimmel wiehert markerschütternd. Ende.

Noch keine Bewertungen vorhanden

Kommentare

Das Ende ist nah...

Zumindest näher als man denkt...

Wie sehr der Amtsschimmel wiehert, kann man schon in der Schlossstrasse in Bruchsal Höhe "Diemer" erkennen.

Schilder: Eingeschränkes Halteverbot.
Somit frei zum be- und entladen.

Selbiges getan, Knöllchen kassiert.
Angerufen und nachgefragt.

Antwort: Da auf der Fahrbahn Richtungspfeile sind, gilt dort, laut Straßenverkehrsordnung, generelles Halteverbot. Daran ändern auch die Schilder nix!

Liegt nun schon einige Zeit zurück und vielleicht hat es sich ja vom Strassenbauamt Bruchsal bis zum "Stadtscherif" herumgesprochen, warum dort wer irgendwelche sinnlosen Schilder aufstellt. Oder sind sie nicht "sinnlos" für die Stadtkasse?

Das Ende ist nah...

"Angerufen und nachgefragt.

Antwort: Da auf der Fahrbahn Richtungspfeile sind, gilt dort, laut Straßenverkehrsordnung, generelles Halteverbot. Daran ändern auch die Schilder nix!"

"Da auf der Fahrbahn Richtungspfeile sind, gilt dort, laut Straßenverkehrsordnung, generelles Halteverbot." Das werden sich auch die überaus zahlreichen Damen und Herrn am Lenkrad gemerkt haben, die die dortige Ampel an der Kreuzung großzügig übersehen und sowohl auf der Schloßstraße und vor allem auf der Kaiserstraße bei "rot" schlichtweg weiterbrettern.

Den Stadtsheriff habe ich an dieser Kreuzung jedenfalls noch nicht gesehen...

Och, da gibts noch mehr Ort,

Och, da gibts noch mehr Orte, wo man den Scheriffs nie begegnen wird.

z.B. die Fußgänger-/Parkzone am Holzmarkt.
Mittlerweile muss man dort als Fußgänger extrem aufpassen um sich sowohl durch die parkenden Fahrzeuge zu schlängeln, damit die Leute nicht zu weit zum Essen gehen müssen, als auch um dem "Durchgangsverkehr" auszuweichen.

Für die "privilegierten" gibt's sogar "überdachte" Parkplätze.

In einer "normalen" Woche, könnte der Scheriff + Gehilfe, dort ihre Gehälter locker "verdienen"...

Im Schnitt ca. 20-25 Autos... a 30 Euro...

Och, da gibts noch mehr Ort,

Mit ein wenig Fantasie könnte man das da ja als eine Art Wirtschaftsförderung auffassen. Es erhebt sich für mich die Frage, ob der derzeitige Status in der Nachwendezeit erhalten bleibt.

Um zum ursprünglichen Titel zurück zu kommen (zur Erinnerung: 'Das Ende'),
frage ich mich, ob es ein solches auch demnächst mit den schamlosen Geschwindigkeitsübertretungen in einer vermeintlich verkehrsberuhigten Zone gibt, die seit einigen Jahren als bevorzugter Zubringer vom Penicillinbuckel zur Autobahn dient. Zu bestimmten Tageszeiten flattert einem als Radfahrer da beträchtlich der Kittel -aber nicht durch den eigenen Fahrtwind...

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen